2023: Der 500. STAR im „Signs of Fame“ – wer wird es sein? / Entscheidung in Kürze / Countdown läuft…

Der 500. Star im „Signs of Fame“ 

Ein Riesenjubiläum kündigt sich an. Wir nähern uns im Galopp dem 500. Star im „Sign of Fame“. Wer das sein wird? Wir wissen es nicht. Das wird sich 2023 entscheiden. Und zwar in den ersten Wochen des Neuen Jahres. 

Fernweh-Park Initiator Klaus Beer: „Ich wusste, dass das in naher Zukunft zum Thema wird. Ein Riesenjubiläum. Im Herbst 2022 schaute ich mal in unsere Auflistung der Stars im „Signs of Fame“. Doch da waren es noch so um die 20, 30 Stars, die zur runden Zahl fehlten. Also noch Zeit. Doch jetzt Ende des Jahres kontrollierte ich nochmal. Und, oh Schreck. Ja was ist das denn? Da wir in den letzten Wochen so viele Stars getroffen hatten ging plötzlich alles ratzfatz. Bei Bands mit mehreren Mitgliedern nahmen wir natürlich nur den Bandnamen, bei Stars einer Fernsehserie aber jeden einzelnen Schauspieler. Eine prominente Person wurde entfernt. Da noch immer Freund des Kriegstreibers im Kreml. Also raus damit. Übrig blieb dann eine Zahl, der wir uns nun ganz schnell annähern. Der magischen  FÜNFHUNDERT… 

Aber: Wohl kaum jemand kann erahnen was es heißt, einen Termin mit einem Promienten zu erhalten. Wer es einmal versucht hat, wird sich bei Gelingen vielleicht an einem Zweiten wagen, vielleicht auch Dritten. Mehr aber sicher nicht. Denn das am Ball bleiben, nachhaken, mailen, telefonieren, langem Atem haben, über Wochen, Monate, ja Jahre, dann oft alles wieder neu aufrollen müssen, da der oder die Ansprechpartnerin gewechselt hat, all dieser Nervenkrieg, manchmal auch mit den Ansprechpartnern, das tut sich keiner wirklich freiwillig an.

Im Großen und Ganzen aber ist jede Begegnung eines Stars ein schönes Erlebnis. Aber auch, immer, aufregend. 99,9 % aller Stars sind sehr nett, manche supernett… Denn meistens ist es der Dunstkreis um die Stars herum, der sich aufspielt. Manche sonnen sich regelrecht im Glanz des berühmten Namens. Aber das sind “rühmliche” Ausnahmen.

Die zuerst gestellte Frage auch hier gleich am Anfang: “Wo sieht man auf einen Blick, welche Stars im “Signs of Fame” vertreten sind?”

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Countdown 500 

Was am 9.11.1999 an einem magischen Datum begann – zehn Jahre nach dem Fallen der Mauer als Zeichen für grenzenlose Freiheit und für Völkerverständigung – hat sich 22 Jahre später zu einer Erfolgsstory entwickelt. Klaus Beer, Weltenbummler, Filmemacher und Initiator des Friedensprojekts “Fernweh-Park”, zugleich Touristenattraktion (2018 in den oberfränkischen Markt Oberkotzau umgezogen und dort viel größer und schöner mit Showbühne und Amphitheater völlig neu istalliert) hat alles daran gesetzt, seine Herzensüberzeugung nicht nur überregional, sondern auch weltweit bekannt zu machen.

Und so fragte er bereits 1999 ganz spontan auf der Aftershowparty einer Fernsehsendung in der Freiheitshalle Hof einen Star, ob dieser nicht sein Ortsschild für den Fernweh-Park zur Verfügung stellen wollte. Denn dort wird in Orts- und Städteschildern die Welt auf einen Punkt projiziert und unter den „Schildern aus aller Welt“ sollen „Menschen aus aller Welt“ ein Zeichen setzen gegen Rassismus und für eine friedvollere Welt. Das ist für Globetrotter Beer, der seit über 40 Jahren mit der Film- und Fotokamera die Welt bereist und unter TERRA FILM Reise-Kulturfilme produziert, sehr wichtig.

Beer: „Durch meine Filmtouren in der Welt spreche ich nicht aus der Theorie, sondern aus der Praxis. Ich weiß, wie wunderschön unsere Erde ist und wie dumm der Mensch ist, der durch Krieg, Terrorismus, Macht- und Geldgeilheit und religiösen Fanatismus soviel Leid über Unschuldige bringt. Deshalb ist der Fernweh-Park nicht nur buntes Blech auf Holz. Er steht gegen Ausländerfeindlichkeit, gegen Rassismus, gegen Antisemitismus, gegen Rechtsextremismus und Extremismus jeglicher Art sowie für die Erhaltung der Lebensgrundlage der Menschen, sprich für Umwelt- und Klimaschutz. So die Ideologie und Botschaft des Projekts“.

Der 1. Star im „Signs of Fame“

Und wenn jemand diese Botschaft am besten unterstützen kann, dann sind das wohl Prominente mit ihrem bekannten Namen. Und so fragte Beer damals aus dem Bauch heraus den Sänger Gunther Emmerlich, ob er da nicht mitmachen wolle. Dieser sagte, als er Beers Idee angehört hat: „Ich liebe bunte Vögel. Da mache ich gerne mit. Doch Sie werden verstehen, dass ich nicht jeden Tag mit dem Ortsschild von Dresden unter dem Arm durch die Gegend laufe. Doch wenn Sie mir etwas aus dem Fundus der Sendung besorgen, unterschreibe ich das gern.“ Und so sauste Beer zu den Mitarbeitern des mdr, die gerade die Kulissen abzubauen begannen und ergatterte ein entsprechendes Schild, das Emmerlich dann signierte. Das hängt noch heute, auf „goldenem“ Untergrund, im Fernweh-Park. So war der bekannte (Bass)-Sänger aus Dresden der 1. Star im „Signs of Fame“. Auf dem Bild mit dabei auch Harald Juhnke.

Signs of Fame

Daraufhin versuchte Klaus Beer weitere Stars und Prominente für sein Projekt zu gewinnen. Stars und Sternchen, Weltstars, Künstler aus allen Genres. Denn so bunt der Fernweh-Park mit seinen Schildergrüßen aus aller Welt ist, so vielfältige und eben bunt sollen auch die Promis sein, die hinter der Ideologie des Projekts stehen und mithelfen, diese um die ganze Welt zu tragen. Also vom Rockstar über Volksmusik und Country, vom TV-Koch über Abenteurer und Wissenschaftler, von Boxern über Pianisten zu Fußballern, von Illusionisten zu Comedians, von TV-Moderatoren, Filmschauspielern und Filmregisseuren zu großen Stars aus Hollywood bis zu Schlagersternchen und Persönlichkeiten mit großem, sozialen Engagement. Eines will Klaus Beer jedoch nicht. Mit dem Fernweh-Park parteilich sein. Deshalb kam er davon wieder ab, Politiker mit einzubinden. Beer: “Wenn, dann nur noch Bundespräsidenten, denn die sind neutral.” Joachim Gauck zum Beispiel und Frank-Walter Steinmeier sind für mich voll OK.”

Um es anfangs gleich zu sagen: Ich kann nicht alle aufnehmen, denn das Projekt soll auch nicht mit Namen, die niemand kennt “verwässert” werden. Sicher gibt es viele Künstler, die es durch ihr Können wert wären, da mit vertreten zu sein und viele wollen auch gerne ein Zeichen setzten. Aber der Platz und die Geldmittel sind begrenzt. Darauf muss ich Rücksicht nehmen. Zudem gehört der Fernweh-Park nicht mir, bzw. dem Fernweh-Park Verein, sondern dem Markt Oberkotzau, der mit Fördermitteln beim Bau viel Geld in die Hand genommen hat, um das Projekt so fantastisch zu präsentieren, wie man es heute sieht. Ich bin also auch dem Markt gegenüber verpflichtet, dessen Interessen zu vertreten.

Und Schilder und die Handabdrücke selbst bezahlen, geht nicht. Man kann sich in das Projekt nicht einkaufen. So ist und soll es eine Besonderheit bleiben, im “Signs of Fame” vertreten sein zu dürfen. Und wer später durch Denken und Taten, die dem Friedensprojekt nicht mehr entsprechen auf sich aufmerksam macht, der wird dazu in seiner Bilderstory kritisiert, wir nehmen öffentlich Abstand davon oder, wenn es ganz schlimm kommt, entfernen ihn aus dem Projekt, wie wir es bereits bei jemand getan haben. Aber davon später mehr. Und wenn da auch mal Namen auftauchen, die vielleicht nicht so bekannt sind, dann hatten die bei ihrer Aufnahme eine ganz besondere Bedeutung und damit Berechtigung, die man ohne Hintergrund so nicht weiß. Und gerade die nicht so “Berühmten” eröffneten erstaunlicherweise im nachhinein positive Möglichkeiten für den Fernweh-Park, die man selbst vorher nicht geahnt hätte…

Fazit: Alle im “Signs of Fame” vertretenen Prominenten und Stars sind es wert, hier präsentiert zu werden, können jedoch nicht alle in diesem Rückblick zur Sprache kommen. Deshalb konzentrieren wir uns auf solche, bei denen sich etwas ganz Besonderes, Aussergewöhnliches um deren Namen rankt und beim Revuepassieren der Namen sofort etwas “aufblinkt”…

So bat Klaus Beer z.B. Dieter Thomas Heck mitzumachen, als dieser zu einer Fernsehsendung in der Hofer Freiheitshalle weilte. Dieser war von dem Projekt sofort begeistert und wollte dies auch persönlich sehen – fuhr mit Klaus in den Fernweh-Park an der Saale. Und brachte sein Ortsschild von „Lauf–Ortenaukreis“ mit. Gehört übrigens in die Reihe der Supernetten. Denn er winkte damals Passanten auf der anderen Straßenseite zu, die ungläubig zu ihm hinüberblickten – “… das ist doch der Heck…”. Und er: “Das sind  meine Arbeitgeber! Zu denen muss ich doch freundlich sein”.

Und Thomas Gottschalk signierte sein Heimatortsschild von „Kulmbach“, das nicht weit von Hof entfernt liegt. Doch jetzt merkte Beer, dass die gelben Ortsschilder, die die Stars mitbrachten, in der Flut der anderen “normalen” Ortstafeln, untergingen. Wie konnte er diese in besonderer Weise herausstellen, dass die Besucher wissen, dass dieses und jenes Schild von einem Star stammt? So kam er auf die Idee, für Stars eigene Star-Schilder entwerfen zu lassen, mit ihrem Konterfei, Namen und entsprechendem Platz für ihre Unterschrift. Der „Signs of Fame“, die „Schilder der Berühmtheiten“ war geboren  – und Gunter Emmerlich darin der 1. Star.

Hands of Fame

Star folge auf Star. Dann hatte Beer die Idee, den Friedensaspekt optisch noch mehr herausstellen zu wollen. Als großer Fan von Los Angeles und Hollywood wollte er die Stars, wie vor dem Mann`s Chinese Theater, jetzt TCL Chinese Theatre in Hollywood, mit ihren Händen in Ton verewigen. Und schleppte zu den Startreffs Zement und Sand mit. Begann kurz vor dem Treffen anzumischen. Eine Riesenkleckerei. Doch auch hier machten die Stars schon mit. Der Erste war Peter Kraus, der seine Hände in den grauen Matsch drückte. Dann Helmut Lotti, James Last, Howard Carpendale und Maximilian Schell. Auch Carolin Reiber und sogar Peter Maffay (letztere erhielten Jahre später Neue). Doch auf die Dauer konnte man dies den Stars nicht zumuten. Und Klaus sich selbst auch nicht und erst recht nicht seiner Crew. Denn zu den Kameras auch noch immer Zement, Sand und Bottich zum Anrühren mitschleppen. Ein Unding. Bei Maffay haben sogar Schweißtropfen von Klaus neben Peters Hände in den Beton Krater hinterlassen. Sieht man noch heute. Und nach dem Trocknen waren die Betonbrocken so schwer, dass man sie kaum bewegen konnte. Wie später ausstellen?

So fragte Klaus bei Profis nach. Frau Rosa Maria Wolfraum vom Hofer Töpferladen entwickelte einen Spezialton, in den die Stars auch kuz vor dem Auftritt, im Bühnenoutfit, Smoking oder Abendkleid ihre Hände reindrücken konnten, ohne schmutzig zu werden. So entstanden zu der Signierung des Star-Schildes die Handabdrücke in Ton. Wie in Hollywood. Nur mit dem Unterschied, dass dies nicht nur eine Ehrung für ihre Erfolge ist, sondern die Stars damit symbolisch die Hand heben gegen Rassismus und für eine friedvollere Welt.

Stars of Fame

Doch dem Ganzen nicht genug. Als Klaus Beer merkte, dass viele Prominente neben ihren Erfolgen im Genre Musik, Film, TV, Bühne und Sport sich auch in ganz besonderer Weise für hilfsbedürftige Menschen auf der Welt engagieren kam er auf die Idee, diesen als Zeichen des Dankes die größte Ehrung zuteil werden zu lassen, die das Projekt „Fernweh-Park“ zu vergeben hat: Die Verleihung eines Star-Sterns. Dass so einen Stern nicht jeder erhalten kann war klar. Denn ein Stern aus massiven, verschiedenfarbigen Granit mit Gravur und später mit eingelassenen Messingbuchstaben des Namens ist in der Herstellung sehr teuer. Also mussten Sponsoren her.

