Wenn einer mit dem Zug fährt, dann kann er was erzählen…
Diese Geschichte hat mit dem Fernweh-Park nur dahingehend zu tun, dass es sich um um REISEN dreht. Fernwehpark Initiator Klaus Beer: „Da es sich um zwei einschneidende Erlebnisse mit der Deutschen Bundesbahn innhalb von wenigen Tagen handelt, brauchte ich eine Plattform, um diese zu schildern. Deshalb wurden sie estmal hier eingestellt, zur Information für alle, die beabsichtigen, einmal mit dem Zug von A nach B fahren zu wollen. Muss nicht nimmer so sein, kann aber. Wie diese für mich haarsträubende Gschichte zeigt…“
Nach über 20 Jahren wollte ich wiedermal mit dem Zug in mein heißgeliebtes München fahren. Das war das erste Mal nach ca. 20 Jahren, denn ich wollte mir einfach mal wieder was Gutes tun. Denn seit Monaten saß ich nur am PC und machte von früh bis abends Pressearbeite für den Fernweh-Park, bearbeitete Bilder, schnitt Videos und promotete das Projekt mit all mir zur Verfügung stehenden Kräften. Wer mein „ehrlichstes Interview ever“ gelesen hat, der weiß, dass neben L.A. mit HOLLYWOOD, Las Vegas und Hongkong München meine Lieblingsstadt in Deutschland ist und ich keine Chance auslasse, dorthin zu kommen. Und weiß, dass ich zudem gerne durch Trödelmärkte schlendere. Und dazu zählt für mich der Tremplmarkt in Nürnberg, bei dem die ganze Innenstadt mit Hunderten von Verkaufständen „vollgestopft“ ist, zu den absoluten Highlights. Deshalb wollte ich einfach mal raus, einfach mal was anderes vor Augen haben als von früh bis spät nur den PC – und wollte mit dem Zug ganz gemütlich nach Nürnberg fahren. Doch dann nahm der Alptraum seinen Lauf…
Ich kaufte am Schalter der Bahn im Hauptbahnhof Hof eine Fahrkarte nach Nürnberg und am gleichen Tag zurück nach Hof für 26.50 Euro. Dazu erhielt ich auf Wunsch einen Ausdruck mit den Reiseverbindungen. Auf diesem stand, dass die Abfahrt in Hof um 7:36 Uhr auf Gleis 8a (Produkt 3004) stattfindet, Ankunft in Bamberg um 9.12 Uhr auf Gleis 4. Danach war im Ausdruck weiter angegeben, dass die Weiterfahrt von Bamberg nach HBH Nürnberg um 9:16 Uhr auf Gleis 3 (Produkt ICE503) stattfindet. Ich habe diese mir von der Bahnauskunft in Hof erhaltenen Anweisungen genauso befolgt.
Bei der Fahrscheinkontrolle im Zug Bamberg nach Nürnberg wurde mir beim Vorzeigen des Fahrscheins von einer Schaffnerin erklärt, dass ich kein gültiges Zugticket besitzen würde. Ich wurde zwar höflich behandelt, aber so, als wäre ich ohne gültigen Fahrschein unterwegs.
Ich dürfte nicht in diesem Zug (ICE) sitzen und hätte von Bamberg nach Nürnberg die Regionalbahn nehmen müssen. Woher um alles in der Welt soll ich das wissen? Ich fahre sehr selten mit der Bahn und verlasse mich voll auf die Aussagen und Angaben der Bahnbediensteten in Hof und auf die Angaben, die ich von ihr erhalten habe. Es gesellte sich sofort ein weiterer Zugbegleiter hinzu und ich musste unter den strengen Augen der beiden Bahnbediensteten meinen Personalausweis vorzeigen. Ich musste mich als Fahrer ohne gültiges Ticket bei den Mitreisenden darstellen lassen, die im Umkreis natürlich alles mitbekamen und mich entsprechend beäugten. Wie peinlich! Zudem erhielt ich einen Ausdruck auf dem stand, dass ich für die Strecke Bamberg-Nürnberg 78,80 Euro nachzahlen muss, (Erhöhter Fahrpreis 60,00 Euro, Preis Weiterfahrt 18,80 Euro).
