Donald Duck grüßt mit „Entenhausen“ im Fernweh-Park

In dieser Rubrik finden Sie Bildergeschichten, in denen wir die Schilderübergaben für den Fernweh-Park von Privatpersonen, Vereinen, Firmen, Institutionen etc. dokumentiert haben – Ausflüge von Familien, Busreisenden und Besuchern aus aller Welt – in den FERNWEH-PARK.

Die Übergaben der Schildergrüße werden meist in tolle Events verpackt, oft regelrecht zelebriert – und sind immer mit schönen Erlebnissen gefüllt. „Auftritte“ mit über 100 Personen im Fernweh-Park sind keine Seltenheit. Ein Schilder-Kaleisdoskop mit Schildergrüßen aus der ganzen Welt.

Lassen Sie sich überraschen, wie Fernweh-Park Besucher ihre Schildübergabe präsentieren – und vielleicht sind demnächst auch SIE mit Ihrem ganz persönlichen Schildergruß und Bilderstory dabei, so wie diese hier:   

31.03.2009: „Donald Duck“ übergibt Schild von „Entenhausen“ und Ortsschilder, die in den Donald-Duck-Heften „mitspielen“

Als am 9. Juni 1934 in dem Disney-Film „The Wise Little Hen“, eine unscheinbare Ente im Matrosenanzug auf Leinwand, erschien, konnte niemand ahnen, daß dies der Beginn einer beispiellosen Karriere sein sollte.

Ein von vielen Fans der „Ente“ ist Gerhard Severin. Der Enthusiasmus des Ingolstädter Donaldisten schuf eine „Duckiana“-Sammlung von wohnungssprengenden Ausmaßen. Standen am Anfang die Comics im Mittelpunkt, so wuchs im Laufe der Jahre eine Rundumsammlung mit einer unglaublichen Fülle von Figuren und Darstellungen jeder Form und Technik, über Dreitausend an der Zahl. Sie zeigen Donald als die Kultfigur, als Hauptdarsteller einer Merchandising-Maschinerie von Dagobert’schen Dimensionen. In erster Linie entführen die Bilder und Figuren seiner Sammlung in die Welt von „Entenhausen“ und seiner Bewohner.

Als sich abzeichnete, daß in Schwarzenbach an der Saale ein Museum zu Ehren von DONALD DUCK gebaut werden soll, zog Gerhard Severein mit seiner Gattin sogar in den Ort vor den Toren von Hof, um das Museum mit seinen gesammelten Kostbarkeiten zu bestücken und diesen ganz nahe zu sein.

Wie alles begann – Gerhard Severin: „Meine Donald-Begeisterung“ oder: „Alle Macht der Ente“

Doch lassen wir Gerhard Severin selbst zu seiner Leidenschaft, alles über die berühmteste Ende der Welt zu sammeln, zu Wort kommen: „Schon als Kind war ich von Comics begeistert und stellte fest, daß es Qualitätsunterschiede gab. Die Disney-Comics waren einfach besser. Als Jurist musste ich durch 2 Staatsexamen, wobei beim ersten acht, beim zweiten zwölf fünfstündige Klausuren an aufeinanderfolgenden Arbeitstagen zu schreiben waren. Die Pausen zwischen den Klausuren nutze ich, Lustige Taschenbücher zu lesen. Damit hatte ich als beginnender Volljurist schon eine erkleckliche Sammlung an donaldischer Literatur zusammen.

Ende der siebziger Jahre wurde ich schon einmal auf die D.O.N.A.L.D. aufmerksam, als deren Gründer Hans von Storch bei Guido Baumann im Fragespiel „Sag die Wahrheit“ auftrat. Schon da faszinierte mich das Thema „Duck“.

Entscheidend für meine Entwicklung zum Donaldisten war das Jahr 1994. Zunächst war ich das erste Mal in Euro-Disney und später fand ich in einem Comicladen in Hamburg auf der Fruchtallee die Zeitschrift „Der Donaldist“. Es war toll,darin zu lesen, wie die Donaldisten die Welt von Entenhausen wissenschaftlich erforschten. Leider musste ich auch feststellen, dass meine Kenntnisse über Entenhausen minimal waren, so dass ich mich entschloss, weiter meiner Sammlerleidenschaft von Comicprodukten zu frönen, nur konzentrierte ich mich nunmehr auf die Welt der Enten. So entstand mit der Zeit meine Sammlung, welche nunmehr aus über 3000 Figuren aus allen erdenklichen Materialien und Größen und über 4000 Zeitschriften und Büchern besteht.