Und so erhielt Sarah Connor am 22. Oktober 2005 den 1. Star-Stern für Ihr Engagement für ein Kinderhospiz. Es folgten James Last, Heino, Pierre Brice, Karlheinz Böhm für sein Hilfsprojekt „Menschen für Menschen“ in Äthiopien, Hans-Dietrich Genscher für seinen persönlichen Einsatz zur Ausreise der Prager Flüchtlinge 1989, Henry Maske für sein Jugendprojekt „Planet for Kids“ und Peter Maffay für seine Kinderhilfsprojekt „Tabaluga“. Bislang letzter Star-Stern Würdenträger war Reiner Meutsch, der mit seiner Fly & Help-Stifung über 570 Schulen in Schwarzafrika, Asien und Lateinamerika erbaute und so über 100.000 Kindern eine Schulausbildung ermöglichte. Aktuell sind weitere zwei Star-Stern Kandidaten im Visier.

Während Aufnahmen in die „Signs of Fame“ nicht nur im Fernweh-Park, sondern auch im Rahmen von Veranstaltungen, am Set bei Filmdreharbeiten oder bei Filmpremieren stattfinden, müssen bei einer Star-Stern-Verleihung die Geehrten direkt in den Fernweh-Park kommen. Dort wird dann auf dem Roten Teppich das rote Samttuch über den Stern gelüftet. Im Beisein von Presse und Fernsehen, was immer ein großes Medienspektakel beinhaltet.

Der 500. Star im Signs of Fame

Wer das ist, weiß Klaus Beer im Moment selbst noch nicht. Doch nach seiner Aufstellung wird sich das Anfang des neuen Jahres 2023 entscheiden. Da gibt es bereits Fixtermine. Einer ist gleich Anfang Januar, der ist es aber noch nicht. Der andere findet Anfang März statt, der dann aber auch nicht mehr. Es wird in der Zeit dazwischen sein. Denn es gibt auch spontane Zusagen von Stars. Wer also als nächster in dem Zeitraum sein GO gibt, dem wird die Ehre zuteil, der 500. Star im „Signs of Fame“ zu sein. Lassen wir uns überraschen, einschließlich Klaus Beer: „Ich bin wirklich schon aufgeregt…“  

Der 500. STARS im “Signs of Fame” ist: …. Hier wird in Kürze der Namen des Stars stehen…

Anekdoten

So ein Ereignis darf jedoch nicht über die Bühne gehen, ohne Initiator Klaus Beer ein paar ganz persönliche Fragen zu stellen:

Was war für Sie das größte Erlebnis im Fernweh-Park in den vergangenen 23 Jahren? 

Beer: Da muss ich nicht lange überlegen: Das war eindeutig Pierre Brice. Und wird es immer bleiben. Denn dass mein Jugendidol, den ich bis heute verehre, persönlich zu mir in den Fernweh-Park kommt, hätte ich mir nie träumen lassen. Da bekam ich weiche Knie. Einmal in das Gesicht von Pierre Brice schauen, schaut man in das Antlitz von Winnetou.

Sie haben jetzt 500 Stars kennengelernt, persönlich, hautnah. Wer sind ihre Lieblingsstars? Die nettesten, die so „olala…“

Nett oder weniger nett, kann oder besser, möchte ich nicht sagen. Sie alle waren nett, sonst hätte ich gar keine Anfrage an Ihre Managements gestellt. Dass es nach einem Treffen einmal gekippt wäre, ich mich getäuscht habe, kam nie vor. Ausser bei dem Wendler, von dessen Corona-Hirngespinsten ich mich strikt distanziere. Doch zum Zeitpunkt seiner Aufnahme war er nicht so drauf. In dem Zusammenhang: Ich wollte auch immer Xavier Naidoo haben. Doch jetzt bin ich froh, dass es bislang nicht geklappt hat.

Wer jedoch nach wie vor an 1. Stelle kommt und bleiben wird ist wie gesagt Pierre Brice. Und wenn es um die Nettesten, ja Menschlichsten geht: das ist Bülent Ceylan. Der ist ein ganz besonderer Mensch. Vom ersten Augenblick des Kennenlernes habe ich das gespürt. Bülent hat sogar bei seinem 2. Besuch im Fernweh-Park Oberkotzau spontan die Schirmherrschaft übernommen. Dann folgt sofort Paola, für die auch Bülent in Jugendjahren schwärmte und bis heute ein großer Fan von ihr ist, natürlich auch ihr leider verstorbender Mann Kurt Felix und dann ein weiterer Comedian an der Spitze der Supernetten: Kaya Yanar.

Zu dem Reigen der Supernetten möchte ich aber noch anfügen, die, die am Herzlichsten waren, sind… Hier muss ich DJ Bobo anführen. Dieser Superstar hat soviel erreicht und steht mit einem am Kaffeeautomaten und plauscht, völlig ohne Starallüren, über Gott und die Welt. Dann auf jeden Fall, gehört ganz oben mit hin, Michael Bully Herbig,(er ist auch privat so drauf wie er im Fernsehen rüberkommt, da ist nichts gespielt), Adele Neuhauser, Maxi Schafroth, Beatrice Egli, Matze Knop, Annette Frier, Lisa Feller das “S`Stanzerl” Constanze Lindner, die eigentlich ganz oben in die Reihe der  Supernetten rein müsste oder Sascha Grammel und die Jungs von VoXXClub, noch viele viele andere mehr. Müsste nur lange genug Zeit haben, alle Begegnungen Revue passieren zu lassen…

Und schon wieder poppen Namen auf: die “Ehrlich Brothers” , sowas von Klasse und nett und SANTIANO, meine absolute Lieblingsband, die sogar persönlich den Fernweh-Park besuchte, ebenso “BossHoss”. Super Shows und privat einfach nur Daumen hoch für die beiden Jungs. Nicht zu vergessen Albert Hammond und Wotan Wilke Möhrung. Ein Kumpeltyp. Wie auch Guido Cantz.

Zu den absolut menschlichsten der ganz großen Filmstars gehört auch Mario Adorf. Als die Handprint-Aktion im Hotel Adlon in Berlin längst vorbei war erzählte er uns von den Dreharbeiten zu Italo-Western in den Filmstudios Cinecitta in Rom und plauderte aus dem Nähkästchen im Filmgeschäft, das aber nur für uns bestimmt war. Hinter den Kulissen des Filmgeschäfts: Mafiose Methoden gibt es nicht nur auf der Leinwand.

Eigentlich müsste ich jetzt aufhören, Namen zu nennen. Denn ich möchte micht unfair sein. Bei 500 Stars die Nettesten zu erwähnen, da wäre die Liste ellenlang. Wen anführen? Wen nicht. Ich kann unmöglich alle nennen. Doch wen herauspicken? Sicher habe ich vielen Namen vergessen, die mir attock nicht eingefallen sind obwohl sie es sicher wert gewesen wären, hier angeführt zu werden. Eigentlich dürfte ich diese Frage gar nicht beantworten. So bitte ich die Stars, die hier nicht erwähnt wurden, mir nicht gram zu sein.

Besonderheiten

Wie ich sagte, je länger ich im Hirnkastl krame und die Stars der letzten 23 Jahre bis zum 500. Revue passieren lasse, desto mehr tolle Künstler und Menschen fallen mir ein. Reduzieren wir das Thema lieber auf “Besonderheiten”: Da fällt mir spontan der Comedian Alfons ein. Dieser überraschte mich sehr. Jeder erwartet von ihm, mit seinem Zottelmikrofon und zerknitterten Manuskript, Klamauk pur. Doch bevor es losgeht, gibt er auf der Bühne minutenlang ein Statement gegen Rassismus. Da klappt so manchem im Zuschauerraum die Kinnlade runter. Das hat keiner erwartet. Ich bin von ihm schwer beeindruckt.

Eine tolle Erfahrung, unserem Fehler geschuldet, war auch das Treffen mit SOKO Wien Major Carl Ribarski-Darsteller Stefan Jürgens. Unsere “Signs of Fame”- Videofrau filmte wie immer die Handprint-Aktion. Und als ich danach die Szenen kontrollierte, brach gleich am Anfang das Bild ab. Mir stand in sekundenbruchteilen der Schweiß auf der Stirn. Sie war versehentlich an den Ein/Ausschaltknopf gekommen. Und da sie ja die Szenen im Monitor sah, dachte sie, daß die Kamera läuft. Doch sie achtete im Eifer des Gefechts nicht darauf, ob die RED-Diode leuchtete… Der Star war natürlich weg, da gleich sein Auftritt begann. Ganz geknickt rannte sie schnell noch mal in seine Garderobe, schilderte ihm die Situation und der Schauspieler sagte: “Jetzt kann ich es zwar nicht mehr machen, ich muss jetzt auf die Bühne, aber danach komme ich nochmal. Dann holen wir es für die Kamera nach…” Klasse!

Auch wenn man mit Johannes B. Kerner spricht, hält dieser Augenkontakt. Da können um ihn herum die größten Superstars stehen, Du bist im Moment des Gesprächs für ihn der Wichtigste. Er lässt sich von nichts ablenken. Und ganz tolle Kerle sind auch Vitali und Wladimir Klitschko, denen jetzt natürlich auf Grund des barbarischen Überfalls Putin in der Ukraine nochmal mehr meine ganze Sympathie gehört.

Sehr überrascht war ich von Dieter Hallervorden, der uns in sein Schlosspark-Theater in Berlin einludt. Der rettete eine Ameise, die auf der Tonschale herumkroch. Er holte sie auf seinen Finger, öffnete das Fenster und entließ sie in die Freiheit. Diese Geste werde ich ihm nie vergessen und verneige mich vor diesem großartigen Menschen. All diese Erlebnisse sind jedoch nur die Spitze eines Eisbergs. Und deshalb muss ich hier wirklich aufhören, denn es müssten noch viele andere Supernette angeführt werden.

Wenn man auf die Videos in unseren Bilderstories geht, kann man bei einer Aufnahme in die “Signs of Fame” hautnah mit dabei sein und den Star auf Du und Du erleben – und auch so manche Herzlichkeit und Menschlichkeit spüren, die von der prominenten Persönlichkeit rüberkommt oder eben das Gegenteil. Aber das ist wie schon gesagt eher selten.

Worüber haben Sie sich geärgert?  

Beer: Wenn mich jemand verarscht. Ich hatte mal die Zusage von Paul Anka. Den sollte ich im Rahmen einer Fernsehveranstaltung treffen. Seine Ansprechpartnerin sagte, als wir um 13.00 Uhr uns dort vorstellten. „Wir kommen gleich“. Doch es wurde 15.00 Uhr, 17.00 Uhr. Nichts. Dann lief Paul Anka mit ihr an uns vorbei. „Gleich“. Um 19.00 Uhr rief ich sie an. Sie sagte: „Können Sie auch ins Hotel kommen? „Na klar, egal wohin auch immer, Hauptsache wir können es machen“ entgegnete ich. „Ich melde mich“, ihre Antwort. Doch es geschah wieder nichts. Dann war die Sendung. Als ich sie danach ansprach sagte sie: „Wir können das heute nicht machen. Herr Anka ist jetzt müde…“

An diesem Tag hatte ich auch das OK des Managements von Sir Christopher Lee. Als sich abzeichnete, dass ich mich auf meine Ansprechpartnerin nicht verlassen konnte klopfte ich einfach selbsständig an seiner Garderobe. Er bat mich freundlich hinein und wir führten die Schildsignierung und die Handprints problemlos durch. Hätte ich mich auf die mir zugewiesene Ansprechpartnerin verlassen, wäre ich auch bei „Mr. Dracula“ verlassen gewesen.

Auch fällt mir ganz spontan noch einer der wohl mit Ersten und bis heute noch immer größten Comedians ein. Hier möchte ich dessen Namen jedoch nicht nennen, denn der Star selbst ist ein supernetter Mensch –  im Gegensatz zu seinem damaligen Tourbegleiter. Ich hatte vom Management einen offiziellen Termin, meine Frau und ich, damals noch berufstätig, nahmen extra einen halben Tag Urlaub und fuhren in die Stadthalle Chemnitz. Als der Comedian kam, wußte er sofort Bescheid wer wir waren und gab uns freundlich die Hand. Da fuhr sein Tourbegleiter dazwischen und zischte: “Das können wir heute nicht machen, versuchen Sie es am Ende der Tournee nochmal.” Als wir erklärten, dass wir einen offiziellen Termin seines Managements hätten meinte er, dass ihn das nicht interessiere und gab dem Comedian einen Schubs, dass dieser fast in den Flur fiel: “Wir müssen zum Soundcheck”.