Als ich sagte, dass ich den Betrag keinesfalls bezahle, da es nicht meine Schuld war, sondern ein Fehler der Bahn sei, die mir eine falsche Zugverbindung angegeben hat, wurde mir mitgeteilt, dass ich mich schriftlich mit Schilderung des Falls bei der Fahrpreisnacherhebung in Baden-Baden beschweren kann und ich normalerweise alles zu 90% nicht bezahlen müsste.
Am anderen Tag beschwerte ich mich bei der Dame am Bahnschalter im Hofer Hauptbahnhof, der ich mitteilte, dass ich keinen Finger mehr krumm mache und keine weitere kostbare Zeit investieren würde, um die Sache aus der Welt zu schaffen. Das müsse die Bahn tun, die mir falsche Angaben für die Fahrt mitgeteilt hat. Das erledigte dann auch die Dame am Schalter nach Rücksprache mit der Chefin. Weiter konnte ich einen Gutschein über 10,00 Euro in Verrechnung mit einer weitere Bahnfahrt erwirken.
Ich hätte die Sache nun auf sich beruhen lassen, denn Fehler kann jeder Mensch machen, wenn ich nicht bei der Einlösung des Gutscheins für eine Fahrt nach München nochmal die Lustlosigkeit und sagen wir mal gelinde ausgedrückt, „fehlende Freundlichkeit“ gegenüber den Bahnkunden erfahren musste. Nicht nur mir gegenüber, sondern auch anderen Kunden, die, wie ich beobachtete, sehr „lustlos abgefertigt“ wurden. Diese Dame ist kein Aushängeschild für die Deutsche Bundesbahn, die sowieso wenig Pluspunkte im allgemeinen verzeichnen kann. Genausogut hätte man anstelle eines Menschen einen Avantar an den Schalter setzen können, der dem Image der Bahn tausendmal besser getan hätte. Denn auf „Freundlichkeit“ programmiert, wären die Kunden sicher in nicht so knappen Worten, mürrischem Verhalten, ja herablassender Weise behandelt worden.
Als ich nach meiner Scheckkarte suchte konnte ich einen älteren Herrn beobachten, der der Dame etwas erklären wollte. Doch er wurde einfach recht barsch in seinem Reden unterbrochen mit den Worten: „Sagen Sie einfach wann und wohin“. Und je unfreundlicher die Bedienstete, desto freundlicher wurde der Mann. Respekt! Ich könnte das nicht.
Und als ich endlich meine Scheckkarte fand, und diese ihr nach dem Herrn zureichte, wies sie die zurück und sagte: „Erst die anderen“. Ich hätte also warten müssen, bis die sich mittlerweile gebildete Schlange abgefertigt war. Obwohl ja eigentlich ich noch gar nicht fertig war, noch bezahlen musste und nur den Mann vorließ, da ich nach der Karte suchte… Gut, ich flog erstmal durch das Suchen raus aus dem System. Letztendlich ließ mich die andere Kundin nach dem Mann vor, da sie ja mitbekam, dass ich vor ihr dran war.
Da macht es schon am Schalter absolut keine Lust, mit der Bahn zu fahren. Ich fahre selten mit dem Zug – aber dieses und das noch folgende Erlebnis haben mir das gründlich vermiest.
Erlebnis mit der Deutschen Bundesbahn, Part 2:
Eigentlich dachte ich, das Ganze wäre nicht zu toppen gewesen. Doch es geht schon weiter. Wenn ich im Fernsehen bisher Kritik an der Deutschen Bundesbahn hörte, tat ich das immer ab ab mit den Gedanken: Na ja, Züge können sich ja mal verspäten. Muss man da so hart argumentieren? Klar, auch ich würde ausrasten, wenn ich im Zug mit Gepäck nach Frankfurt sitze und dort mein Flugzeug erreichen muss. Aber irgendwie hat es mich gerade nicht betroffen. Das was nun folgte, hat die Bahn auch keine Schuld, aber da es sch innerhalb von wenigen Tagen erreignete, in denen ich schon mal mit der Bahn fahre, war schon der Hammer.
