444 Autogramme für das STAR-MUSEUM

In dieser Rubrik NEWS finden Sie Besuche, Events und Aktivitäten im und um den Fernweh-Park, bei denen es nicht direkt um Aufnahmen von Stars in die “Signs of Fame” oder um Schilderübergaben geht, für die es eigene Rubriken gibt – die aber so interessant sind, dass wir Ihnen diese nicht vorenthalten möchten. Gleichzeitg gehört diese tolle Geschichte aber auch in die Rubrik STAR-MUSEUM – aber sehen Sie selbst, weshalb…

Es ist kein Geheimnis, dass die bislang über 500 Handabdrücke der Stars aus Musik, Film, TV, Bühne und Sport nicht nur in einem Lager vor sich hin schlummern, sondern auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Zusammen mit vielen weiteren persönlichen Gegenständen von Stars, darunter auch signierte Boxhanschuhe von Vitali und Wladimir Klitschko und Henry Maske, ein Basketball von Dirk Nowitzki und Fußbälle von Sepp Maier und Philipp Lahm, alles handsigniert natürlich. Sowie Rockgitarren mit Unterschrift von Uriah Heep, Status Quo, Scorpions, Peter Maffay, Chris Norman, Santiano, Peter Kraus u.v.a.m.  – einiges davon erst kürzlich ausgestellt im Oberkotzauer Rathaus unter dem Thema „Fernweh, Fame & Beatles“, um die Bevölkerung schon mal auf ein geplantes STAR-MUSEUM einzustimmen. Einhellige Meinung: „Es wäre jammerschade, wenn solche Schätze der Stars der Öffentlichkeit vorenthalten bleiben würden, sowas muss ausgestellt werden…“

Zusammen auch und in einem „Route 66“- oder „HOLLYWOOD-Cafe“. Denn nach einer ausgiebigen Busführung mit Initator Klaus Beer sind die Besucher durch die auf sie herniederprasselnden Informationen und Eindrücke oft so erschlagen, dass sie unbedingt noch wo einkehren wollen, um bei Kaffee und Kuchen oder einem kühlen Blonden die vielen Erlenisse zu verarbeiten.

Und da sich das herumspricht, bekam Klaus von so manchen Besuchern zusätzliche Kostbarkeiten für das Star-Museum zur weiteren Bereicherung geschenkt, die hier jedoch noch nicht verraten werden sollen. Denn über die soll man erst bei der Eröffnung staunen. Was man aber sagen kann…

Wertvolle Autogrammsammlung

GERT-HENNING SPELLENBERG, genannt „Spello“, diesen Spitznamen er schon von seinem Vater übernommen hat, war Pressesprecher bei der Bundespolizei und Hubschrauberpilot, hat auf seinen verschiedenen Stationen beim damaligen Bundesgrenzschutz auch viele Jahre Dienst auf Flughäfen absolviert (detail. Biografie s. am Ende der Story). Dabei traf er auf viele prominente Persönlichkeiten aus dem Showbiz und Sport, mit denen er sich unterhielt und auch Autogramme geben ließ.

Und wenn diese keine Autogrammkarten parat hatten, ließ er sie einfach auf irgendeinem Zettel unterschreiben – und das ist eigentlich das Tolle daran. Autogrammkarten haben viele, doch solche individuellen Unterschriften „irgendwo drauf“, niemand.

Gert-Henning Spellenberg: „Während der Olympischen Spiele von 1972 Dienst am Grenzübergang Weil – Otterbach zur Schweiz, da habe ich die meisten Autogramme geholt.“

Und von wem stammt sein 1. Autogramm? „Spello“ überlegt nicht lange und sagt von sich selbst: „Ich rede zuviel. Sagt, wenn`s genug ist. Mein Vater war Pfarrer, wahrscheinlich habe ich das Reden von ihm…“  Doch man will ihn reden hören, denn was hat er doch für tolle Geschichten zu erzählen.