Wir hätten ja wie immer brav gewartet, bis nach dem Soundcheck. Wir erschraken dermaßen und können bis heute nicht begreifen, dass sich so ein Star solch eine Behandlung von seinem Tourbegleiter bieten ließ. Später trafen wir den Comedian nochmal bei den Dreharbeiten zu einem Kinofilm in den MMC Studios Köln-Ossendorf, denn er wollte gerne für den Fernweh-Park ein Zeichen setzen, das uns der damalige Betreuer verwehrte. Diesmal war ein anderer Begleiter bei ihm. Supernett. Da ging alles problemlos. Und als der Comedian wieder mal in der Freiheitshalle Hof auftrat und dieser nach der Show nochmal on Stage kam um Autogramme zu geben ging ich vor dem Betreten der Bühne auf ihn zu, um ihn kurz zu begrüßen. Der Comedian erkannte mich sofort, streckte mir strahlend die Hand entgegen, doch sein Betreuer fuhr wie eine Furie dazwischen und schrie sofort nach der Securtiy: “Entfernen Sie diesen Mann”, also mich, “aus der Halle…” Es war der gleiche Ekeltyp von damals. Der Grund, warum meine Frau nach diesem Schockerlebnis von Chemnitz jahrelang nichts mehr mit dem Showbiz zu tun haben wollte und will. Nur in ganz ganz seltenen Fällen, wenn sie glaubt, dass der Star OK ist und wirklich beim Filmen Not am Mann ist, geht sie mit und bedient die große Videokamera.

So gibt es bei so vielen Stars Stories über Stories, denn meistens geht nie etwas glatt. Gott sei Dank nicht so krass wie bei diesen beiden Geschichten, aber meistens funktioniert nie alles  nach Plan. Man muss oft improvisieren. Wie gesagt, ich könnte ganze Bände mit solchen Erlebnissen füllen. Muss aber dazu sagen: Bis eben auf solche ganz wenigen Ausnahmen ist es ein sehr gutes Zusammenarbeiten mit den Managements.  

Und worüber gefreut? 

Beer: Gehört eigentlich an 1. Stelle neben “Winnetou”: riesig gefreut habe ich mich, als ich das 1. mal Freddy Quinn traf. Denn dieser entfachte mit seinen Seemannsliedern in Jugendjahren in mir jenes Fernweh, das mich mit der Filmkamera um die Welt trieb und dadurch auch der Fernweh-Park entstand. Er ist eigentlich der “Vater des Fernweh-Parks”. Seine Lieder wie “Unter fremden Sternen”, “Die Gitarre und das Meer”, “Heimatlos”, “Weit ist der Weg”, “Irgendwann gibt´s ein Wiedersehn”, “Schön war die Zeit” oder “Seemann, Deine Heimat ist das Meer”, auch von Lolita, habe ich rauf und runter gehört. Allein die Zeile “… fährt ein weißes Schiff nach Hongkong” oder “Brennend heißer Wüstensand…” oder “… Deine Freunde sind die Sterne, über Rio und Shanghai, über Bali und Hawaii” entfacht noch heute bei mir Gänsehaut.

Lolita habe ich leider nie getroffen. Vielleicht bin ich deshalb heute von SANTIANO so begeistert. Aber nochmal zu Freddy. Man musste ja immer “Herr Quinn” sagen, niemals nur “Freddy” und auch jedes Wort genau überlegen, das man an ihn richtete. Herr Quinn war und ist mein großes Idol, er ist aber nicht einfach und sehr speziell.

“Worüber gefreut? “ Das sind natürlich die persönlichen Besuche der Stars im Fernweh-Park. Die planen dann immer entsprechend Zeit ein und nach der offiziellen Aufnahme in die „Signs of Fame“ gibt es dann immer einen Bummel durch die Schilderreihen. Das ist mit viel Freude und Spaß und dem ganz persönlichen Erleben des Stars verbunden, sieht man in unseren Videos.

Und: als absoluter Fan des großen Kinos von HOLLYWOOD war es mir eine ganz große Ehre, den großartigen Schauspieler Denzel Washington in New York in die “Signs of Fame” aufnehmen zu dürfen. Ganz spontan. Fast um Mitternacht, unweit des Times Quare. Die irre Story wie es dazu kam, kann man natürlich in seiner eigenen Stimmungsstory nachlesen, wo ich ja jedes Star-Treffen so hautnah wie nur möglich schildere. Nur soviel: Da ich ja nicht wusste, ihn überhaupt zu treffen, hatte ich natürlich kein Schild dabei. So raste ich in den nächsten Souvenirshop, kaufte ein NYC-Lisence Plate, ließ ihn darauf unterschreiben und fertigte nachträglich ein Star-Schild mit einem Foto von ihm an. Die Aufregung und Nervenanspannung um überhaupt bis zu ihm vorzudringen, kann man in seiner Bilderstory erfahren. Denn ich war ja damals nicht in seiner Vorstellung und hatte keinen Theaterkatalog, auf nur den er unterschrieb. Und diesen musste man der Security vorzeigen, um überhaupt in seine Nähe zu gelangen… Deshalb bin ich sehr stolz auf dieses ganz spontane Treffen. Gerade als Farbiger, der sich in den USA sehr gegen den Rassimsus einsetzt, passt er wohl wie kein anderer in unser Projekt. Fazit wiedermal: Stars und Aufregung – beides ist untrennbar miteinander verbunden.

Etwas ganz Besonderes ist auch immer der Promiauflauf am Roten Teppich. Das Geschrei der Fotografen mit der Bitte, doch den Blick in diese und jene Kamera zu richten, ist oft ohrenbetäubend. Wir waren da beim Europäischen Presseball im Hotel Ritz Carlton in Berlin oder bei der Filmpremiere von Roland Emmerichs Endzeitfilm „The day after tomorrow“, wo der Hollywoodregisseur auf dem red carpet seine Hände hollywoodlike in Ton drückte. Wolfram Kons von RTL hielt mir da mit seinem TV-Team während der Erklärungen, wie das Ganze zu zelebrieren ist, das Mikrofon unter die Nase und alle Pressefotografen riefen plötzlich auch meinen Namen: „Herr Emmerich, bitte zu mir schauen, Herr Beer zu mir….“ Also Emmerich die Aktion erklären, die Fragen des Fernsehteams beantworten und dazu noch Blickrichtung mit den schreienden Pressefotogragen halten – das war schon Wahnsinn.

Auch gefreut habe ich mich über die Begegnung mit „Frau Stockl“, der Sekretärin von den „Rosenheim Cops“. Ich stellte damals die Tonschale auf ihren Schreibtisch, der Dreh- und Angelpunkt dieser Kult-TV-Serie ist und gab nach den Aufnahmen Marisa Burger schnell mal mein Handy. Am anderen Ende war meine Frau Erika, die kurz mit ihr sprechen konnte. Sie macht sich nichts aus Stars, sieht aber Marisa Burger gern, wegen ihrer Schauspielkunst, ihrer Mimik. Erika wusste von nichts. Das machte ich auch mal mit der Nonne „Felicitas“ am Set der Dreharbeiten von „Um Himmels Willen“, wo ich zweimal dabei sein durfte. Im Kloster Kaltenthal. Erika fiel da jedes Mal aus allen Wolken, als am anderen Ende die bekannte Schauspielerin war.

Und dass auch die Rockband URIAH HEEP zu mir in den Fernweh-Park kam (Mein LIeblingshit “Lady in Black”), ist für mich unvergessen. Stolz bin ich auch, dass Frau Dr. Auma Obama ihre Hände in Ton gedrückt hat. Eine tolle Frau mit einem tollen Projekt, „Sauti Kuu – Starke Stimmen“, das in Kenia Jugendlichen in ihren Heimatorten Möglichkeiten gibt, einen Beruf zu ergreifen und nicht in die Städte abwandern müssen, wo sie meist nur mit Alkohol und Kriminalität vom Regen in die Traufe kommen.

Ganz toll war auch die Begegnung mit Arnold Schwarzenegger bei der Einweihung seines Arnold Schwarzenegger Museums in seinem Geburtshaus in Thal bei Graz. Da er damals seine Finger nur kurz auf den Ton legte fragte ich ihn, ob ich mal mithelfen soll. Als er das bejahte, drückte ich zwei, drei Finger des „Terminators“ in die graue Masse. Und vor dem Museum warteten ca. 2000 Fans fünf Stunden lang bei strömenden Regen, um einen Blick auf ihn zu erhaschen. Er ging dann in den 1. Stock des Hauses und winkte ihnen wie der Papst in Rom aus dem Fenster für wenige Sekunden zu. Und ich konnte einige seiner Finger in Ton drücken. Was da wohl Fans aus der ganzen Welt dafür gegeben hätten?

Gefreut habe ich mich auch über die Einladung von Ruth Landers, der Mutter von “Dallas”- Star Audrey Landers, die in Jugendjahren sogar Marilyn Monroe gedoublelt hat. Ich habe die beiden in einem Frankfurter Hotel getroffen und Ruth ludt uns spontan in ihr Haus in Florida ein. Als wir mal von Washington D.C. nach Key West fuhren, besuchten wir sie.

Eine Supervilla wie in Bel Air, Hollywood, wo man nur mit Anmeldung in das Anwesen der Superreichen und Schönen gelangt. Bereits die Einfahrt zu dem riesigen Geländekomplex, in dem private Golfplätze zu den Häusern wie Swimmingpools gehören, ziert ein großer Springbrunnen. Die “Securityman” am Eingang ruft Mrs. Landers an und erkundigt sich, ob die Besucher willkommen sind. Erst nach deren Bestätigung erhielten wir „grünes Licht“ für die Weiterfahrt zu dem Privathaus der Landers. Ruth bot uns sogar an, in ihrem Gästezimmer zu übernachten, was wir aber nicht angenommen haben. Irre Geschichte, nachzulesen wie alles in der Audrey Landers-Story auf der Fernweh-Park Homepage.

Was war für Sie am aufregensten?

Setzen wir noch eins drauf: Am nervenzerfetzesten möchte ich sagen. Das war bei Kevin Costner. Wir waren Nachmittag in München bei seinem Konzert mit „Modern West“. Wir konnten vorher den Raum des Treffens festlegen, Schild, Tonform und Kameras dort deponieren und sollten um 18.00 Uhr wiederkommen. Als wir dann in das Zimmer wollten war unser Ansprechpartner telefonisch nicht mehr zu erreichen und die Securities ließen uns nicht mehr in das Gebäude rein. Kameras drin, wir draußen. Es war der blanke Horror. Nervenzerfetzend. Ich war am Ende.

Dann lief Costner an uns vorbei. 18.00 Uhr. Der Zeitpunkt, wo wir ihn treffen sollten. Hinter ihm kam, ich traute meinen Augen kaum, Nana Mouskouri. Als Konzertbesucherin, wahrscheinlich vorher Privataudienz mit ihm. Wie wir – hätten haben sollen… Doch die Security beharrte auf unseren Ansprechpartner, der nirgends mehr zu finden war. Ich wählte gefühlt 1000mal seine Handynummer. Nichts. Um 19.30 Uhr entdeckte ich ihn plötzlich in Bruchteil einer Sekunde bei der kurz geöffneten Tür, stürmte auf diese zu, rief lauthals seinen Namen. Er sagte: “Na, hat es mit Costner geklappt?”

Gott sei Dank machte es der Hollywoodstar dann noch nach dem Konzert. Hätte aber auch sein können, dass er, durchgeschwitzt, von stage gleich ins Hotel verschwindet. Und wir wären mit drei Mann umsonst von Hof nach München gefahren. Fahrtkosten, Schild- und Tonkosten. Alles umsonst. Von dem Konzert selbst hatte ich so gut wie nichts mitbekommen. Mir war auch egal, dass Nana Mouskouri keine drei Meter von mir stand und begeistert mitklatschte. Nur Nervenflatten und Angstschweiß, ob`s nachher wirklich klappt.

Und das lustigste Erlebnis?

Beer: Damals sicher nicht, im nachhinein aber schon: Als ich im Hotel Ritz Carlton in Berlin die Sängerin Angelika Milster bat, mit mir in die Tiefgarage des Hotels zu gehen, um dort das Fernwehpark Star-Mobil zu signieren. Das tat sie gerne – doch wir fanden das Auto nicht mehr. Es war einfach weg. Wir irrten fast 30 Minuten durch das Parkhaus. Es war nicht da. Letztendlich klärte es sich auf. Wir hatten es in der Parkgarage des angrenzenden Hotels abgestellt – und beide Parkzonen gingen ineinander über. Als dann später noch Barbara Schöneberger die Kühlerhaube signierte waren wir froh, das Auto zuerst mit Angelika Milster gesucht zu haben. Denn Frau Schöneberger trug nur ein sehr ausgeschnittenes Abendkleid. In dem eiskalten Parkhaus hätten wir mit ihr keine halbe Stunde suchen können…

Und Tierfilmer Andreas Kieling zupfte während der Aktion zweimal an meinen Haaren rum und fragte. “Sind die echt?” – mit Videobeweis. Meine Frau Erika kann ihn nicht wirklich gut ab und amüsiert sich immer köstlich, wenn er mit dem Dreibeinstativ mit aufgeschraubter Kamera über den Schultern laufend durch`s Bild marschiert: “Wer hat das denn da wohl von wem abgeschaut?” – und meint damit mich in meinem aktuellen Film über die Traumlandschaften Nordamerikas “Shooting Wild West“.