Da ich nun eine Gutschrift von 10,00 Euro hatte, wollte ich diese auch einlösen. Da meine Frau an diesem Tag mit Gemeidegliedern eine Ausflug machte und ich da nicht mitfahren wollte (da war jemand dabei, die diesen Kriegsverbrecher und Massenmörder im Kreml regelrecht verehrt, während ich diesen gerne eigenhändig vor das Kriegsgericht in Den Haag zerren würde…) wollte ich bei diesem gerade mal schönen Wetter nicht wie immer zuhause am PC sitzen und Fernwehpark-Arbeit verrichten, sondern einfach mal wie oben erwähnt, nach langen Jahren nach München fahren und mich dort stundenlang durch die Fußgängerzone treiben lassen, Hunderte von Geschäfte inspizieren, meine Lieblingsshotels „Bayerischer Hof“, „Hotel Vier Jahreszeiten“ und „Mandarin“ besuchen, ins Hard Rock Cafe, Hofbräuhaus, Viktualienmarkt und ins Fotogeschäft Sauter gehen, dass es in dieser Größe wie früher in der Sonnenstraße leider nicht mehr gibt. Nur in abgespeckter Version schräg gegenüber, ein Abklatsch von dem, was einmal war. Dies nur mal, warum ich nach langer Zeit endlich wieder mal in mein geliebtes München bummeln gehen wollte. Kopf frei bekommen, mir mal was Gutes tun, wenn es schon nicht mein Traum L.A. und Hollywood sein kann… München ist für mich einfach Wohlfühldroge.
Also stieg ich an einem Donnerstag um 8.35 Uhr am Hofer Hauptbahnhof auf Gleis 6a um 8.35 Uhr in den Zug nach München. Zuvor musste ich mir genau an diesem Tag am Serviceachalter ein Zusatzticket nach Marktredwitz kaufen, da das am Vortrag für 26,– Euro (abzüglich 10,– Gutschein) erworbene, erst ab Marktredtwitz gelten würde. Und das von Hof-MAK konnte man erst am Tag der Zugfahrt erwerben. Gesagt, getan. Und die dort heute gerade diensthabende junge Dame war sehr, sehr nett. Sie lächelte, es gab zwischenmenschliche Kommunikation. Kein Vergleich zu ihrer Kollegin. Ein Unterschied wie Wüste und Meer. Wie Himmel und Hölle. Das sagte ich ihr dann auch und bedankte mich für ihre Freundlichkeit. Denn Danke wem Danke gebührt und Rüge für`s Verhalten, der oder die es selbst verschuldet haben.
Letztendlich setzte ich mich in den Zug und freute mich, ohne Umsteigen zu müssen, endlich mal einige Stunden ohne PC und Fernweh-Park Promotion im Kopf entpannen zu könnnen. Das gelang auch, bis…
Das Unglück nahm seinen Lauf
… kurz vor Landshut. Da ertönte plötzlich aus dem Zuglautsprecher: „Sehr vereehrte Fahrgäste. Wir müssen Ihnen leider eine schleche Nachricht mitteilen. Durch einen Unfall an der Strecke können wir leider nicht weiterfahren. Die Zugfahrt endet in Landshut. Bitte steigen Sie dort alle aus in die bereitstehenden Busse, die Sie nach Freising bringen…“
Welch eine „Freude“. Das Abenteuer Bahnfahrt nahm seinen weiteren Verlauf. Der Deutschen Bundesbahn muss man hier aber zugute halten, dass sie für diesen schrecklichen Unfall nichts kann. Ein Mann wurde von einem Zug auf den Gleisen erfasst. Schrecklich. Einfach nur furchtbar. Was da genau geschah, entzog sich meiner Kenntnis. Also in Landshut raus aus dem Zug, die bereitstehenden Busse suchen, rein und ab auf der Straße und dann auf der Autobahn nach Freising. Denn an Bord waren auch einige Bahngäste, die zu ihrem Flieger mussten. Hier ein Lob an die Deutsche Bundesbahn. Super organisiert. Die Busse standen bereit und wer nicht im Ersten, wie ich, Platz fand, der musste einfach auf den nächsten warten…
Dann in Freising das Gleis mit der S-Bahn suchen, dass zum Münchner Hauptbahnhof fuhr. Diese kam mit Verspätung, auch wegen des Unfalls an, blieb dann zwischendurch immer mal wieder an der Strecke stehen, musste warten, da die Strecke nicht frei war – und so kam ich mit 1 Stunde Verspätung, so gegen 14.00 Uhr, in München an. Abfahrt am Abend auf Gleis 33, dass ich natürlich zuerstmal suchte, um auf der Rückfahrt keine weiteren negativen Überraschungen zu erleben. Ich weiß auch als Reisebegleiter in New York, Los Angeles und Las Vegas immer vorher gern Bescheid, wo ich mit meiner Reisetruppe hin musste. Gleis 33: also erstmal raus aus dem Haupteil des Münchner Hauptbahnhofs (übrigens eine einzige Baustelle, keine wie früher schönen „Fressinseln“ mehr. Alles zu. Rollgitter. An Hässlichkeit kaum mehr zu überbieten. Gerammel hoch drei. Hauptbahnhof München zur Zeit: Nur raus und weg.
