Richard Brox, bekanntester Obdachloser Deutschlands und Bestseller-Buchautor

Herzlich willkommen zu vielen tollen BILDERN und einem FILM über die Aufnahme von RICHARD BROX in die „Signs of Fame“ – doch zur Einstimmung auf die geehrte Persönlichkeit, zuerst eine kleine Biografie.

RICHARD BROX, bekanntester Obdachloser Deutschlands ist zugleich Buchautor des Bestsellers „Kein Dach über dem Leben“. Seine Biografie eines Obdachlosen wurde zu einem Bestseller und hielt sich 12 Wochen in den Bestsellerlisten. Kein geringerer als Günter Wallraff, den Brox für seinen Film „Unter Null“ wochenlang begleitete, schrieb das Vorwort.

Richard Brox lebte 30 Jahre auf der Straße und wurde durch seine Ratgeber-Website für Menschen ohne Wohnung bekannt. Er macht sich stark für seinesgleichen, testete dafür Obdachlosenunterkünfte und bewertete diese auf Zustand, Hygiene und Sicherheit. Seine Tipps und Beschreibungen sozialer Anlaufstellen in vielen Städten der Bundesrepublik machten ihn zum bekanntesten Obdachlosen Deutschlands.

Nun hat er seine Lebensgeschichte aufgeschrieben, offen und schonungslos, zugleich ein Lehrstück über die Schattenseiten unserer Gesellschaft. Auch der sozialen Verwahrlosung wird ein Spiegel vorgehalten. Zitat Günter Wallraff: „Wie viel Kraft hat dieser Mann aufwenden müssen, wie viele Abgründe erneut durchleben müssen, um diese ergreifenden Biografie zustande zu bringen.“

Über Nacht bekannt

In seinem Buch „Kein Dach über dem Leben“ ist auf Seite 121 zu lesen, wie er sozusagen von heute auf morgen bekannt wurde. Über seine Internetseite des Hostel- und Restaurantführers für Obdachlose und Arme berichteten Radiosender und viele regionale Zeitungen, aber auch überregionale wie die Süddeutsche Zeitung oder die Frankfurter Rundschau oder 2012 auch DPA. Dazu kamen Fernsehauftritte wie z.B. u.a. in Anne Wills Talkshow in der ARD. Wieland Backes ludt ihn in sein „Nachtcafe“ beim SWR ein, wo er in der Talkrunde mit Rupert Neudeck saß, dem Gründer der Cap Anamur „Grünhelme“. 2014 holte hn die Redaktion von Frank Elster in die SWR-Sendung „Menschen der Woche“, unter den Talkgästen Iris Berben und Roger Willemsen. U.a. nominierte ihn 2014 auch die Tageszeitung TAZ für den Taz-Panther-Preis für herausragende Projekte der Zivilgesellschaft. Ein Jahr später war er bei RTL in einer Show bei Bülent Ceylan...

Richard Brox ist Berber und lebt nach wie vor auf der Straße. Alles Geld aus seinem Buch steckt er in neue Projekte. Sein Traum ist ein Hospiz für schwerkranke Obdachlose. Zugleich leistet er Sterbebegleitung bei Schwerkranken ohne festen Wohnsitz. Aktuell arbeitet er an seinem zweiten Buch, „in dem viele Erlebnisse noch schonungsloser erzählt werden“, so Brox bei seinem ersten privaten Treffen mit Klaus Beer.

STIMMUNGSBERICHT über die Aufnahme von RICHARD BROX in die „Signs of Fame“ mit BILDERSTRECKE und VIDEO. (Bitte klicken Sie auf die Fotos, um diese groß und in hochauflösender Bildqualität zu sehen).

Erleben Sie hier eine nicht nur journalistisch sachliche Berichterstattung über die Ehrung, sondern das ganz persönliche Erleben, die hautnahe Begegnung mit dem Star. Empfindungen, Emotionen, Amüsantes, manchmal aber auch Pannen,  Aufregung hinter den Kulissen. Denn nicht immer geht alles glatt vor Ort, wenn sich zum Beispiel der Zeitplan etwas verschiebt. Ein sozusagen rundum Stimmungspaket: Spannung, was zum Schmunzeln, Nervenflattern, wunderbare Begegnungen und Freundschaften, die über die Ehrung hinaus bestehen. Alles ist drin in so einer Starbegegnung.