Noch eins: Als Christine Neubauer die Anfrage zu ihrer Aufnahme in die “Signs of Fame” erhielt sagte sie sofort zu. Sie trat im Rosenthal Theater in Selb auf, logierte aber, warum auch immer, in einer Pension in Konnersreuth. Jemand von uns musste sie von dort holen, in den Fernweh-Park fahren und wieder zurück bringen. Da ich mit den Vorbereitungen im Fernweh-Park selbst beschäftigt war und absolut nicht gern Auto fahre, tat das Erika. Auf der Fahrt in den Fernweh-Park unterhielt man sich laufend über das Projekt. Frau Neubauer wollte dies und das und alles über die Stars wissen und Erika sagte, dass sie normalerweise nur ganz ganz selten bei Startreffs dabei ist. Denn das ist nicht ihre Welt – und erzählte die Geschichte eines Comedians, dessen Tourbegleiter ein überheblicher Pinsel, ja man kann milde ausgedrückt sagen, ein echter Kotzbrocken war. Seitdem ist Erika nicht mehr dabei. Oder nur bei den Stars von denen sie annimmt, dass ihre Erfahrungen von damals nicht bestätigt werden. Nicht vom Star selbst, denn der Comedian war voll Ok, sondern vom Umfeld.

Nach der Aktion im Fenweh-Park sagte Christine Neubauer, dass sie gerne noch was essen würde. Doch das ist tagsüber in Oberkotzau nicht so einfach. Die Lokale öffnen erst am Abend. Und so saß sie dann mit ihrem chilenischen Ehemann und Hund mit uns im nahen “Fernweh-Haisla” und aß eine Currywurst mit Pommes. Die große Christine Neubauer (man sollte sich das Video ihres Hauses auf Mallorca auf YouTube ansehen…), völlig ohne Starallüren. Ganz normal. Nach der Ankunft wieder in Konnersreuth frage sie Erika: “Wir haben uns auf der Hinfahrt über Stars unterhalten. War ich eine Zicke?”

Auch G.G. Anderson wollte nach dem Bummel durch die Schilderreihen noch einen Kaffee und ein Stück Kuchen. Doch auch bei ihm war alles geschlossen.  So hielten wir an einem Supermarkt, der eine Bäckerei mit Einkehr hatte. Davor saßen an Tischen fünf Frauen und tranken Kaffee. Denen fiel fast der Kuchen von der Gabel, als über den Supermarktparkplatz der Schlagersänger an ihnen vorbei lief… Und zu Peter Maffay stieg ist auf dem Edeka-Parkplatz in Oberkotzau in seinen roten VW-Bus um.

Krönender Abschluß der lustigen, aber auch aufregenden und letztendlich ärgerlichen Starbegegnungen war das Treffen mit dem großen Illusonisten David Copperfield, den wir vor seiner Vorstellung in Bamberg trafen.

Manchmal kommt es vor, dass der Lackstift tropft, wenn man zu kräftig aufdrückt. Das passierte z.B. auch Mario Barth. Der große schwarze Klecks auf seinem Starschild ist Unikat. Auch David Copperfield hatte zuviel Kraft, drückte zu sehr auf, die Spitze des Stifts schob sich zurück – und schon war es passiert. Das Schlimme: die weiße Farbe tropfte nicht nur auf den Boden, sondern traf auch seine glänzenden schwarzen Lackschuhe, die er bereits für seinen  Auftritt anhatte.

Der Schreck war groß. Der Fernweh-Park hatte die Schuhe des welberühmten „Zauberers“ befleckt. Kaum passiert, fiel neben Copperfield eine junge Dame zu Boden. „Du liebe Zeit, was haben wir da blos angerichtet“, schoss es mir durch den Kopf. Doch das junge Mädchen ist nicht etwa vor Schreck ohnmächtig geworden, sondern ging blitzschnell in die Hocke und wischte mit einem Taschentuch die Farbspritzer von seinen Schuhen. Alles wieder gut. David Copperfield nahm diesen „Unfall“ gelassen hin.

Doch der Anblick des knieenden Mädchens, desen Kopf sich in der Höhe seiner Lenden bewegte, entfachte “Kopfkino Lewin…”. Unser Fotograf wollte schon abdrücken, doch ich hielt ihn zurück. Für das Bild hätten wir in der Boulevardpresse sicher Tausende kassieren können… Ein Bild für Götter. Na ja, Honorar null. Lustig war`s jedenfalls. Doch unsere Euphorie verflog ganz schnell als es plötzlich hieß: “Sie können das signierte Star-Schild veröffentlichen, aber kein Bild, wo Herr Copperfield mit zu sehen ist.” Kein Bild der Signierung. Kein Bild vom Eindrücken seiner Hände. Die Prints schon, aber nicht seine Hände dazu.

Ich war wie vom Donner gerührt. Unsere gute Laune schoß in den Keller. Gerade das persönliche Treffen mit dem Star muss doch in Bildern dokumentiert werden, man muss doch sehen, wie er sein Schild signiert und seine Hände in Ton drückt. Sonst hätte das ja jeder getan haben können. Bilder sind doch DIE Beweise. Ich war jedenfalls auf hundertachtzig und danach sehr enttäuscht. Das Sonderbare, für uns völlig Unverständliche: Wir durfen fotografieren, machten viele Bilder aus verschiedenen Perspektiven – niemand hinderte uns daran. Hätte man uns im Vorfeld gesagt, dass wir zwar Bilder machen, diese aber letztendlich nicht veröffentlichen dürfen, wären wir gar nicht erst nach Bamberg gefahren. Denn ich brauche, um eine Bilderstory bauen zu können, Fotos dazu. Der große “Magier” sollte wahrscheinlich geheimnisvoll, magisch bleiben, Unnahbar. Ungreifbar… Es gibt also nichts, dass es nicht gibt, bei der Begegnung von 500. Stars.

Und gibt es was romantisches?

Beer: Ja, ich war als Jugendlicher immer in zwei Schlagersängerinnen verknallt. Mal war´s die Wencke, die immer so ein schelmisches Gesichtchen machte, dann war`s die Gitte, die beim Singen immer so schön mit den Wimpern klimperte… Mal die Gitte, dann wieder die Wencke. Das switchte immer so hin und her. Beide habe ich jeweils drei Mal getroffen. Einmal bei ihrer Aufnahme in die “Signs of Fame” und dann immer mal nach Fernsehveranstaltungen auf Aftershowparties.

Als die Wencke dann  sogar mal zu mir ins Auto stieg und ich sie zum Fernweh-Park kutschierte, damals noch in Hof – man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Meine Traumfrau und ich allein im Auto (leider war die Fahrt von der Freiheitshalle zum Fernweh-Park viel zu kurz) – sie mit super kurzem Minirock neben mir auf dem Beifahrersitz, bin ich fast einem vor mir fahrenden Auto draufgebrummt. Nun ja, ich guckte nicht rechtzeitig wieder nach vorn… Und Gitte gestand ich sogar mal mein Verliebtsein. Sie sah mich nur an und sagte. “Ich weiß…” Wieso? Hä? Ich weiß es bis heute nicht, wieso das ihre Antwort war.

Und natürlich in Agnetha von ABBA. Aber die habe ich leider nie getroffen. Denn die Band löste sich ja schon auf, bevor es den Fernweh-Park gab. 1982.

Bei 500 Stars: Woran denken Sie neben dieser Schwärmerei heute noch gern?

Beer: Als ich mit dem Boxer Arthur Abraham durch Nürnberg zu einem Boxtall fuhr. Arthur am Steuer, ich mit seinem Manager mit an Bord. Am Abend hatte er dann den Kampf. Als Boxfan für mich ein großes Erlebnis, so ganz privat mit Abraham durch Nürnberg zu gondeln – und in Hamburg Vitali und Wladimir Klitschko zu treffen. Und dann nochmal ein Hammer: Dirk Nowitzki in seinem Trainingslager bei Würzburg die Hand schütteln zu dürfen. Wenn man ihm in die Augen schaut, bekommt man fast Genickstarre. Man schaut 2,13 Meter in die Höhe. So einen großen Menschen habe ich noch nie gesehen.

Was war für Sie die bislang größte Überraschung?

Beer: Eigenlich Leute, die bei der Bevölkerung gar nicht mal so bekannt sind. Leider. Denn die sollte man unbedingt kennen. Das ist z.B. einmal wie schon erwähnt der 9. Star-Stern Würdenträger Reiner Meutsch, der mit seinem eigenen Helikopter am Fernweh-Park landete und die Powerfrau und “Freaky-Lady” Esther Filly Rydstile. Esther hat damals im Fernweh-Park nicht nur die Bühne gerockt – jeder der da mit dabei war, war begeistert – sondern ist auch ein herzensguter, wunderbarer Mensch. Und die Reiseschriftstellerin Carmen Rohrbach. Sie verspürte wie ich in Jugendjahren dermaßen intensiv das Fernweh, den Drang frei zu sein und sich alles in der Welt anzusehen, doch sie war in der DDR eingesperrt. Sie unternahm einen Fluchtversuch, schwamm durch die Ostsee, wurde inhaftiert, dann freigekauft und ihr gelang als Biologin dann doch noch, beruflich auf Expeditionen in der Welt fremde Länder zu erleben. Sie ist in Insiderkreisen sicher bekannt, aber nicht so in der Masse. Carmen und ich sind jedoch in Sachen Fernweh seelenverwandt.

Und als Peter Maffay kam. Wir erwarteten eine schwarze Limousine mit schwarzen Scheiben, hinter denen der Star verborgen ist. Nein. Peter kam mit seinem roten VW-Bus, wir trafen uns in Oberkotzau auf dem Parkplatz zu einem Supermarkt und er sagte: “Steig hinten ein, musst aber noch über den Kindersitz klettern…” Und nach der Star-Stern Verleihung setzte er sich selbst hinters Steuer und fuhr mit seinem roten Bus aus dem Fernweh-Park…

Nicht zu vergessen die Größe von Hans-Dietrich Genscher. Und ich meine damit nicht seine Statur, sondern seine menschliche Größe. Als die Stadt Hof mitbekam, dass der große Staatsmann zu seiner Star-Stern Verleihung in den Fernweh-Park kam wurde er seitens der Stadt Hof angefragt, ob er nicht auch an einer Dr. Johann Georg August Wirth-Gedenkstunde, die gerade an diesem Tag sattfand, teilnehmen würde, um dort eine Rede zu halten. Da antwortete Genscher: “Ich komme in erster Linie wegen der Verleihung des Sterns nach Hof. Wenn Herr Beer es erlaubt, dann statte ich auch dieser Feier einen kurzen Besuch ab.”

Da ich gut mit der Stadt Hof zusammenarbeiten wollte, gab ich das OK und verschob die offizielle Ehrung mit Presse und Fernsehen um eine halbe Stunde nach hinten. Wie immer, dauerte am Denkmal alles länger als geplant. Genscher hielt seine Rede, aber danach folgte noch dies und das. Doch das wartete der Politiker nicht mehr ab. Fünf Minuten vor der vereinbarten Zeit verließ er das Geschehen und machte sich auf in den Fernweh-Park. Und alle Stadtoberhäupten waren plötzlich nicht mehr an Wirth interessiert, verließen die immer noch laufende Gedenkfeier und trappelten wie kleine Schulbuben Genschman nach… Denn jeder wollte ja mit dem großen Staatsmann im Blickfang der Medien stehen. Einfach nur köstlich.

Was hat Sie in der Ära „Fernweh-Park“ am meisten aufgeregt?

Beer: Ich habe letzthin eine prominente Person aus dem Fernweh-Park entfernt. Jemand, an dem ich jahrelang dran war und der mir sogar sein Ortsschild von Hannover zur Signierung mitgebracht hat. Das war der ehem. Bundeskanzler Gerhard Schröder. Denn wer sich nicht von dem Kriegsverbrecher und Massenmörder Putin distanziert, der ein friedliches Land überfällt, Kinderheime, Entbindungsstationen und die Infrastruktur bombardiert und auch noch mit Atomwaffen droht, wer zu dem hält, der kann nie und nimmer im Fernweh-Park präsentiert werden. Ich würde mich sonst nicht mehr im Spiegel anschauen können. Wenn ich könnte, würde ich diesen Kriegsverbrecher und Völkermörder im Kreml eigenhändig vor das Kriegsgericht in Den Haag schleifen.

Da könnte man meinen, dass das im Gegensatz zu dem Friedensprojekt steht. Ich sage NEIN. Im Gegenteil. Denn meine Reaktion, Abscheu und auch Wut richtet sich gegen alles, was unseren wunderschönen blauen Planeten Erde angreift und gegen das friedliche Zusammenleben der Menschen steht. Da muss ich reagieren. Wegducken wäre gegen meine Natur. Da muss ich einfach reinhauen und meine Meinung kundtun. Sonst wäre ich nicht der Initiator des Projekts, das – und ich wiederhole mich – mehr ist als eben nur buntes Blech auf Holz.

Wen würden Sie nicht mehr aufnehmen?

Beer: Politiker. Diese Reihe im Fernweh-Park setze ich nicht mehr fort. Denn das neue Datenschutzgesetz ist m.E. nicht für die Praxis durchdacht und bringt Fotografen und Vereine an den Rand der Verzweiflung und gar Auflösung. Und da wir jetzt auch unsere Webcam abschalten mussten und die Besucher vom Fernweh-Park ihren Freunden in der Welt nicht mehr zuwinken können, was immer sehr gerne gemacht wurde, bin ich stocksauer. Aus diesem Grund nehme ich keinen Politiker mehr in die „Signs of Fame“ auf. Hätte schon viel Gelegenheit dazu gehabt. Ausser neutrale Bundespräsidenten vielleicht und einen einzigen Politiker noch…  

Wer ist das?

