Vorschau 2022: Günter Wallraff

Begeistert zugesagt, mit der Signierung eines Grußschildes und seinen Handabdrücken in Ton  symbolisch die Hand zu heben gegen Rassismus und für eine friedvollere Welt, hat der bekannte Journalist und Schriftsteller GÜNTER WALLRAFF.

Zur Durchführung der Aktion zu seiner Ehrung will er persönlich in den Fernweh-Park nach Oberkotzau kommen. Das sollte schon 2020 sein, doch durch einen schweren Fahrradunfall und anschließender Reha sowie wegen der Corona-Pandemie musste sein Besuch auf 2022 verschoben werden.

Inoffiziell ist GÜNTER WALLRAFF mit seinem produziertem Star-Schild (s. Beitragsbild) jedoch bereits im “Signs of Fame” vertreten. Es fehlt nur noch der offizielle Akt der Ehrung. Sobald dieser stattgefunden hat, sehen Sie hier die große Bilder- und Stimmungsstory. Auch wird hier der Termin seines Kommens bekanntgegeben.

Wir bitten noch um etwas Geduld…

Hinweis: Alle Stars, die 2022 zusätzlich  in die “Signs of Fame” aufgenommen werden, sind in dieser Jahresvorschau noch nicht enthalten.

Kurzbiografie: 

HANS-GÜNTER WALLRAFF, geb. 1942 in Burscheid, deutscher investigativer Journalist und Schriftsteller, ist durch seine Underground-Reportagen über diverse Großunternehmen, eine große deutsche Tageszeitung und verschiedene Institutionen bekannt geworden, für die er sich stets der Methoden des investigativen Journalismus bediente. (Defination: “Investigare”‚ aufspüren‘, genauestens untersuchen‘, setzt eine langwierige, genaue und umfassende Recherche vor Veröffentlichung voraus. Themenschwerpunkte sind in der Öffentlichkeit als skandalträchtig angesehene Vorgänge aus Politik oder Wirtschaft. (lt. Wikipedia).

Günter Wallraff wurde durch seine besonderen Recherchemethoden, bei denen er sich meist mit anderer Identität in das Umfeld des Reportage-Ziels einschleuste, international bekannt. So entstanden Dokumentationen in Büchern und TV-Beiträgen, die aufgrund von hautnahen, persönlichem Erleben soziale Missstände anprangerten.

Die Biografie von Günter Wallraff mit Lebe, Wirken und seinen Arbeiten auch nur annähernd zu schildern und dabei nicht den Rahmen dieser Kurbiografie zu sprengen, ist schier unmöglich. Deshalb entnehmen Sie bitte seine ausführliche Biografie  seiner eigenen Homepage oder Wikipedia.

Bei seiner Einberufung zur Bundeswehr 1963 bereits, versuchte er mit verschiedenen Aktionen, seine vorzeitige Entlassung zu provozieren. Als sein Antrag abgelehnt wurde, weigerte er sich zehn Monate, ein Gewehr in die Hand zu nehmen. Seine Erfahrungen dazu dokumentierte er und kündigte, unterstützt von Heinrich Böll, das Veröffentlichen eines Bundeswehrtagebuchs an. Daraufhin bot man ihm Freistellung gegen Veröffentlichungsverzicht an, was Wallraff jedoch ablehnte.

Wegen „Entwicklung individualistischer pazifistischer Überzeugung“ als Soldat sei er „dauernd verwendungsunfähig“ und würde „auch im Verteidigungsfall nur als Versager auftreten“, laute schließlich das Resumee der Bundewehr gegenüber seiner Person  Seine Erfahrungen veröffentlichte Wallraff 1964 zunächst in der damaligen Jugendzeitschrift “Twen” (1964) und später, 1982 und 1994, in zwei Buchausgaben. 

Die ersten Reportagen

Zwischen 1963 und 1965 war Wallraff als Arbeiter in diversen Großbetrieben tätig. Die Gewerkschaftszeitung “Metall” druckte 1965 erste Reportagen ab, mit denen er erstmals Aufsehen erregte. Er arbeitete für das Hamburger Abendecho, dann für die Zeitschrift “pardon” und ab 1968 für die Zeitschrift “konkret”.

Trotz so genannter “Wallraff-Steckbriefe” in den Chefetagen der von ihm „besuchten“ Unternehmen, mit denen andere Personalbüros vorgewarnt werden sollten, konnte er seine Recherchen unerkannt fortsetzen, da er stets eine andere Identität annahm. So erschienen 1969 “13 unerwünschte Reportagen”, für die er beispielsweise in die Rolle eines Alkoholikers in einer psychiatrischen Klinik, eines Obdachlosen, eines Studenten auf Zimmersuche sowie eines potenziellen Napalmlieferanten schlüpfte. Weiter ermittelte er in div. Betrieben zum persönlichen Erleben und Aufdecken evtl. Misstände  undercover als Arbeiter.