Wenn die Besucher des Fernweh-Parks dann durch die Schilderreihen bummeln und das signierte Star-Schild entdecken können sie nicht ahnen, welche unglaublichen Geschichten oft damit verbunden sind. Deshalb möchten wir Sie liebe Leserinnen und Leser der Fernweh-Park Homepage mit unseren Stimmungsberichten einfach mitnehmen zu tollen „Backstageabenteuern“ bei TV-Veranstaltungen, Konzerten, an den Set zu Dreharbeiten, zu Filmpremieren  oder gar auf den Roten Teppich –  bis hinein in eine Fernsehsendung selbst – und Sie so hautnah wie nur möglich an unseren Starbegegnungen teilhaben lassen.

Bevor`s losgeht – zu der am häufigsten gestellten Frage: Sie sind begeistert von diesem spannenden Stimmungsbericht mit BILDERN und VIDEO und möchten wissen, welche Stars mit ihren Stories sonst noch auf unserer Homepage vertreten sind? Sozusagen AUF EINEN BLICK? Gehen Sie einfach auf SIGNS OF FAME. Hier können Sie von 1999 bis heute ALLE Stars finden. Einfach nach unten scrollen… 

Als Fernwehpark Initiator Klaus Beer durch einen Biker auf Richard Brox aufmerksam gemacht wurde, befasste er sich mit dessem Lebensgeschichte – und war davon sehr ergriffen. Beer: „Wir wollen nicht nur die Stars, die Reichen und die Schönen, die es im Leben geschafft haben im „Signs of Fame“ präsentieren und sie bitten, ein öffentliches Zeichen für Völkerständigung und gegen Rassismus zu setzen. Gerade solche Menschen am Rande der Gesellschaft, die zudem noch Gutes für Ihresgleichen tun, sind es wert, eine Plattform im Fernweh-Park zu erhalten.

So traf er sich einmal mit ihm und erfuhr so manche Begegenheit aus seinem bewegten Leben auf „Platte“, wie man das Leben und Nächtigen auf der Straße nennt. Beer: „Wer sein Buch nicht gelesen hat und vor allem aus seinem Mund erfahren hat, wie sich die grausamen und unmenschlichen KZ-Erlebnisse seiner Eltern auf seine Kindheit und auf sein ganzes Leben auswirkten, kann sich nicht im geringsten ein Bild über ihn machen. KZ-Leute, Teufel in Menschengestalt, haben seinen Vater und Mutter traumatisiert. Das alles färbte auf seine Kindheit und Psyche ab. Grund dort zu landen, wo er dreißig Jahre lebte, auf der Straße, erniedrigt, geschlagen, sexuell genötigt von Mitarbeitern „sozialer“ Stellen, fast zu Tode geprügelt, Drogenabhängig. Nahtoderfahrung…

Gelebte Nächstenliebe

Richard Brox ist heute drogenfrei und sagt: „Wer nichts mehr hat, kann nur noch geben.“ Und so kümmert er sich um seinesgleichen, mit seinem Web-Ratgeber für Obdachlose und mit seinem Traum, ein Hotel, sprich Hospiz für Schwerkranke Obdachlose zu schaffen. Und er geht zu ihnen, damit die, die niemand haben, in der dunkelsten Stunde ihres Lebens jemand an ihrer Seite haben. Nicht allein sind. In seinen Armen sind schon fünf Menschen gestorben. Richard Brox lebt Nächstenliebe.

Einmal wurde ihm von einem Rocker das Leben gerettet. Deshalb verbindet ihn auch eine tiefe Freundschaft zu einem Hofer Motorradclub, der es sich nicht nehmen ließ, ihn auf einem Trike zum Fernweh-Park zu fahren. Was für ein Bild!  Ca. 50 Biker aus dem ganzen Landkreis waren gekommen und röhrten mit ihren Maschinen in den Fernweh-Park. Dort wurde er von dem Oberkotzauer Bürgermeister Erich Pöhlmann und Fernweh-Park Initiator Klaus Beer auf das herzlichste empfangen.