Beer: Barack Obama, trotz Politiker.

Machen wir mal folgendes: Stars im Gedankenfeuerwerk – Herr Beer, wenn Sie auf der Fernwehpark Homepage durch die Rubrik “Signs of Fame” scrollen, bei welchen Stars halten Sie automatisch an, da Ihnen zu diesem und jenem ganz spontan etwas Besonderes einfällt?

Beer: OK. Angelika Milster presste zum Beispiel nur die Fingernägel in den Ton, sah aus wie die Krallen einer Katze, nun ja, sie spielte ja auch “Cats”. Von Maybrit Illner sieht man auch fast nur die Fingerkuppen. Bei Hartmut Schulze-Gerlach “Muck” dagegen hatte ich Angst, dass dieser auf der anderen Seite der Tonform wieder rauskommt, so fest drückte er seine Hände rein. Und das mit der Kraft von nur einer Hand, ohne mit der anderen nachzudrücken. Unglaublich. Doch er war früher ja auch mal Betonbauer.

Howard Carpendale zog plötzlich Schuhe und Strümpfe aus und wollte mit nackten Füßen in den Ton, auch Michael Gwisdek machte das, aber nur, da er mit der einen Hand nicht so konnte. Herrlich diese Aktion in seinem Video. Aber sowas von Kettenraucher habe ich noch nie bei einem Menschen gesehen. Dass er die Zigarette während der Tonaktion überhaupt weglegte, grenzte an ein Wunder. Aber auch der Drummer von CITY, Klaus Selmke, leider 2020 verstorben, ging mit dem Fuß in die graue Masse, spielte er doch auch immer barfuß am Schlagzeug. Die meisten Hände in der Tonschale unterzubringen gelang aber VoXXclub, Alle Fünf platzierten ganz raffiniert ihre Hände darin. Und es gelang mir sogar, einen Hollywood Star zum Singen zu bewegen: Baywatch-und Knight Rider-Star David Hasselhoff stimmte während der Handprint-Aktion “Looking for freedom” an.

Willy Astor schrieb auf sein Schild “Der Hauptsinn eines Erdbeerquarks ist der Besuch des Fernweh-Parks”,  Freddy Quinn, der, wie bereits erwähnt, in mir das Fernweh weckte, schenkte mir ein tolles Emaille-Schild “Freddy-Quinn-Saloon” und auch Peter Kraus sein “Peter-Krauß-Platzl”, dass bei ihm in der Garage hing. Mit Daniel Küblböck und seinen Eltern verband mich eine jahrelange Freundschaft, bis zu seinem tragischen Tod. Er war ganz anders, als er in den Medien dargestellt wurde. Ein supernetter Mensch. Mit Atze Schröder saß ich in einer Bankreihe und erkannte ihn nicht – ohne Locken. Bernd Eichinger versaute ich in seinem Büro “Neue Constantin Film” in München seinen schwarzen Schreibtisch mit einer auslaufenden Tonform. Er nahm`s jedoch gelassen.

Bei Grit Böttcher waren wir ganz privat in ihrem Haus bei München eingeladen, bei Heiner Lauterbach in seiner Villa am Starnberger See, Heißmann & Rassau drückten ihre Hände während der Vorstellung auf der Luisenburg in feuchten Ton, vor Publikum. Mit Joseph Hanneschläger war ich in der Fernsehsendung “Inka!”  Talkgast.

Als ich Cindy & Bert traf, wartete ich mit Cindy vergeblich auf Bert. Der kam nicht. Also machte ich das nur mit Cindy. Jahre später traf ich dann Bert, auch allein, Cindy war in einem anderen Zimmer. Bert sagte dann zu mir und meinen Fotografen: “Da habt ihr meine Autoschlüssel. In meinem Auto hängen drei Anzüge. Könnt ihr mir einen bringen, egal welchen.” Und zog schon mal seine Hose aus. Den Anblick, Bert in seidenen schwarzen Unterhosen, sehe ich – leider – immer noch vor mir.

Zweimal drückte auch ein Hund seine Pfote in den Ton. Die Hundedame “PrimaDonna” mit Supertalent-Gewinner 2009 Yvo Antoni und “Seppl” von Tim Wilhelm von der Münchener Freiheit. Und es gab auch eine Goldmedaille im Ton, die von Paralympics Gewinner, Ski-Alpin-Athlet Gerd Schönfelder. Stereoact sendeten zu ihrer Aufnahme in die “Sigs of Fame” direkt aus dem Fernweh-Park in Oberkotzau und erreichten damit Tausende von Fans, die erstmals etwas über das Friedensprojekt erfuhren. Für “Calli” Reiner Calmund stellten wir zwei Stühle im Fernweh-Park auf, auf Anweisung unserer Ansprechpartner. Als er diese sah meinte er: “Kommt da noch jemand? Denkt ihr, ich brauch zwei?”

Meine Frau Erika schüttete Eli Wasserscheid vom TATORT Franken Wasser in den Nacken, d.h. es regnete an diesem Tag, Erika hielt einen Schirm über sie, der kippte und die ganze Ladung floss der Schauspielerin in den Hals. Volle Kanne. Welch ein Geschrei! Man sieht auch das im Video. Mit Andreas Gabalier hockte ich vor seinem Konzert im Catering und spielte ihm auf dem Handy einige Bilder aus dem Fernweh-Park vor, ebenso mit Horst Lichter am Catering Buffet.

Bei den Dreharbeiten von “Um Himmels Willen” im Kloster Kaltenthal war der heißeste Tag des Jahres. Nonne Hanna, Janina Hartwig, wedelte mit ihrer schwarzen Ordenstracht so hoch, dass ein Foto davon sicher Tausende Euro in der Yellow Press eingebracht hätte. Mein Fotograf hob schon die Kamera. Ich drückte sie wieder nach unten… Und: Veronica Ferres wollte am Anfang mit ihrem Hinterteil in den Ton, wollte sich mit ihren engen Jeans auf die Schale setzen. Im Spaß natürlich. Was lachten wir…

Als ich wie bei vielen anderen Stars auch Kim Fisher im “Riverboat” Instruktionen für die Handprint-Aktion gab und sagte: “Unsere Problemzone ist der Handballen”, sie möge also dort besonders mit vollem Gewicht draufdrücken, meinte sie entrüstet: “Herr Beer, ich habe keine Problemzonen, nicht mal am Handballen…” Natürlich im Spaß. Aber seitdem ist ihr Ausspruch so mancher Runnig Gag bei anderen Stars, wenn diese Stelle an die Reihe kommt.

Ilja Richter kam im Dezember kurz vor seiner Weiterfahrt zu seiner Vorstellung in Bad Elster in den Fernhweh-Park. Wir sollten ihn danach nach Bad Elster fahren. Normalerweise ist der Fernweh-Park in der Nacht beleuchtet. Doch ausgerechnet an dem Tag waren die gesamten Lampen im Fernweh-Park ausgefallen. Sonst nie. Ausgerechnet wenn Ilja kam, im Winter, wo es um diese Zeit sowieso schon finster ist. So sah man im Fernweh-Park kein einziges Schild. Notgedrungen fuhr meine Frau ihr Auto auf die Showbühne im Amphitheater und beleuchtete die Handabdruck-Aktion. Denn wir brauchten ja Licht zum Filmen. Doch dann sprang das Auto nicht mehr an. Die Aktion hatte länger als erwartet gedauert. Die Batterie war leer. Denn wegen des Tons konnte man den Motor nicht laufen lassen. Und Ilja musste nach Bad Elster. Und ich durfte zudem mit meinem Auto nicht fahren. Keinen Meter. Denn es sollte am anderen Tag in die Werkstatt. Aber was soll`s. Ich fuhr dann Ilja trotzdem… Geschichten, die das Fernwehpark-Leben schreibt…

Suzie Quatro dann wollte sich absolut nicht erklären lassen, wie so eine Handprint-Aktion vonstatten geht. Mein Filmer vergaß vor Schreck die Kamera auszulösen. Nichts war aufgezeichnet. Dagegen warnte uns jeder vor Mario Barth. “Den kriegt ihr nie” – Doch der war supernett! Zwischen Mario und Chris Tall ergab sich zudem eine Teufelsfahrt von Zwickau nach Hof. Denn zur gleichen Zeit hatten wir einen Termin mit Chris und eben auch mit Mario. So schnell hatten wir ein Shooting noch nie abgebaut, alles ins Auto geladen, in der Freiheitshalle wieder aufgebaut…

Zu Florian Silbereisen, den ich bei div. Musiksendungen mehrmals traf, fuhren wir zu seiner offiziellen Aufnahme in die “Signs of Fame” ins Hotel nach Chemnitz, um ihn nach einer TV-Show die Hände in Ton drücken zu lassen. Kurz vor Auffahrt auf die Autobahn fiel mir auf, dass mein angeheuerter Fotograf – ich hatte an diesem Tag sonst niemand anders – laufend gefährlich nahe an den Straßenbäumen vorbei fuhr. Da sagte ich spasseshalber zu ihm: “Du bist doch bes… Hast Du was getrunken?” . Die Antwort: “Nur zwei Bier”. Ich dachte, ich hör nicht recht: “Fahr sofort rechts ran…” Das war um 19.00 Uhr. Um 0.30 Uhr auf der Aftershowparty, als Florian kam, war er immer noch nicht in der Lage, die Kamera richtig zu halten. Nur gut, dass Florian von alledem nichts bemerkte.

Ich bin persönlich ein Fan von Comedy. Da sind so gut wie alle namhaften Comedians im “Signs of Fame” vertreten. Irre war, als Olaf Schubert in den Fernweh-Park kam. Er stieg in seinem gelb-grün karierten Pullunder aus seinem Auto und ging über die Straße hinüber zum Fernweh-Park, damals noch in Hof. Ich dachte, ich bin im falschen Film. Diese Kunstfigur, die man sonst nur am Bildschirm sieht, war plötzlich real im Alltag. Ich musste mich fast zwicken, denn ich kriegte das in den ersten Minuten kaum auf die Reihe, wo ich gerade bin… Und erst die Autofahrer…

Martina Schwarzmann, einer der neueren Comedians, bekam während der Handprint-Aktion dermaßen einen Lachanfall, dass sie sich nicht mehr beruhigen konnte und auf die Toilette musste, um sich wieder einigermaßen einzukriegen. Wir wissen heute noch nicht warum und wieso. Aus heiterem Himmel, man sieht`s in unserem Video.

All diese Begebenheiten sind auf der Fernweh-Park Homepage www.fernweh-park.de in unserem Stimmungsberichten über die Aufnahme von Stars in die „Signs of Fame“ nachzulesen oder eben im Film zu sehen…

Der große Peter Alexander, der nach dem Tod seiner geliebten Frau sehr zurückgezogen lebte: “Herr Beer, ich mache keine solchen Sachen mehr, aber mir gefällt Ihr Projekt, schicken Sie mir das Star-Schild, ich signiere es dann gerne. Für Sie mache ich da eine Ausnahme…” Mit ihm saß ich sogar schon mal nach seiner Show in einem kleinen Raum in der alten Freiheitshalle, wo er durch ein Fenster Autogramme an seine Fans verteilte. Schon damals traf ich die Stars, um ihre Shows in Super 8 für die Freiheitshalle im Film zu dokumentieren und um Interviews zu führen. Da erlebte ich neben eben Peter Alexander auch Peter Frankenfeld, Catarina Valente, Vicco Torriani, Ivan Rebroff, Hans Rosenthal und Rudi Carrell. Aber damals ahnte ich nicht, dass ich einmal den Fernweh-Park ins Leben rufen würde… Auch Vicky Leandros, Dieter Hallervorden und die Leningrad Cowboys traf ich damals. Letztere Drei sind ja dann im “Signs of Fame” vertreten. Hatte mal ein Autogrammbuch mit Einträgen von Herbert Hisel, Edith Hanke bis Bundeskanzler Helmut Schmidt. Doch das habe ich einmal für einen guten Zweck versteigert. So richtig “nur” Autogrammsammler war ich nie. 

Beißen Sie sich auch bei so manchem Star die Zähne aus? 

Beer: Ja, besonders die, die im Fernsehen am nettesten und volksnahesten rüberkommen, sich vor der Kamera so verkaufen, sind oft die Schwierigsten. Das merke ich bei den ersten Anfragen. Aber bei so manchen bin ich froh dass es auch nicht geklappt hat, denn da hört man in den Medien später plötzlich von ihnen Gedankenergüsse, die nicht zur Ideologie unseres Projekts passen oder Fans erzählen, wie arrogant diese ihnen gegenüber aufgetreten sind. Und nach den Treffen kann man es nicht verschweigen: Von den jetzt 500 Stars gibt es so zwei, drei, die sind sich ihres Starseins schon sehr bewußt. Vor der Kamera so, und wenn die dann aus ist…

Und ich gestehe, all das was ich hier im Rückblick Revue passieren lasse sind auch einge Begebenheiten dabei, die man öffentlich gerade noch erzählen kann.  Vieles bleibt Verschlußsache, auch in Respekt zu den Menschen. Ich könnte z.B. auch erzählen, dass ich Harald Juhnke die Schnürsenkel gebunden habe und… Mache ich aber nicht. Solche Dinge, wie auch viele Privatadressen und Telefonnummern von Stars, sind nur bei mir gespeichert und gelangen nie an die Öffentlichkeit.

