Steingarten im Fernweh-Park

In dieser Rubrik NEWS finden Sie Besuche, Events, Aktivitäten und Informationen rund um den Fernweh-Park, bei denen es nicht direkt um Aufnahmen von Stars in die “Signs of Fame” oder um Schilderübergaben geht, für die es eigene Rubriken gibt – die aber so interessant sind, dass wir Ihnen diese nicht vorenthalten möchten. 

Die Touristenattraktion „Fernweh-Park“ im Markt Oberkotzau wird um einen weiteren Blickfang erweitert. Wie der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig befürwortete, erhält der Schilderwald im nächsten Jahr, 2027, einen STEINGARTEN.

Damit wird, so Initiator Klaus Beer, die Ideologie und Botschaft des völkerverbindenden Friedensprojekts noch deutlicher ausgelebt. Dieses Ist nicht nur buntes Blech auf Holz, sondern steht gegen Rassismus, gegen Antisemitismus, gegen Extremismus jeglicher Art und für eine bunte, friedvollere Welt sowie für die Erhaltung der Lebensräume auf unserem wunderschönen blauen Planeten Erde, womit wir beim Thema sind. Der Fernweh-PARK wird mit diesem Steingarten noch „parkähnlicher“. Die Vorbereitungen dazu haben schon begonnen. Zwei große Steinhaufen gegenüber der ausgewählten Rasenfläche zeugen von den im Frühjahr beginnenden Tätigkeiten.

Alle Steine sind von Klaus Beer gesponsert, der den Steingarten auch selbst anlegt. Er sagt: „Da ich einmal Landschaftsarchitekt werden wollte und meinen Steingarten in der Schrebegartenanlage am Schwalbenweg 48 Jahre gestaltet habe, ist es für mich kein Problem, höchstens eine Herausforderung, im Fernweh-Park ein weiteres Highlight zu schaffen.“

PHASE 1: Hier schon mal das Gelände am Fernweh-Park mit dem eher kargem Rasengrund, auf dem der Steingarten entstehen soll. Da bis zu dessen Fertigstellung aber noch Monate, der lange Winter 2026/27 liegt, haben wir Mr. KI gebeten, schon mal einen kleinen Einruck zu schafffen, wie der Steingarten einmal aussehen könnte. KI kann natürlich nicht in den Kopf von Klaus Beer schauen der sagt: „Oder auch ganz anders. Denn das sind nicht die Steine, die ich zur Verfügung habe. Wie es einmal aussehen soll, erfährt man am Ende unseres Rückblicks zur Entstehung der Idee…“

 

PHASE2: Unser Garten am Schwalbenweg – wie er einmal war. 48 Jahre lang

 

PHASE 3: Abholen der Steine

 

PHASE 4: Deponieren der Steine im Fernweh-Park – Warten auf das Frühjahr 2027

 

Die Hintergründe

Doch wie kam es dazu? Die Hintergründe: Wir haben unseren Garten in Neuhof, am Schwalbenweg, unterhalb der von weit sichtbarem „Radarstation“, schon immer nicht nur als Nutzgarten gesehen. Wir hatten zwar etwas Gemüse, Radieschen, Schnittlauf, Erdbeeren, aber nach jeder Filmreise in der Welt war ich von den dortigen Naturschönheiten so fasziniert, dass ich begonnen habe, Miniaturlandschaften zu gestalten. So schuf ich in fast fünfzig Jahren ein einzigartiges Biotop aus Steinen und Teichlandschaften, in dem sich Amphibien und Reptilien tummelten. Da sahen wir laufend Eidechsen zwischen den Steinen umherhuschen, auch Frösche und jede Menge Insekten. Einzigartige Erlebnisse waren zum Beispiel, als sich einmal in der Paarungszeit Frösche, die beim sich Nähern sonst immer schnell ins Wasser hüpfen, regelrecht an unsere Finger klammerten oder Hunderte von winzigkleinen Fröschlein umherwuseln. Libellen schlüpften an den Teichgräsern. Auch entdecken wir viele Kröten zwischen den Steinen.

Fernsehteam filmte den Steingarten

Unser Garten gefiel vor Jahren Franz Xaver Gernstl so gut, dass er ihn in seiner Sendung „Mit Gernstl unterwegs“ brachte. Noch heute werde ich darauf angesprochen.

Doch plötzlich, nach fast 50 Jahren, war unser Garten in seiner über lange Jahre gewachsenen Form nicht mehr erwünscht. In einer erhaltenen Abmahnung hieß es u.a. „Ihre Philosophie der Gartenwirtschaft ist ihre Sache. Aber sie steht nicht in Einklang der Gartenordnung und Bundeskleingartengesetz. Und: Das Einbringen von Steinen ist bei einem Kleingarten kontraproduktiv und nicht gestattet.“

Einzigartiges Biotop zerstört

Nun erhielten wir eine Abmahnung mit u.a. der Aussage, dass unser Garten „verwildert“ wäre und wir 33% Prozent davon Nutzfläche bereitstellen sollen. Das heißt, wir müssen ein einzigartiges Biotop, Rückzugsort für Amphibien, Reptilien und Kleinlebewesen zerreissen, zerstören, um dort Gemüse oder Kartoffeln anzubauen, an dem es nur Raupen und Schnecken gibt, aber keine schützenswerte Tierarten. Nur der Paragraphen willen  Keine Firma darf auf einem Gelände bauen, auf dem z.B. ein seltener Vogel nistet oder gar ein Flughafen wird untersagt, wenn dort schützenswerte Reptilien zu finden sind. Aber wir müssen dieses Biotop zerstören.