Ich brachte alles gut in meiner 43 qm großen Wohnung in Ingolstadt unter und es war mir eine Freude, bei Besuchern die Begeisterung und Faszination in den Augen zu sehen, wenn sie diese geballte Entenmacht wahrnahmen. Auch wandelte sich dadurch die Entgeisterung meiner Umwelt über meine Leidenschaft in Begeisterung und Verständnis. Dadurch reifte auch der Wunsch in mir, meine Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ich nervte in Ingolstadt die Kulturschaffenden der Stadt, bis sie mir erlaubten 2004 zum 70. Geburtstag von Donald Duck eine Ausstellung zu gestalten. Diese war sehr erfolgreich.“

Dr. Erika Fuchs: Die Frau, die „Entenhausen“ die Sprache gab

Wie nun kam das DONALD Museum nach Schwarzenbach an der Saale? Dies ist einer Dame zu verdanken, welche die Micky Maus Hefte ins Deutsche übersetze: Frau Dr. Erika Fuchs. Und da diese von 1934 bis 1984 in Schwarzenbach a.d. Saale lebte und dort ab 1951 die Comic-Hefe übersetzte, flossen lustige Ortsnamen aus der Region gleich in die Textblasen der Hefte ein.

Dr. Gerhard Severin: „Als dann 2006 der Kongreß der D.O.N.A.L.D. in Schwarzenbach an der Saale, der Heimat von Frau Dr. Erika Fuchs stattfand, reifte zusammen mit Bürgermeister Eberl die Idee, hier ein Museum zu Ehren von Frau Dr. Erika Fuchs zu errichten, wo auch meine Donalde ein Zuhause finden könnten.

In Schwarzenbach übersetzte Frau Dr. Fuchs von 1951 bis zu ihrem Umzug nach München 1984 zunächst alle Geschichten der „Micky Maus“, später konzentrierte sie sich auf die Berichte, welche von Carl Barks gezeichnet wurden. Sie gab den Enten ihre Sprache und verwendete hierbei auch viele Zitate aus der Literatur. Sie wurde selbst sprachschöpferisch tätig und schuf den „Erikativ“, um Geräusche durch Worte verständlich zu machen. Auch spielte die Handlung der Berichte dann häufig in ihrer oberfränkischen Heimat rund um Schwarzenbach von „Schnarchenreuth“ über „Oberkotzau“ bis „Grosschlattengrün“, von der „Schiefen Ebene“ am Rande des „Fichtelgebirges“ über die Höhen des „Ochsenkopfes“ und des „Waldsteines“ bis zum „Felsenlabyrinth“ und den „Luisenburgfestspielen“ in Wunsiedel. Hier wandelt man beständig auf den Spuren der Familie Duck. Hier existiert Entenhausen real.“

Der Klub der M.i.l.l.i.a.r.d.ä.r.e.

Für das Museum wurde dann die „Dr. Erika Fuchs Stiftung Schwarzenbach“ gegründet und als Förderverein der „Klub der M.i.l.l.i.a.r.d.ä.r.e.(Menschen in lauterer, lebenerfahrener interaktiver angenehmer Runde, donaldische Ästhetik rigoros einfordernd), um die Kosten des Museum tragen zu können. Mitglieder sind jederzeit willkommen.

„Klatsch, Klatsch, Klatsch…“

Klaus Beer anmerkend: Bei einer Monatssitzung des Fernwehpark Vereins, bei der auch Reinhard Gerstner anwesend war, seines Zeichens auch Mitglied in diesem Klub, erfuhr man, daß in diesem Verein nach einer Rede nicht geklatscht werde. Anstelle dessen ertönt aus aller Munde ein freudiges „Klatsch, klatsch…“ basierend auf dem „Erikativ“.

Gerhard Severin weiter: „2008 zog ich deshalb mit meiner lieben Frau nach Schwarzenbach und wir sind nun dabei, Schwarzenbach und die Region Oberfranken zu donaldisieren. An allen in den Berichten erwähnten Orten sollen Erinnerungstafeln angebracht werden. Der Beginn ist hier im Fernwehpark, um die Sehnsucht nach Entenhausen, welche wir im Herzen tragen, zu stillen.“

Der Fernweh-Park– eine Sammlung von Ortsnamen aus aller Welt. Neben der Ideologie des multikulturellen und völkerverbindenden Friedensprojekt besteht der Grundgedanke darin, mit Ortsnamen Besucher aus aller Welt zu grüßen – und wenn solche Namen wie eben „Schnarchenreuth“ und „Oberkotzau“ diese dann sogar eine ganz besondere Rolle in in Romangeschichen spielen ist es geradezu ein Muß, diese komplex an einem Pfahl zu präsentieren.

Die Ortstafel OBERKOTZAU

Darf natürlich nicht ausbleiben zu erwähnen. In der Blütezeit des Fernweh-Parks in Hof konnte Initiator Klaus Beer, besonders bei so einem tollen Event mit Blick auf die Ortstafel von OBERKOTZAU nicht ahnen, dass dieser Ort einmal eine ganz besondere Rolle für den Fernweh-Park spielen wird. Denn im Jahre 2017 zogen alle Schilder in diesen Ort um und Stars und Medien fuhren dann an Hof vorbei, um über den Neuen Fernweh-Park in OBERKOTZAU zu berichten… Hier die Bilder von der Neueröffnung am 18. Mai 2018 mit vielen Stars und Medien.