Und so kommt es wie von der Pistole geschossen aus seinem Mund: „Von Fritz Walter. Mein erstes Autogramm habe ich als Jugendlicher von Fritz Walter bekommen“, und zeigt Klaus ein Büchlein, dass der damalige Fußballstar geschrieben hat. Es ist sichtlich gealtert, die Buchseiten sind schon alle ein bischen vergilbt und auch die Schrift entspricht der damaligen Zeit. Es hat Patina und damit Charisma, wie auch so viele der Autogramme, die er heute in den Fernwehpark mitgebracht hat. Verstaut in roten Aktenordnern, in denen er fein säuberlich die Unterschriften und signierte Konterfeis der Promis auf dickeres Kartonpapier aufgeklebt und per Hand beschriftet hat. Natürlich fein säuberlich sortiert in Themenbereiche wie Filmschauspieler, Sänger, Sportler und Politiker. „Da hat mir meine Hanne geholfen“, sagt er, „bei mir wäre alles ein heilloses Durcheinander.“

Gert Henning, der sich selbst am liebsten als „Spello“ sieht: „Autogramme habe ich bei der Fliegerei, an der Schweizer Grenze, am Flughafen Stuttgart und als Pressesprecher der Bundespolizei gesammelt.“

Henning hat ja so viel zu erzählen. Dabei blitzen seine Augen und um seine Mundwinkel, versteckt hinter einem weißen Bart, huscht oft ein verschmitztes Lächeln, gepaart mit einem Hauch von gespielter Entrüstung, wenn Hanne ihm einen Stupser gibt oder ihm zuhaucht: „Red nicht soviel.“ Doch Klaus und der Bürgermeister hängen an seinen Lippen.

„Viele Autogramme habe ich durch persönliche Gespräche bekommen z.B. Karl Heinz Böhm , Bundeskanzler, Genscher, Prinz Louis Ferdinand von Preussen usw.“, erzählt er. Und er macht kein Hehl aus seiner Leidenschaft, dem Hubschrauberfliegen. Oft wollte ihn die Securityleute von den Promis abdrängen, doch diese wiedersprachen oft und winkten den jungen Mann in der Uniform des Bundespolizei oft erst recht zu sich. So wie auch Kanzler Kohl.

Der Schatz im Silbersee – äh: „Fernwehpark“

Ja, und was ist nun an dieser Geschichte so interessant, dass Sie auf der Fernweh-Park Hompage einen Platz findet? „Spello“ – Klaus sagt lieber Henning zu ihm: „Ich bin jetzt 75 Jahre und möchte, dass meine Autogrammsammlung, die ich in über 60 Jahren zusammengetragen habe, eine würdige Präsentation erhält. Meine Kinder haben wenig Interesse daran. Doch als ich kürzlich im Fernweh-Park war und die vielen Stars und Prominenten mit ihren persönlichen Autogrammen auf ihren Startafeln sah, schoss es mir wie ein Blitz ins Gehirn, Herz und Gemüt und ich dachte: Meine Sammlung überlasse ich Klaus. So wie er den Fernweh-Park mit großem Herzen aufgebaut hat, wird er auch für meine Autogramme einen schönen Platz finden…“

Und er fragte Klaus, ob er sie haben möchte. Was Klaus sagte, wird wohl jedem klar sein: „Natürlich, sehr sehr gerne“. Und er versprach: „Du kannst versichert sein, ich werde Deine wertvolle Autogrammsammlung würdig präsentieren. Da ich ja mal Innenarchitekt werden wollte, ist die gesamte Gestaltung des Star-Museums eigentlich in meinem Kopf schon fertig.“

444 Autogramme für das Fernweh STAR-MUSEUM

Und so ist das geplante Star-Museum, obwohl es noch nicht steht, um eine weitere Attraktion reicher. 444 sollen es sein. Unglaublich.