 Die Pflege und das optische Aussehen unseres Gartens hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Denn im Laufe der Zeit  entwickelte ich ein noch feinfühligeres Gespür für die Natur. Früher konnte man die Rasenlänge mit dem Zentimeterband abmessen und ich entfernte akribisch jedes Unkraut, dass dort nicht hingehört. Doch heute definiere ich „Unkraut“ anders und entschuldige mich fast bei jedem Pflänzchen, wenn ich es rausreissen muss. Warum darf dieses nicht leben, aber andere schon. Obwohl es auch wunderschön blüht.

Deshalb ließen wir auch einige Jahre unsere Wiese als Blühwiese gedeihen, mit einem Meer aus Margarithen und anderen Wildblumen, die wir extra ansäten. In unserem Garten summte es nur so von Insekten, Schmetterlinge erfreuten uns und Eidechsen suchten dort Unterschlupf.

Wir hatten eigentlich immer schon die geforderte Nutzfläche, die halt einfach anders aussah. Nicht Kohlrabi oder Kartoffel, sondern Kräuter und Wildkräuter und viel Weintrauben, deren Äste sich über mehrere Meter erstreckten.

Wertvolle Steine – wohin damit? 

Um nicht wertvolle Lebenszeit mit etwaigen Streitigkeiten zu verschwenden sind wir nun der Aufforderung nachgekommen, optisch 33% Nutzfläche zu schaffen und haben die Steine entfernt. Es handelt sich dabei um seit Jahren besonders zusammengesuchte Steine wie Tuffsteine mit Löchern, aus denen Hauswurze etc. wachsen und auch weitere in Gartenmärkten gekaufte, optische schöne Steine.

In der nun daliegenden Brachfläche könnte nun die geforderte Fläche mit Gemüse etc. bepflanzt werden. Die Vorgaben wurden erfüllt.

Da wir auf Grund der Gartenordnung nach 48 Jahren nun ein Biotop zu zerstören mussten, sollte dies nicht umsonst gewesen sein. Das Rausreißen der Steine muss Sinn machen. Es muss daraus etwas Neues, Ähnliches, noch Schöneres entstehen. So kam mir der Gedanke, eine Grünfläche an RAND DES Fernweh-Parks, mit einem Steingarten zu verschönern.

Nach einer Besichtigung mit dem Ersten Bürgermeister der Marktgemeinde Oberkotzau, Stefan Breuer, dem Leiter des Bauhofs, Mike Ahnert und Stefan Büchel vom Garten- und Landschaftsbau Oberkotzau, legten wir schließlich das Stückchen Erde fest.

Umzug – eine einzigartige Hauruck-Aktion

Viele halfen bei einer ersten großen Umzugsaktion mit. Der Gartenbaubetrieb Stefan Büchel organisierte Container und sponserte Transporte und stellte zwei starke Kräfte zur Verfügung. Am Tag X des Steineholens, dem viele Tage Vorarbeit, echte Schufterei von mir mit Erika und einem irakischen Freund vorausgingen, Knochenarbeit, wimmelte es nur so von Helfern. Nach Anfrage um Hilfe bei „Die Gruppe“, stellte diese gleich 5 Leute zur Verfügung und mit Fernwehpark Vereinsmitgliedern und Freunden unserer Kirche und einem irakischen Nachbarn waren über 15 Leute im Einsatz.

Ganz große Steine, die nur mit schwerem Gerät durch Büchels Gartenbetrieb umgesetzt werden können, befinden sich im Moment noch im Schrebergarten und werden zeitnah in den Fernweh-Park verbracht.

Sobald es die Witterung im Frühjahr 2027 zuläss möchte ich loslegen. Das Grundkonzept ist in meinem Kopf schon fertig. Wie auch in unserem Garten, wird jeder Stein so platziert, dass er wirkt. Ich werde da auch in unterschiedlichen Ebenen arbeiten und Nischen, Plattformen, Gefälle einbinden. Alles andere wäre langweilig. Es soll ein Mini-Botanischer Garten werden, aber mit leicht zu pflegenden Pflanzen, größtenteils aus verschiedenen Sorten Hauswurz und speziellen Moospolstern.

Wie Pönix aus der Asche

Einen Teil der Pflanzen haben wir bei einem Freund in Oberkotzau zum Überwintern eingeschlagen und fast 50 Obstkisten warten vollgepackt auf das Frühjahr. Das wird ein Kraftakt werden. Unser Steingarten wird wie Phönix aus der Asche an anderer Stelle wieder auferstehen und im wahrsten Sinne neu erblühen und Reptilien einen Rückzugsort bieten. Der Platz ist auch so gewählt, dass Kleintiere den kaum befahrenen Gehweg im unteren Teil bis zum „Brotzeitheisla“ gefahrlos bis zur Schwesnitz und zurück queren können. Denn vom Perlenradweg biegt man entweder in den Saaleradweg ein oder fährt in den Fernweh-Park – und auf dem 2. Parkplatz geht`s mit dem Auto auch nicht weiter. So sind dort nur Fußgänger unterwegs.

Wir sind deshalb dem Gartenverwalter im nachhinein „dankbar“ für die Abmahnung,  denn wäre diese nicht gekommen, hätte der Fernweh-Park in Oberkotzau keinen sicher wunderschönen Steingarten erhalten.

Fotos: Klaus Beer (3 Fotos KI)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.