Bei soviel Stress, warum machen Sie trotz allem unverdrossen weiter?  

Beer: Weil es für das Projekt ist. Wenn viele Stars mit ihrem bekannten Namen mithelfen, ein Zeichen gegen Rassismus und für weitere wichtige Themen unserer Ideologie zu setzen, dann hilft das vielleicht, manche Leute zum Nachdenken, ja umdenken zu bewegen. Denn die Stars sind ja nicht doof, sonst hätten sie es nicht soweit gebracht. Und wer nicht doof ist und seine Einstellung zu den Themen in der Welt offen kund tut, dann kann das ja wohl gar nicht so verkehrt sein – sollte man meinen. Ausnahme, z.B. der Wendler oder noch zwei, drei andere Kandidaten/innen, die mich sehr enttäuscht haben.

Und: weil es auch Spaß macht wenn man die Stars, die man sonst nur im Fernsehen sieht, privat kennenlernen zu dürfen. Wenn ich Abends so durch das Fernsehprogramm zappe gibt es wohl kein Quiz, Talkshow, Musiksendung, TV-Serie oder Film, in dem ich nicht zumindest einen oder gleich mehrere Protagonisten persönlich kenne und weiß, wie sie sich privat so geben…  

Wer hat eigentlich die größten Hände, wer die Kleinsten?

Beer: Damit könnte ich wirklich bei „Wetten dass…?“ auftreten. Denn alle sind unterschiedlich. Die größten „Pratzen“ z.B. haben Joachim Gauck, Fritz Wepper und Michael Schanze. Die größten Hände, die kaum in eine Schale passen, die Klitschko-Brüder und natürlich Dirk Nowitzki. Die zierlichsten Hände, man kann sagen, richtige „Kinderpatschala“, haben Yvonne Catterfeld und Helene Fischer.

Pflegen Sie nach dem Startreffen noch privaten Kontakt mit den Stars? 

Beer: Eher selten. Nicht, dass mich der Star nach dem Treffen nicht mehr interessieren würde, im Gegenteil. Es ist einfach die fehlende Zeit. Denn dann kommt schon wieder der nächste Startermin, dann die Bildbearbeitung, der Filmschnitt dazu, dann gleich der nächste Treff. Null Luft dazwischen, um Kontakte zu pflegen. Aber ich habe natürlich einige private Mailadressen und Telefonnummern, die ich sofort anrufen könnte und der Promi wäre an der Strippe. Mit einigen wenigen Stars pflege ich aber auch privaten Kontakt. Das wenigste ist, dass wir uns jedes Jahr ein Gesundes Neues wünschen.

Und gibt es bei jetzt 500 Stars sonst noch Träume? Wen würden Sie gerne noch mit Handabdrücken im “Signs of Fame” verewigen?

Beer: Da gibt es schon Namen. An erster Stelle wie schon gesagt Barack Obama, Sylvester Stallone, Paul McCartney und die Rolling Stones. Tina Turner auch. Also ich gestehe. Sollte ich Sylvester treffen, würde ich echt weiche Knie bekommen. Denn als absoluter Fan des großen Action-Kinos von Hollywood liebe ich Rocky und Rambo. Danach gehe ich in „Fernwehpark Rente“.

Beer: Ich bedauere sehr, dass es mir nicht gelungen ist, folgende Künstler in die “Signs of Fame” aufzunehmen, aber da gab es den Fernweh-Park noch nicht und dann sind sie leider nicht mehr unter uns: Das sind neben “Winnetou” Pierre Brice, der ja sogar einen Star-Stern erhalten hat, “Old Shatterhand”, Lex Parker und Roy Black. “Du bist nicht allein” war damals die erste Schallplatte, die ich gekauft habe. Ich habe soviele Schlagersänger von damals, da stünde er ganz oben. Und auch eine weitere Jugendschwärmerei von mir, Juliane Werding. Das wäre vielleicht noch möglich, angeblich arbeitet sie als Heilpraktikerin in München.

Sehr bedauere ich, dass ich Geraldine Chaplin vesäumt habe. Um Haaresbreite hätte es geklappt. Ich hatte wie schon erwähnt einen Termin mit Audrey Landers und beim Warten auf sie sah ich, wie Geraldine Chaplin zum Aufzug des Hotels ging. Ich redete sie einfach an und stellte den Fernweh-Park vor. Da sagte sie, ich solle doch mit aufs Zimmer kommen, dort könnten wir die Handabdrücke schnell machen. Sie war von dem Projekt begeistert. Schon wollte ich die Ersatztonform aus dem Auto holen hörte ich meine Crew rufen: “Audrey kommt”. Mit ihr hatte ich ja den offiziellen Termin. Als dieser vorbei war, war Frau Chaplin abgereist. Leider hat es bis heute nicht mehr geklappt. Ich weiß nur, dass sie in der Schweiz wohnt…

Haben Sie sich eigentlich schon mal um Queen Elisabeth II. bemüht?

Beer: Royals interessieren mich nicht. Aber die Queen habe ich auf Bitte einer lieben Fernweh-Park Freundin mal angeschrieben. Mir aber wenig Chancen ausgerechnet, denn wenn man ihr schon nicht die Hand geben darf, wird sie diese wohl kaum in feuchten Ton drücken. Und ein Marmeladenbrot aus ihrer Handtasche läßt sich irgendwie schlecht konservieren…

Werden Sie von Leuten über einen Star, den Sie getroffen haben, beneidet?

Beer: Klar, jeder Star hat einen eigenen Fankreis, und egal um welchen Star es sich dabei handelt, immer sind es ja dessen eigene Fans, die ihn oder sie gerne einmal privat treffen würden. Also werde ich von allen beneidet. Von Rockfans, Volksmusikfans, Sportfans…

Für fast alle Leute, also nicht nur Fans von Stars, ist die Begegnung mit dem Dalai Lama aber etwas ganz Besonderes. Denn an ihn kommt man ja wirklich nicht so leicht ran. Der 14. Dalai Lama, der buddhistische Mönch Tenzin Gyatso, hat schon eine ganz besondere Ausstrahlung und Charisma. Ein Fauxpas aber passierte mir dabei. Ich stellte das signierte Schild kurz auf dem Boden ab. Da wurde ich sofort darauf aufmerksam gemacht, dass man das nicht tun dürfe. Das Schild mit der Abbildung seiner Heiligkeit, darf nicht den Boden berühren… Wie alles hier angeführte, nachzulesen in den entsprechenden Bilder-Stimmungsstories.

Bei jetzt 500 Promis und soviel Durchhaltevermögen – auf welcher Grundlage basiert das eigentlich alles? Haben Sie sich schon immer für Stars interessiert?

Beer: Ja, eigentlich seit ich denken kann. Als Kind und Jugendlicher interessierten mich nie Autos, Eisenbahn oder Sport. Ich las die BRAVO, hatte den Winnetou- und Old Shatterhand Starschnitt an der Wand und interessierte mich schon immer für Schlagerstars und Kinofilme. Filmstars. An erster Stelle eben Winnetou und Freddy Quinn. Auch wollte ich früher immer die Haare haben wie Chris Roberts, den ich dreimal traf und der ein sehr sehr netter Mensch war. Leider viel zu früh verstorben. Und ich liebe die Musik der good old sixties und seventies. Ich bin mit der schönsen Musik aufgewachsen, die es je gab. Solche Beat- und Popgruppen gibt es nie mehr. Mit dem heutigen Einheitsbrei von Problemtexten ohne Mitsummmelodie kann ich, bis auf ganz wenige Ausnahmen, nichts anfangen. Oder gar Rap. Da laufe ich davon.

Früher erkannte man jeden Song sofort nach dem Anklingen. Wie den weltbekannten Riff von “Smoke on the water”. Deshalb versuche ich ja auch meine Idole von früher, am liebsten alle noch bestehenden Rock- und Popgruppen, in die “Signs of Fame” zu holen.

Letzthin erst “The Troggs”. “Wild Thing”.  Ganz stolz bin ich auf meinen” Mr. Eloise” – Barry Ryan. Das war eine Hymne. Und Tina Turner wäre die Krönung. Bei “Nutbush City limits” flippe ich aus. Oder bei “In Zaire”, oder “In the year 2525”, “San Francisco” von Scott McKenzie, “California Dreams”, “House of a rising sun”, aber von Frijid Pink, dann “Nights in White Satin”, “Everlasting Love”, “Sunshine Girl”, “Hiroshima”, mein Lieblingssong “L.A. International Airport”, “Blue Bayou” von Paola, “Young Girl”, “Only one woman”, “Black is Black”, “Needles and Pins”, “Sugar, Sugar”, “My little Lady”, “Lily the pink”, “Under the moon of love”, “Sugar Baby Love”, “Summer of 69” oder alle Donovan – den habe ich – und Herman Hermit`s Songs, Beach Boys, die Songs of Dave Dee, Dozie, Beaki, Mich and Tich, The Sweet, The Tremelous, “Mamas & Papas”, “The Kinks” und natürlich ALLE von ABBA.

“Lady in Black” ist mein Leib- und Leben-Song, auch der Refrain von “Hey Jude”. Auch Chris Normann von Smokie rangiert ganz oben bei mir. Hat bei meinen YouTube Filmen auch die meisten Klicks. Meine Jugendhymne “Hey Supergirl” von Graham Bonney. Klasse noch immer Suzie Qatro mit “Can the Can” und “Born to be wild”. Stolz bin ich auch, dass ich Status Quo habe. Die Liste meiner Lieblingssongs von damals ist schier unendlich. Heute bleibt nur noch SANTIANO.

Ganz toll finde ich auch die Hillbilli Musik, Classic Country Musik der 50er,60,70er, Musik der 50ier wie “California Blue”, alle von Roy Orbinson, “The Platters”, “Only you” u.v.a.m. also YUKEBOX MUSIC von damals. Für mich das Höchste. Das Allerhöchste: die sogenannte Rockabilly Classic-Diner-Music der Fünfziger.

Das möche ich aber noch anfügen. Das Lied von Peter Cornelius, das ich rauf und runterhören könnte, Erinnerung an mein erstes Verknalltsein: “Du entschuldige i kenn di…” Neuerdings stehe ich nach Hard Rock auch auf Heavy Metal, deshalb habe ich “Freedom Call” aufgenommen, die auch im Fernweh-Park waren. Das letzte Hammerkonzert, das ich gesehen habe, war das von  BossHoss. Gigantisch! Aber wir können auch gerne bis morgen früh weitermachen. Hab noch genug im Hinterkopf… Jetzt werde ich aber langsam wirklich sentimental. 500 Stars im “Signs of Fame” – eigentlich spiegeln diese mein Leben wider…

Wir haben jetzt die große Palette der 499 Stars Revue passieren lassen. Da ist ja wirklich jede Sparte dabei. Nach welchen Kriterien suchen Sie eigentlich die im “Signs of Fame” Geehrten aus?

Beer: Da gibt es nur eine Grundlage. Sie müssen der Ideologie unseres völkerverbindenden Friedensprojekts entsprechen. Wer das nicht tut, an den treten wir gar nicht erst heran oder wird, wenn es ganz schlimm kommt, aus dem “Signs of Fame” entfernt, wie eben Ex-Bundeskanzler Schröder.

Und: Wir möchten, wie eingangs schon erwähnt, so gut wie alle Sparten abdecken. Von Fußballern über Starköche, von Boxern über Countrystars, von Volksmusik bis Rockstars, Schriftsteller, Abenteurer, Comedians, Weltstars oder TV-Moderatoren. Im Grunde sollten eben auch einfache Menschen auf der Straße, ja alle Menschen, von der Straßenreinigung über Bankdirektor, vom Lastwagenfahrer bis zum Gärtner, Bäcker etc. ein öffentliches Zeichen gegen Rassismus setzen. Doch da deren Namen in den Medien nicht so wirken wie eben Prominente, bitte ich eben diese, mit signiertem Grußschild und ihren Handabdrücken in Ton symbolisch die Hand zu heben gegen Ausländerfeindlichkeit und für eine friedvollere Welt und alle weitere Themen des Fernweh-Parks, wo dieser Flagge zeigt, zeigen muss, wo in der Welt etwas falsch läuft. Denn unsere wunderbare Erde muss erhalten bleiben und die Menschen aller Völker müssen in Frieden zusammenleben. Unsere Erde ist so groß und hätte für alle Platz, wenn da nicht soviel Dummheit, Macht- und Geldgeilheit im Spiel wäre…

Auf den Punkt gebracht: Was hat Sie in der langen Zeit bis zum 500. Star persönlich am meisten belastet – gefreut?

Beer: Dass die Ideologie und Botschaft des Friedensprojekts so manchen Leuten immer noch nicht wirklich bewusst ist. Wir haben jetzt über 1.500 Presseberichte weltweit. Allein 2021 bericheten 35 verschiedene deutsche Tageszeitungen über den Fernweh-Park. Deutschlandweit. Ich bekam Feedback von den Alpen bis zur Waterkant. Alles dokumentiert unter PRESSE/TV. Stars, Medien, Fernsehen berichten laufend darüber und noch immer wissen so einige nicht, dass der Fernweh-Park nicht nur buntes Blech auf Holz ist. Einfach auf unsere Homepage gehen, da bleiben keine Fragen offen. Man muss den Fernweh-Park ja gar nicht mögen, aber man sollte erst eine Meinung haben, wenn man weiß, um was es da überhaupt geht. Erst informieren und sich dann ein Urteil bilden.