Sehen Sie hier einige Stimmungsbilder von der Aufnahme von Richard Brox in die „Signs of Fame“ der Abteilung „Schriftsteller“. Ein Kameramann von RTL ist dabei, der ein Porträt über Richard Brox dreht und natürlich auch seine Ehrung im Fernweh-Park filmt.

Hinweis: Alle Fotos unserer Bilderstrecken sind erstmal klein eingestellt. Wenn Sie mit der Maus über ein Bild fahren, verdunkelt es sich leicht. Wenn Sie es anklicken, öffnet es sich zur vollen Größe und hochauflösender Bildqualität. Am besten verfahren Sie wie folgt: Klicken Sie das 1. Bild an und blättern Sie dann mit dem sich in dem großen Bild rechts davon befindlichen Pfeil wie in einem Fotoalbum durch die Bildergalerie. 

Das Video

Während der Fernwehpark Fotograf die Bilder macht, steht als Kameramann heute wieder Werner hinter der Filmkamera. Klaus: „Obwohl ich ja eigentlich Filmer bin, machten wir bis 2017 bei den Startreffs immer nur Fotos. Denn da ist die Anspannung, alles optimal hinzubekommen, immer so hoch, dass man sich unmöglich auch noch auf das Filmen konzentrieren kann. Und vor allem, wer sollte den Part an der Filmkamera übernehmen? Denn in der Regel waren wir immer nur zu zweit unterwegs. Und früher, mit 16-mm Zelluloidfilm zu drehen, war sowieso undenkbar. Videos wurden erst mit den kleinen Kameras in Full-HD möglich. So sind uns bei bislang über 400 Stars leider viele schöne lebendige Bilder entgangen und wir ersuchen nun, parallel zu den Fotos, auch immer die Videokamera mit zum Einsatz zu bringen, je nach Künstler und Möglichkeit…“

Und aus diesem Material fertigt Filmemacher Klaus Beer dann das Video. Jedes ist anders, denn auf die Kameraführung und Einstellung hat er keinen Einfluss, da immer jemand anderes die Videokamera bedient. Mal semiprofessionell, mal amateurhaft. Klaus versucht dann immer, das Beste aus dem ihm vorliegenden Material herauszuholen…“

Wenn Sie also einmal in bewegten Bildern, sprich im Film, den Besuch von RICHARD BROX im Fernweh-Park mit seiner Ehrung mitverfolgen wollen, hier das VIDEO:

(Hinweis: Auf die Auswahl und Qualität des Titelbildes haben wir keinen Einfluß. Dies wird von YouTube immer automatisch aus den Szenenbildern gewählt.)  

Das 1. Buch nach 50 Jahren

Zu seiner Begrüßungsrede hat Klaus Beer fünf Bücher mitgebracht. Und hebt einen Einband in die Höhe, die jeder kennt. Ein „Karl-May-Buch“ – „Der Schatz im Silbersee“. Klaus spricht bedächtig in das Mikrofon, zu Richard, und zum Publikum im Atrium: „Diese Buch habe ich mit zwölf, dreizehn   Jahren gelesen, regelrecht verschlungen.“ Dann hebt er ein Zweites in die Höhe. „Das ist die Biografie meines großen Idols aus Jugendjahren. „Winnetou“ sprich Pierre Brice. Ich wollte das immer lesen, das es mich natürlich sehr interessierte. Ich habe es nie ganz geschafft. Angelesen, weggelegt, nach Wochen wieder mal in die Hand genommen. Aus den Augen verloren. Dann hebt er ein Buch mit dem Titel „Herbstblond“ hoch. Signiert für Klaus Beer, wie das von Pierre Brice. Es ist ebenfalls eine Biografie, von Thomas Gottschalk. Da Klaus von den bislang über 400 persönlich getroffenen Stars „Thommy“ sehr mag, war es ein Muss, das zu lesen. Ich wollte das unbedingt lesen. Legte es auf meinen Nachtisch. Ich habe es nicht gechafft.“ Dann zeigt er eines seiner eigenen Bücher, die er selbst geschrieben hat und sagt ins Mikrofon: „Ich wollte immer mein Buch, wenn es aus der Druckanstalt kam, von vorne bis hinten in einem Zug durchlesen. Wenn es eben fertig war. Druckfrisch. Ich habe jetzt fünf Bücher geschrieben. Selbst mein eigenes habe ich nie geschafft.“