Protest, Folter und Gefängnis in Griechenland

Als Delegierter des „Ausschusses Griechenland-Solidarität“ kettete sich Wallraff am 10. Mai 1974 an einen Lichtmast auf dem Syntama-Platz in Athen und verteilte Flugblätter. Auf denen kritisierte er das Terrorregime der griechischen Militärdiktatur. Er wurde festgenommen und im Hauptquartier der Sicherheitspolizei gefoltert, bis er seine Identität preis gab. Nach seiner Verurteilung zu 14 Monaten Einzelhaft kam er in das Gefängnis in Korvdallos.

Es folgten weitere Recherchen in israelischen Kibbuzim und in einem syrischen Ausbildungslager. Nach der Ausbürgerung von Wolf Biermann aus der DDR bot ihm dieser vorübergehend bei ihm ein Zuhause.  Daraufhin wurden Wallraffs Bücher in der DDR aus dem Vertrieb genommen. Auch durfte er dort nicht mehr einreisen.

Anti-Zeitungs-Triologie

Im Jahre 1977 arbeitete Wallraff dreieinhalb Monate lang als Redakteur bei der einer großen bekannten  Tageszeitung in Hannover. In dem Bestseller “Der Aufmacher. Der Mann, der bei „…“ Hans Esser war” schildert er seine Erfahrungen in der Lokalredaktion.  1979 erschien das Buch “Zeugen der Anklage. Die „…“-Beschreibung wird fortgesetzt“, 1981 folgte “Das …-Handbuch”, das als eine Art juristischer Ratgeber für Geschädigte zu verstehen ist.

Ab 1983 arbeitete Wallraff zwei Jahre lang als türkische Gastarbeiter namens Ali Levent Sinirlioğlu bei verschiedenen Unternehmen. Außerdem nahm er an klinischen Studien im Bereich der Pharmaforschung teil. Seine Erfahrungen beschrieb er in dem Buch “Ganz unten”, das in Zusammenarbeit mit mehreren Mitautoren entstand. Der Dokumentarfilm “Ganz unten” erschien 1986. Das Buch wurde in Deutschland bislang über fünf Millionen Mal verkauft und in 38 Sprachen übersetzt. Es ist damit das erfolgreichste deutsche Sachbuch seit 1945.

Weitere verdeckte Recherchen

Bereits in den 1990er Jahren recherchierte Wallraff in Japan als iranischer Arbeiter. Die dazugehörige Reportage fand im japanischen Fernsehen große Aufmerksamkeit. Es folgten weitere verdeckte Recherchen. So verkaufte er in einem Callcenter Systemlotto-Scheine und prangerte die Arbeitsmethoden der Auftraggeber an. Im November 2007 strahlte das ZDF den Dokumentarfilm “Bei Anruf Abzocke” aus.

Weiter veröffentlichte er  den Artikel “Unser täglich Brötchen” in dem er in neben der schlechten Bezahlung die Arbeitsbedingungen,  Sicherheitsmängel und Hygienezustände in einer Großbäckerei kritisierte, in der er 2008 einige Wochen ebenfalls unter falschem Namen arbeitete.  

Zusammenarbeit mit Buch-Bestseller Autor Richard Brox

Von Dezember 2008 bis Februar 2009 recherchierte Wallraff in Obdachlosenunterkünften unter anderem in Köln, Frankfurt a/Main und Hannover und machte selbst „Platte“, um die Lebensbedingungen von Menschen ohne festen Wohnsitz zu untersuchen. Dabei arbeitete er mit dem Obdachlosen RICHARD BROX zusammen, der bereits im “Signs of Fame” des Fernweh-Parks in der Rubrik “Schriftsteller” vertreten ist. Wallraff und Brox arbeiteten bei Brox-Bestseller “Kein Dach über dem Leben” zusammen.

Schwarz auf Weiß

Im Herbst 2009 erschien mit dem Film “Schwarz auf Weiß – eine Reise durch Deutschland” die nächste Undercover-Reportage von Günter Wallraff. Er hatte diesmal sein Äußeres mit Hilfe einer Maskenbildnerin zu dunkler Hautfarbe verwandeln lassen. Monatelang tourte er als der Somalier Kwami Ogonno mit einem Kamerateam quer durch Deutschland und entdeckte auf vielen Stationen seiner Reise latenten oder offenen Rassismus.

Günter Wallraff unterstützt – wie auch der Fernweh-Park, als Botschafter die Initiative “Respekt! Kein Platz für Rassismus”. Zudem ist der Fernweh-Park Pate der Wunsiedler Jean-Paul Hauptschule “Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage”

RTL-Produktionen – “Wallraff-TV-Sendungen”

Am 30. Mai 2012 wurde eine Wallraff-Sendung unter dem Titel „Günter Wallraff deckt auf! Der neueste Fall des Undercover-Spezialisten“ ausgestrahlt. Am 17. Juni 2013 folgte eine weitere Sendung unter dem Titel „Team Wallraff – Undercover-Reporter decken auf“. Im April/Mai 2014 folgte eine Serie von drei Sendungen, die wegen einer Reportage zu einer bekannten Imbiss-Kette ein großes Medienecho erreichte. (Quelle: Wikipedia)

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