Am wenigsten wußten die Hofer damit umzugehen. Angefangen vom Rathaus. Die haben die damit verbundene PR für die Stadt einfach nicht geschnallt. Doch jetzt ist das Geschrei groß. Als nach vielen Angeboten von anderen Städten, darunter Berlin, der Fernweh-Park im Jahre 2017 die Saalestadt verließ und jetzt Stars und Fernsehen durch Hof durchfahren und in Oberkotzau Halt machen – und der kleine Ort überregional bekannt wird fragen vielem warum man nichts unternommen hat, diese Touristenattrakton zu behalten. Jetzt sucht man verzweifelt nach einem Alleinstellungsmerkmal, das man sein eigen nennen konnte –  und verloren hat. In Oberkotzau dagegen hat man den nötigen Weitblick gehabt.

Und so freue ich mich persönlich immer auf die beliebten Führungen, denn es gibt keine Einzige, nach der die Leute nicht begeistert sagen: “Herr Beer, das habe ich ja alles gar nicht gewusst. Jetzt sehe ich den Fernwehpark mit ganz anderen Augen… Ich werde jetzt allen meinen Freunden und Bekannten davon erzählen und mit denen Ausflüge in den Fernweh-Park machen. Ich bin da in einem Verein… oder ich rege an, den nächsten Betriebsausflug dahin zu machen.” Und ganz toll finde ich wenn gesagt wird: “Bei unserer nächsten Reise bringe ich auf jeden Fall ein Schild mit und: ich habe Freunde in Amerika, Australien, Frankreich, Spanien… die sollen bei ihrem nächsten Besuch auch ein Schild ihres Heimatortes mitbringen. Und: Wo und wie kann man dem Fernweh-Park Verein beitreten? Denn ich wüsste auch gerne, wenn ein Star in den Fernweh-Park kommt. Ich möchte nicht erst hinterher aus der Zeitung davon erfahren oder im Fernsehen sehen, was da abgegangen ist…”

Und wo sind die vielen Handabdrücke zu sehen?

Beer: Am liebsten sofort im Fernweh-Park. Oder zumindest in Laufweite dazu. Das wäre mein Wunsch für das neue Jahr 2023. Denn sie gehören zu den Star-Schildern. 2020 stand schon in der Frankenpost, dass oberhalb des Fernweh-Park ein Hotel gebaut wird, das 2021 eröffnet werden soll. Dort hätte man die Star-Handabdrücke ausstellen können. Denn das ist immer besetzt. Doch dann kam Corona und die ganze Reisebranche ist zusammengebrochen. Und niemand mehr hat in ein Hotel investiert.

Im Moment sind die Handabdrücke an einem geheimen Ort eingelagert und warten auf eine Ausstellung möglichst in der Nähe des Fernweh-Parks. Wir suchen deshalb nach einem Gebäude, in dem neben den Handprints auch weitere persönliche Gegenstände von Stars präsentiert werden können. Und da Besucher und Bustouristen zudem laufend nach einer Einkehrmöglichkeit fragen, wäre es schön, dort auch eine eine Art “Welt-Cafe” oder “Hollywood-Cafe” zu haben. Im Moment sind wir offen für alle Ideen und Vorschläge. Näheres dazu STAR-MUSEUM. Ich hoffe sehr, dass bald eine Möglichkeit gefunden wird, dies alles verwirklichen zu können. Der Part des Fernweh-Park Verein mit meiner Wenigkeit wäre es allerdings nur, die Leihgegenstände zur Verfügung zu stellen, das Arrangement vorzunehmen und alles bekannt zu machen…

Filmen und Fernweh-Park – was hat bei Ihnen Priorität?

Beer: “Da brauche ich wie bei der 1. Frage gar nicht lange zu überlegen, eigentlich überhaupt nicht. Beides gehört zusammen. Denn ohne Filmen gäbe es keine Reisen und ohne Reisen keinen Fernweh-Park. Und ohne nochmal FILM hätte ich wohl nie eine solche Empathie zu Hollywood und Stars entwickelt – heute im Fernweh-Park manifestiert im “Signs of Fame”

Stichwort “Signs of Fame”. Ich möchte ich eine Dame hervorheben, die in der Allgemeinheit wohl nicht so bekannt ist wie eben andere Prominente mit großen Namen. Es ist die schon mal hier erwähnte Reiseschriftstellerin CARMEN ROHRBACH, mit der ich mich durch ihr rastloses und ewig brennendes Fernweh seelenverwandt fühle. Und die dort wohnt, wo “mein Leben” begann. Am Ammersee, denn dort entstand meine pure Lust zu filmen und die Sehnsucht nach Hollywood.

Ammersee – wo HOLLYWOOD begann

Eine weitere tolle Verbindung von Carmen und Klaus besteht darin, dass die Abenteuerreisende und Reiseschriftstellerin am Ammersee wohnt, dort, wo in Klaus Beer in frühen Jugendjahren seine Vorliebe zum Filmen gelegt wurde. Denn in Dießen am Ammersee hatten die Eltern von Klaus Verwandte und waren in deren Haus oft einige Tage zum Urlaub am Ammersee eingeladen – mit Abstecher in die nahen Berge. Es war die Familie Loh, Inhaber einer Drogerie in Dießen. Und dort gab es auch Fotoartikel. Da Klaus sich schon immer für Film, für bewegte Bilder interessierte, kaufte er von all seinem gesparten Taschengeld, so mit 13 Jahren, eine kleine Filmkamera, eine Nizo S36.

So ist diese Fährte – weit zurück in Kindheit- und Jugendzeit des Fernweh-Parks Initiators der Schlüssel zu allem, wie eben alles bgann…

Back to the roots – HOLLYWOOD – ich komme…

Klaus erzählt: “Kino übte auf mich schon immer eine große Faszination aus. Ich fotografierte schon als Kind gern, damals noch in schwarz/weiß, entwickelte mit meinem Vater die Filme in der Dunkelkammer (im Bad), dann machte ich Dias.

Ich begann Dias von einem Schulausflug an die Ostsee zu vertonen, das heißt, ich suchte passende Musiken aus, die ich zu den Bildern einspielte. Ach ja, da waren ja Möwen im Bild. Und die gaben Laute von sich. Also spielte ich von einer Geräuschschallplatte Möwengeschrei ein. Bei einem Schiff  “Tuten”. Was war ich stolz. Zu den Dias auf der Leinwand erklangen plötzlich Musik und Geräusche. Auch sprach ich ein paar kurze Textpassagen ein. Das war meine erste Berührung mit einer Art Diaschau.

Doch die Bilder waren starr. Das befriedigte mich nicht. Ich wollte Bilder, die lebendig sind. Ich wollte, dass die Bilder laufen lernen. Ich wollte schon immer einen Film drehen. Ich wollte Motion Pictures. Wie im großen Kino. Wie wenn Winnetou und Old Shatterhand über die Prärie reiten – in den Sonnenuntergang hinein. Ich wollte Träume auf Zelluloid bannen. Wie auch in HOLLYWOOD, dessen Wort mich allein schon faszinierte. Die BRAVO und die Stars darin verschlang ich regelrecht. Doch um dem Kino näherzukommen, dazu braucht man eine Filmkamera. Und die hatte ich nun…

Jetzt wusste ich was ich will: Ich will das Gesehene, Erlebte festhalten, mit der Filmkamera einfangen und dann auf der Leinwand wieder auspacken. Es nochmal, zumindest annähernd, so sehen und empfinden, wie man es vor Ort erlebt hat – mit allen Farben und Geräuschen. Die Reise, das fremde Land, die fremden Menschen mit ihren Sitten und Gebräuchen, sprich das faszinierende Treiben auf bunten Märkten und Basaren so einfangen, dass man beim Anschauen glaubt, selbst mitten in dem Trubel des Marktgeschreis vor Ort zu sein oder vor grandiosen Landschaften zu stehen. Und das nicht nur für mich – sondern das anderen Leuten, die das nicht mit erlebt haben, zu zeigen – meinem Publikum!

Faszination Super 8

Ich begann mit der Nizo S 36 erste kleine Filmchen zu drehen, vom Ammersee, von Urlauben mit meinen Eltern in Österreich. Nie und nimmer ahnte ich damals auch nur im geringsten, dass ich einmal mit der schweren 16-mm Filmkamera im Anschlag über den Uluru in Australien fliegen würde, von einem Heißluftballon aus auf Hunderte von bunten Ballonen unter mir bei Hot Air Balloon Festival in Albuquerque/New Mexico filmen würde und das fantastische Ballonspektakel 8 Tage lang dokumentiere. Und natürlich auch nicht, für den renomm. Verlag terra magica, Luzern die legendäre Route 66 von Chicago bis Los Angeles sowie eine  Kontinentdurchquerung Nordamerikas vom Atlantik zum Pazifik auf Film bannen würde. Dies und noch Hunderte anderer Themen  mehr… Darunter: einen Film zu machen über Alaska und Kanada, auch für terra magica und mich in Watson Lake/Kanada der dortige Sign Post Forest so faszinieren würde, dass ich diesen nicht nur filmte, sondern dieser ab 09.11.1999 mein ganzes Leben veränderte, als ich die Idee in meine Heimatstadt holte und dort an der Saale erste Pfosten mit Schildern in den Himmel ragten…

Bei meinem ersten Filmchen jedoch fühlte ich mich schon wie im großen Kino. HOLLYWOOD – ich komme! Die Realität aber sah erstmal so aus: Ich hatte einen kleinen Monitor, kurbelte die Szenen hin- und her, schnitt und klebte mit einer Klebepresse und begann zu vertonen. Das jedoch war sehr kompliziert.

Erste Reisefilme

Als erste Reisefilme gedreht wurden, in Tunesien, Marokko, 1978 eine Sahara-Expedition, vertonte ich im sogenannten Zwei-Band-Verfahren. Das heißt, Ton und Film sind getrennt. Der Film ist geschnitten stumm im Projektor, der dazugehörige Ton wird auf einem Tonbandgerät angelegt. Mit Startmarke für Ton und für den Film im Projektor. Ein spezielles Synchrongerät hielt Film und Ton synchron zusammen. Das war, ganz einfach ausgedrückt, die Technik, die mir damals schon Nerven raubte.

Denn jede Szene musste bei laufendem Projektor und Tonband “abgeklopft” und mit einem Stichwort aufgesprochen auf Tonband dokumentiert werden. Danach wurden die Hunderte von Klopfzeichen per Filzstift auf dem Tonband markiert, auch die Stichwörter dazu geschrieben. Parallel wurde über eine Zählanlage jedes einzelne Filmbild erfaßt und jede neue Szene mit der Zahl und Szenenbeschreibung in eine Vertonungsliste eingetragen. Z.B. Filmbild 23.756 Landrover fährt durchs Wasser”, “23942 erreicht Ufer”, 24380 Fahren Wüstenstand” usw. Eine Heidenarbeit.

Dann wurde der Film auf einem UHER Royal de luxe auf 4-Spuren vertont. Spur 1: Musik, Spur 2: O-Ton, Geräusche, Spur 3: Text, Spur 4: Hier wurde alles entsprechend zusammengemischt, mit Tonabsenkung bei Sprache. Synchrongehalten mit dem Film wurde alles mit Steuerimpulsen, die ich über ein spezielles Synchronteil auf das Tonband aufspielte. Dabei entsprach ein Impuls einem Filmbild. Der vertonte Film wurde dabei wie erwähnt, wie auch das Tonband, das mit dem Projektor verbunden war, je mit einer Startmarke gestartet. Die Startmarke für den Ton lag auf dem Wiedergabekopf des Tonbandgeräts, die des Films an einer bestimmten Stelle oberhalb des Projektorfensters. Aber wenn dann z.B. während der Vorführung z.B. ein Funktaxi vorbei fuhr, störte das den Synchronlauf des Films und Tons, wobei das Tonband der MASTER war und der Filmprojektor der SLAVE. D.h. Das  Tonbandgerät steuerte die Laufgeschwindigkeit des Filmprojektors. Bei Störung raste der Film plötzlich schneller – Bild und Ton wurden asynchron. Ein Worst-Case-Szenario. Der blanke Horror. Jetzt weiß ich, Jahrzehnte später, wo meine Nerven geblieben sind…

Perfolöcher statt Impulse

Was dann folgte, waren technische Neuerungen, die alles erleichtern sollten: Die Impulse wurden durch Perfobänder ersetzt. D.h., anstelle eines Tonimpulses gab es ein Perfoloch, das durch eine Lichtschranke gelesen wurde. Die komplizierte und nervenfressende Vertonung aber war weiterhin die Gleiche. Die einzige Verbessung war, dass kein störendes Funksignal Film und Ton auseinanderlaufen ließ. Auch wechselte ich die Kameras und kaufte immer das neueste Nizo-Modell. Nach der ersten kleinen Nizo S 36 kam die Nizo 800 und die Nizo 801 makro. Dann musste ich auch das damalige Flaggschiff der Nizoreihe, die Nizo professional haben. Mit all diesen Modellen drehte ich meine schönsten Filme, in Sri Lanka, Indien, Nepal, Thailand, Ladakh und Südafrika. Und ein Stadtportät über Hongkong.