Zur Übergabe reiste Henning mit seiner Frau Hanna im Campmobil an und übergaben mehrer Aktenordner an Klaus. Dieser hatte den Zweiten Bürgermeister Markus Retsch (der Erste Bürgermeister Stefan Breuer war verhindert), eingeladen und so nahmen beide im FOTO POINT offiziell die Autogramm-Schätze in Empfang.

Klaus: „Wir haben im Fernwehpark auf die Schnelle mal in ein paar Ordner reingeguckt, neugierig darin geblättert und dieses und jenes Autogramm für einen ersten Eindruck dieses unglaublichen Unterschriften-Schatzes mit dem Handy abfotografiert. Damit man sich überhaupt erstmal einen kleinen Eindruck von der Fülle und Vielfalt der Star-Signierungen machen kann. Hier erste Bilder. Es kommen sicher noch so einige in diese Galerie.“ 

Was Klaus noch ein bischen fehlt für seine Story und Präsentation: Fotos vom Zusammentreffen mit den Promis. Wie Sie unterschreiben. Bilder von „Spello“ mit dem Star selbst. Doch da gibt es fast keine. Denn das war damals nicht die Zeit. Man ließ sich ein Autogramm geben. Selfies gab es da noch  nicht, da man das Wort „Handy“ gar nicht kannte. Und wer schleppt schon laufend einen Fotoapparrat mit sich heraum? Und erst recht nicht, wenn man Dienst schiebt auf dem Flughafen. Heute zückt mal schnell sein Smarthpone, das jeder in der Tasche hat. „Damals war`s“, eben…

Wer nimmt wen?

Unser Beitragsbild zeigt von rechts Markus Retsch (Zweiter Bürgermeister der Marktgemeinde Oberkotzau), Gert-Henning Spellenberg (Autogramm-Sammler) und Klaus Beer (Initiator Fernweh-Park).

Und wer will für das Foto welches Autogramm in der Hand halten? Klaus: „Ich nehme keine Politiker. Denn seit wir durch das nicht durchdachte Datenschutzgesetz unsere schöne Webcam, unter der Besucher ihre Freunde in der Welt grüssen konnten, durch die Datenschutzbehörde München abschalten mussten, bin ich auf Politiker stocksauer. Da nehme ich, obwohl ich welche habe, keine mehr mit einem Grußschhild in die „Signs of Fame“ auf.“ Und so schnappt sich Klaus Götz George. „Seine Action als Schimanski, gegen alle Regeln, passt zu mir.“

Und der Bürgermeister zeigt gern Mario Adorf, da er ein „Roter“ ist und schlecht Helmut Kohl präsentieren kann, wie er lachend sagt. Also nimmt diesen dann „Spello“ und Klaus ist voll einverstanden: „Denn Kohl war wie Genschman maßgeblich am Fall der hässlichen Mauer und für die Wiedervereinigung verantwortlich, was wunderbar zu unserem Friedensprojekt passt.“

Biografie Gert-Henning-Spellenberg

geb. am 10. September 1951 in Niedernhall Hohenlohekreis bei Künzelsau. Sein Vater war Evang. Pfarrer, aufgewachsen in Neubulach Kreis Calw, verheiratet mit Hannelore Eichner, geb in Hof, 3 Kinder,2 Töchter 1 Sohn.

Pressesprecher der Bundespolizei von 1997 – 2011.

Von 1972 bis 1974 Ausbildung zum Hubschrauberpilot des BGS in Hangelar bei Bonn nach Abbruch des Pilotenlehrganges wegen ungebührlichen Benehmns des Fluglehrers. Versetzung heimatnah nach Stuttgart Flughafen. Dort als Bundespolizist Grenzschutzeinzeldienst.

Ab 1997 bis zur Pensionierung Pressesprecher bei der Bundespolizeidirektion Böblingen.

Fotos: Klaus Beer / Erika Beer

 

 

 

 

 

 

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