Warum? „Weil man sich zum Lesen eines Buches hinsetzen muß und nichts anderes tun kann. Als eben lesen. Das schaffe ich nicht. Wenn ich einen Film gemacht habe, brauchte ich neben meinem Beruf jede, aber auch wirklich jede freie Minute meiner Freizeit für den Schnitt und Vertonung. Ein ganzes Jahr. Ich schnitt mir dazu jede freie Minute aus den Rippen, um an den Film zu arbeiten. Dann musste das Geld durch Filmvorführungen wieder rein.  Ich habe 28 Reise-Kulturfilme in der ganzen Welt gedreht. Mein Leben lang. Wann, ja wann um alles in der Welt sollte ich mich dann hinsetzen und lesen? Ich kam zu nichts anderem mehr. Ich hatte Musik-CD´s im Schrank von denen ich überhaupt nicht wusste, dass sie mir gehören. Wann Musik hören? Noch schlimmer wie lesen. Denn zum Filmemachen, Bücherschreiben und Fernwehpark promoten brauche ich absulute Ruhe. Und ich habe Filme in meinem Heimkino, von denen ich 95% noch nie angeschaut habe. Höchstens zu später Stunde mal einen über den Fernseher, nicht auf Großleinwand, schnell mal angetestet in Bezug auf Kameraführung und Special Effects… Die Blockbuster, die sowieso gut waren, stehen ungesehen im Schrank. Sind ja sowieso gut, muss ich nicht antesteen. Schauen – im Rentenalter, da kann ich gucken, dachte ich immer. Dann kam der Fernweh-Park vor zwanzig Jahren – und kostet wieder – neben weiteren Filmproduktionen zusätzlich – jede Freizeit und Kraft. Wann also lesen? Abends kann ich nur noch Fernsehgucken… Zum Lesen, viel zu müde und kaputt…“

Kompliment an Richard Brox

Mit seinem Buch nun in der Hand wendet sich Klaus Beer zu Richard: „Ich möchte damit sagen. Das letzte Buch, das ich vollständig gelesen habe, war „Der Schatz im Silbersee“. Vor über fünfzig Jahren. Das Zweite, das ich schaffte, ist DEINES lieber Richard „Kein Dach über dem Leben“… Dies als Beispiel meiner Wertschätzung Deiner Person.“ 

Bummel durch den Fernweh-Park

Nach der offiziellen Ehrung schloß sich noch ein Bummel durch den Fernweh-Park an, denn Richard Brox wolle sich das Objekt, in dem er nun vertreten ist, natürlich auch mit eigenen Augen erkunden.

Und dann röhrten fünzig Maschinen mit schwarz gekleideten, teilweise wild aussehenden Bikern, von denen ihr Präsident sagt  „No more Sex, drugs und Rock`n roll, wir sind ziemlich bieder geworden,“, wieder aus dem Fernweh-Park hinaus durch Oberkotzau… Auf einem Trike wieder Richard. Der Berber. Vielleicht aber bleibt er jetzt sogar ein wenige länger an einem Ort. Denn seine Freunde, die Biker, haben ihm eine kleine Wohnung in ihrem Clubheim zur Verfügung gestellt.

Am anderen Tag, Sonntag, kam Richard Brox auf Einladung des GIK (Gott im Kino) ins Central-Kino Hof und ließ die Zuhörer nochmal in Worten und einer Lesung an seinem bewegten Leben teilhaben.

Fotokamera: Sylvia Schildbach

Videokamera: Werner Mocker, Ernst Wollner

Foto-Video-Postproduktion: Klaus Beer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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