16-mm – der kostspielige Traum eines jeden Amateurfilmers

Auf Vorführungen an den Volkshochschulen wurden meine Filme regelrecht bejubelt. Dabei sollte eines noch erwähnt werden. Die Saharaexpedition von 1978 war so ein Schlüsselerlebnis für mich. Wurden die Filme über Tunesien und Marokko schon begeistert aufgenommen, so faszinierte mein Film über die Sahara-Expedion das Publikum so sehr, dass ich nach der Vorstellung von einem Zuschauer das wohl schönste Kompliment erhielt, dass man sich nur vorstellen kann: “Ich spürte beim Anblick Ihrer Bilder förmlich den Sand zwischen den Zähnen knirschen…” Und als dann der bunte und überaus exotische Film über die Tropeninsel im Indischen Ozean, “Sri Lanka – Insel der Lotosblüte”. sämtliche Zuschauerrekorde brach und die Leute am Einlaß dreißig Meter Schlange standen, wollte ich mehr. Wollte echte Kinoqualiät und stieg von Super 8 auf 16-mm Chemiefilm um.

Ich kaufte die Beaulieu 2016 quarz, dazu ein 2. Gehäuse, denn man kann ja nicht ohne Ersatzkamera auf Reisen gehen. Dazu ein Objektiv von Angenieux, dass soviel kostete wie ein Kleinwagen. Zur Vertonung benötigte ich dann zwei TEAC Mehrkanal- Tonmaschinen, ein Mischpult und Synchronbausteine der Fa. Gebuhr, Nürnberg. Diese halfen mir sehr und ich bewundere Herrn Gebuhr als Entwickler bis heute sehr. Er ist ein technisches Genie.

Ab diesem Zeitpunkt verschuldete ich mich für den Rest meines Lebens. Ich verdiente bei Vorführungen an einem Abend bei 600-800 Zuschauern in der Halle mehr als in einem Monat Arbeit in der Sparkasse – doch die Einnahmen bewegten sich immer nur in der Höhe der Ausgaben für die nächste Reise und des dazu benötigten Filmmaterials. Ein 16-mm Film mit ca. zwei Minuten Laufzeit kostete über 100,00 DM. Für jede Reise kaufte ich für 8.000 DM Filmmaterial ein und schnitt 5.000 Euro in den Papierkorb.

Auch die Vertonung war nach wie vor sehr aufwendig über 2 synchron gesteuerte TEAC-Bandmaschinen. Hier musste dann mit digitaler Bildanzeige und ebenfalls mit Ton-Film-Plan vertont und letztendlich bei Wiedergabe abgemischt werden. Für z.B. Vertonung von 3 Schüssen in der Westernstadt Old Tucson in Arizona benötigte ich über Stoppuhr und allen für die Synchronisation nötigen Vorarbeiten einen ganzen Abend. Heute sind mit Video Bild und Ton gekoppelt und im Schnittprogramm schiebe ich den Tonbalken solange zu den Filmbalken der Szene, bis der Ton bei einer Nachvertonung, sollte er noch nicht live aufgeommen worden sein, einfach so lange hin- und her, bis er synchron sitzt. Wozu ich früher einen ganzen Abend benötigte, geht heute in weniger als einer Minute. Doch dazu später mehr…

Sattelschlepper benötigt

Bei einer Filmvorführung musste ein riesiges Equipment bewegt werden, das sehr schwer war. Tonbandmaschine zur Wiedergabe des Filmtons, schweres Mischpult, alles fest verschraubt in Rackcase, große Lautsprecherkästen und ein wahnsinnig schwerer BAUER-16-mm Filmprojektor. Davon hatte ich immer zwei dabei. Falls mal einer ausfiel. Dann die oft verwendete 5×4 Meter Großleinwand. Das alles auf- und abzubauen war Knochenarbeit, die überhaupt keinen Spaß machte, die notwendiges Übel war.

Ja, und sollte trotz allem mal der Ton ausfallen, wurde in einem speziellen Studio in Berlin auf die 16-mm Filme noch eine Tonspur aufgezogen, auf denen der Ton synchron aufgespielt wurde. Bei Ausfall der Bandmaschine oder Asynchronisation brauchte ich nur auf Wiedergabe des Tons auf dem Film umschalten. Der saß. Doch klar: Die Tonqualität der minischmalen Tonspur, die auf den Rand des 16-mm Film aufgeklebt war, konnte natürlich nicht so gut sein wie der Ton, der von dem breiten Tonband kam. Eine Notlösung eben.

Dann gab es von der Fa. Gebuhr eine Disc, auf der die gesamte Vertonung mit Synchronimpulsen aufgespielt wurde. Das war eine echte Erleichterung, da ich von da an anstelle der schweren TEAC-Tonbandmaschine nur noch den Disc-Player benötigte.

4 Tage Studioarbeit München – pro Film

Letztendlich kam der Beamer. Doch meine Filme gab es nur auf Zelluloid. Also ließ ich jeden 16-mm in München bei der Fa. AVP digital überspielen. Für einen Film saß ich neben dem Techniker 3-4 Tage von früh bis abends im Tonstudio. Nach der Grundabtastung wurde jede Szene nachträglich in Farbe und Kontrast korrigiert. Nach drei Tagen im Studio war ich fix und fertig. Erst recht, als ich die Rechnung sah. Die Filmabtastung eines großen 16-Films mit 2-3 Tellen kostete um die 8.000 Euro. Dann hatte die Firma eine neue Maschine, die über eine Million DM gekostet hätte, hieß es. Plötzlich belief sich der Rechnungsbetrag auf das Doppelte. Die Verarmung schritt voran.

Ich konnte nie mehr soviel bei Vorführungen einnehmen, wie die Ausgaben fraßen. Letztere überwogen immer. Denn ich hatte ja mehrere Filme, die digitalisiert werden mussten: “TransAustralia – Rotes Abenteuer Outback”, “Neuseeland – Aotearoa, Land der Großen Weißen Wolke”, “Route 66 – die Straße der Sehnsucht”, “That`s America – Quer durch die USA, vom Atlantik zum Pazifik”, “Best of the West” (die schönsten Nationalparks in einem Film) – “Alaska-Yukon-Kanada” (der Film, bei dessen Dreharbeiten in Watson Lake die Idee des Fernweh-Parks entstand).

Endlich: Digital

Vorweg: Natürlich versuchte ich mich neben dem 16-mm Chemiefilm auch mit Video, das dann aufkam. Ich hatte eine VHS-Kamera, dann Super VHS. Doch die Filmqualität überzeugte mich – besonders nach dem Schnitt, nicht. Denn pro Filmkopie wurde das Bild immer schlechter. Hi 8 und nachfolgendes fasste ich gar nicht mehr an. Denn ich war die Filmqualität meines 16-mm Materials gewohnt. Video enttäuschte bislang nur. Ich wollte immer nur eins: mich ständig verbessern. Nicht das Gegenteil. Erst bei Full-HD stieg ich wieder ein, wo man ohne Qualitätsverlust schneiden konnte.

Nicht mehr abgetastet werden musste dagegen mein letzter großer Film “Shooting Wild West – Traumlandschaften im Visier der Kamera”, der gleich digital gedreht wurde und auf insgesamt drei verschiedenen Touren durch die Nationalparks entstand. Das andere Equipment, von Tonbandmaschinen bis zu Filmprojektoren, war ab sofort nur noch Schrott. Auch die 16-mm Filmkameras und mein sauteures Angenieux-Objektiv, mein “Auto”. Ich habe in meinem Leben ein Haus verbrannt, das ich sicher hätte haben können, wenn ich nicht gefilmt hätte. Oder man kann auch sagen: Ich bin 30 Jahre zu früh geboren. Hätte ich digital bei Full-HD zu filmen begonnen, hätte ich mir Tausende von jetzt unnötigen Ausgaben und Nervenkraft erspart.

Anstelle eines Zwei-Minuten-Zelluloidfilms schiebt man jetzt einen Chip mit Zwei-Stunden Aufnahmezeit in die Videokamera und erzielt ein Bombenbild, von dem man selbst in 16-mm nur träumen konnte. Denn es hing nicht am Film, sondern an der Lichtleistung des auch größten 16-mm Filmprojektors im Amateurbereich. Auf 8 Meter Leinwand bekam man nie die Leuchtkraft der Bilder her, die heute ein guter Beamer problemlos schafft.

Ich habe schon mehrere Male meinen Film “Shooting Wild West” auf 10 Meter Leinwand in Kinos gezeigt – habe nur die Blu-ray mit dem Film dem Vorführer in die Hand gedrückt, der diese in den teuren Kinobeamer einlegte – und mich haute es fast vom Sessel. So hatte ich meinen Film noch nie gesehen. Ein superhelles, strahlendes, farbintensives und superscharfes Kinobild, das meine Hände bei Aufnahmen, wo ich die GoPro zum Beispiel über den Rand einer Felskante im Zion National Park schob, in die samtenen Lehnen des Kinosessels krallen ließ. War das mein Film? Ja, das war er.

Ein Wahnsinn: von der kleinen Super 8 Kamera Nizo S36 über die 16-mm Kamera Beaulieu zur Panasonic Videokamera und GoPro… Was am Ammersee begann, beeinflußte mein ganzes Leben. Ein Leben für den Film und für das Reisen in der Welt…

Fluch und Segen

Leider kann man heute von 800 Zuschauern im Saal nur noch träumen. Wenn man gerade 80 Leute im Publikum hat, kann man sich glücklich schätzen. Über 100 ist ein großer Erfolg. Denn man kann täglich die tollsten Reisefilme im Fernsehen abrufen, jeder filmt heute mit dem Handy und denkt “das kann ich auch, warum muss ich da Geld ausgeben”. Gut gehen nur noch die Referenten, die seit Jahren das wirklich professionell aufziehen. Doch da kommt man nicht rein. Da gibt es z.B. in München eine, ich sage mal, Dia-Mafia. Wenn man nicht in deren Club ist, hat man keine Chance, im süddeutschen Raum einen Veranstalter zu finden. Das ist eine Riesensauerei.

Bei Multivisionsschauen gilt nur das gesprochene Wort zum Bild. Dagegen ist nichts einzuwenden, denn da erlebt man den Referenten als Mensch, der Ton kommt nicht von der Konserve. Aber keinesfalls sollte man vertonte Diashows grundsätzlich verteufeln. Ich kenne da zum Beispiel eine Fotografin, die macht Bilder, da kann die gesamte Diamafia einpacken. Doch die wird dort nie ihre Shows zeigen können und dürfen: Denn ihr Text kommt vom Band.

Genauso war damals bei Dia-Fotografen Film verpönt, ja regelrecht verboten. Ihre Aussage: “Das tun wir uns nicht an, Film” Doch was machen die heute? Die bauen Videoseqeunzen in ihre Multivisions-Diashows ein und filmen auch.  Bieten DVD`s mit ihren Reisen IM FILM auf Vorträgen an. Doch warum sind Filme plötzlich nicht mehr verpönt? Weil das Filmen mit Video billig geworden ist. An 16-mm haben sie sich gar nicht erst herangetraut. Weil das eben viel zu kostspielig war. Ein paar schöne Diabilder groß aufgezogen, da strömten die Leute genauso. Doch jetzt ist Film auch zu einem Schnäppchenpreis plus noch zehnmal reduziert möglich: deshalb “tun die Diafotografen sich jetzt auch Film an…”

Reisen mit offenem Herz und Gemüt – Staunen über die Schöpfung Gottes

Soll das der Schlußsatz sein? Nein. Aber auch das darf nicht unter den Teppich gekehrt werden. Denn was nützen die schönsten Reisefilme, die nur im Schrank stehen. Die müssen die Leute sehen. Denn es gibt wohl kein schöneres Hobby als zu fotografieren und – eben aufwendiger: zu FILMEN. Schon bei der Reise ist das Auge geschärft und das Herz und Gemüt offen für alles Schöne, das man auf unserem wunderbaren blauen Planeten Erde finden kann. Ich staune auf jeder Reise immer wieder neu über die Schöpfung Gottes. Und: über die fremden Kulturen, fremden Menschen mit ihren uns oft so fremden Sitten und Gebräuchen. Aber genau DAS ist für mich der Reiz jeder Reise!

Schlußakkord “Fernweh-Park”

Und dies alles im Film einzufrieren und auf der Leinwand wieder auszupacken, mit allen Farben und Getriebe zum Beispiel auf den Bazaren und Märkten im Orient, Afrika und Asien, fasziniert. Allein bei der Filmnachbearbeitung erlebt man die Reise – die Szenen im Schnitt und Vertonung, hundertmal immer wieder neu. Und stellt fest: Wie wunderschön ist unser blauer Planet Erde, den es zu erhalten gilt. Wie beeindruckend sind die fremden Kulturen mit ihren Menschen, die alle in Frieden zusammenleben sollten: Das ist genau die Ideologie und Botschaft, die als letztes Glied bei allem ausgelebten Fernweh, dem Reisen, nun wieder ins Spiel kommt und den Schlußakkord setzt: Der Fernweh-Park.

 

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