Letztendlich blieben mir für München nur etwas über 3 Stunden zum Bummeln, immer im Hinterkopf, rechtzeitig wieder am Rückfahrtgleis zu sein. Abfahrt: 17.40 Uhr. Natürlich war ich 30 Minuten früher dort. Denn schon mal wurde, vor vielen Jahren – kurzfristig das Gleis gewechselt, wir mussen sprinten, um in letzter Minute im Zug zu sein. So etwas wollte ich nicht mehr erleben. Also wieder kostbare München-Bummel-Zeit weg. Doch der Zug kam mit ca. 20 Minuten Verspätung an. Dann Rückfahrt nach Hof, mit weiteren unvorhergesehenen Stopps mit Durchsagen wie: „Wir müssen langsamer fahren wegen der vor uns fahrenden S-Bahn.“ oder „Vor uns blockiert ein Zug mit ausgefallenen Bremsen das Gleis…“ Ok, ich bin ja schon froh, dass „mein Zug“ rechtzeitig die Mitteilung erhielt zu stoppen. Da wartet man doch gerne, bis das Gleis wieder frei ist. Schlußendlich kam ich mit 62 Minuten Verspätung kurz nach 22.00 Uhr am Hofer Hauptbahnhof an.
Muss aber auch sagen, dass sich die Deutsche Bundesbahn sehr bemüht, die Fahrgäste mit Durchsagen zu informieren und sicher alles tut, damit alles reibungslos abläuft. Für unvorhersehende Ereignisse kann sich ja nichts. Aber „brummige Schafe“ gibt`s halt überall. Ich war in meinem Beruf am Bankschalter sicher nicht immer der Strahlemann, da mir mein Beruf, Zahlen und Formulare, nie Spaß gemacht hat. Doch am Kunden habe ich das nie ausgelassen. Letzthin erst: „Schön, dass ich Sie heute mal persönlich treffe. Meine Mutter freut sich immer, Sie in der Zeitung zu sehen. Sie schwärmt regelrecht von ihnen und sagt, dass Sie am Schalter immer so nett zu ihr waren…“
Bahnfahrt: Ein „Abenteuer“ der besonderen Art. Das ich in dieser Art nicht unbedingt auch noch brauchte. Mein Leben ist voll mit Hektik, Stress, Arbeit bis Oberkante Unterlippe – und dann wollte ich einfach mal zwei Mal entspannen.
Was für zwei Erlebnisse mit dem Zug nach innerhalb von wenigen Tagen – nach über 20 Jahren Bahnfahrt Abstinenz. Was ich daraus lernte? Ich werde alles tun und alle anderen Möglichkeiten nutzen, nicht mehr mit den Zug irgendwohin fahren zu müssen…
Zwei nette Damen
Nachtrag: Eigentlich habe ich auf Bahnfahrten immer gern meine Ruhe. Und nach so einem haarsträubenden Erlebnis erst recht. Doch schon auf dem Bahnsteig lernte ich eine sehr nette Dame aus Naila kennen („Das ist doch der Herr Beer…“ – wir saßen dann auch im Zug nebeneinander) und im Abteil auch noch eine junge Frau aus der Ukraine, aus glaube ich Wirsberg. Wir unterhielten uns sowas von nett, sodass beide letztendlich am 20. Juni um 13.00 Uhr zum Besuch von Franz Xaver Gernstl (BR TV-Serie „Mit Gernstl unterwegs“) in den Fernweh-Park kommen wollen, zu seiner Aufnahme in die „Signs of Fame“ und zur anschließenden Buch-Autorenlesung im Amphitheater.

Hinweis: Das Bild ist mit KI-geniert und zeigt neben mir eine rein fiktive Person. Ähnlichkeiten sind nicht beabsichtigt und rein zufällig.