Die Schilderübergabe

Ein denkwürdiger Tag, wie man in unserer Geschichte noch erfahren wird. So läßt es sich GERHARD SEVERIN, seines Zeichens Richter am Amtsgericht Hof, nicht nehmen, zu diesem besonderen Anlaß der Schilderübergabe im Gewand der berühmten Ente zu erscheinen.

Neben einem extra für DONALD DUCK angefertigten Schild erhält auch Frau Dr. Erika Fuchs, in Gedenken, eine Ortstafel mit den Bezeichnungen „Entenhausen“ und „Schwarzenbach a.d.Saale“, wo sie 1951 bis 1984 ENTENHAUSEN die Sprache gab.

Von links Gerhard Severin, Fernwehpark Initiator Klaus Beer, Reinhard Gerstner, Vorstandsvorsitzender der Kreis- und Stadtsparkasse Hof und Fernwehpark Vereinsmitglied und der Bürgermeister von Schwarzenbach/Saale, Alexander Eberl. (Bitte klicken Sie auf die Bilder, um diese groß und in hochauflösender Bildqualität zu sehen.)

Nach einem offiziellen Pressefoto für den Hofer Anzeiger bittet Klaus Beer zum eigentlichen Shooting vor die medienerprobte Schilderkulisse, also dorthin, wo alle Stars und Sternchen für ihre Aufnahmen in die „Signs of Fame“ ihr Star-Schild signieren und ihre Hände ala´Hollywood in feuchten Ton drücken. Im Gehweg zu sehen sind auch die STAR-STERNE, die ähnlich des „Walk of Fame“ in HOLLYWOOD an Prominente verliehen werden, die sich in besonderer Weise für hilfsbedürftige Menschen auf der Welt einsetzen.

Übrigens: Mickey Mouse hat ihn Hollywood bereits einen Stern erhalten, Donald Duck arbeitet noch daran, vielleicht auch irgendwann einmal hier im Fernweh-Park einen solchen zu bekommen. Doch Donald muß sich beeilen, muß er doch, wie die Bilder bei den Star-Stern Verleihungen zeigen, auf dem Roten Teppich neben seinem Stern in die Hocke gehen. Ob das in seinem Alter von jetzt 74 Jahren noch ohne Knieprobleme abgeht?

Ortsnamen, die in den Donald Duck Hefen „mitspielen“…

Mit Freude präsentiert „Donald Duck“ (Gerhard Severin), Reinhard Gerster und BM Alexander Eberl die Ortstafeln mit den Namen, die in folgenden Heften eine Rolle spielten:

  • OBERKOTZAU (erwähnt im Mickey Mouse Heft Nr. 7, 1954),
  • SCHNARCHENREUTH und KLEINSCHLOPPEN erwähnt im Donald Duck Heft Nr. 73, Seite 35
  • KIRCHENLAMITZ, erwähnt im Donald Duck Heft Nr. 73, Seite 37.

Diese Hinweise sind auch in blauer Schrift, passend zu dem Matrosenanzug von Donald, zu den jeweiligen Orten aufgedruckt. So können die Besucher gleich sehen, in welchem Heft der Ortsname vorkommt.

Fernsehteam des Bayersichen Rundfunks filmt

Nach wochenlangem Schmuddelwetter ist heute der erste schöne Frühlingstag. Ein herrlich blauer Himmel spannt sich über den Fernweh-Park, idealer könnte das Wetter für das Fotoshooting nicht sein.

Auch ein Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks ist da und filmt die Schilder-Aktion. „Donald Duck“ dürfte sich wie in den Disney-Studios in Hollywood vorkommen, denn beim Shooting bittet man „ihn“ um immer neue Posen.

Autofahrer und Passanten schütteln den Kopf

Die Autofahrer und Passanten am Fernwehpark wundern sich schon lange nicht mehr, was da so alles vor der exotischen Schilderkulisse abgeht. Oft fallen über Hundert Besucher wie Heuschrecken in den Schilderwald ein. Mal kommt sogar ein ganzer Zirkus mit Kamelen, dann wieder trifft man auf bekannte Stars, die ihre Hände in feuchten Ton drücken, ein anderes Mal schreiten Promis über einen roten Teppich, flankiert von Bodyguards und umlagert von zig Fernseh-und Fotokameras. Heute nun ist es eben eine ENTE, die am Fernwehpark mit ihren Schilder posiert…

So schütteln viele den Kopf wenn sie sehen, was da am Fernweh-Park abgeht, können das alles nicht begreifen. Klaus Beer: „Der Fernweh-Park polarisiert. Da es in Deutschland nichts Vergleichbares gibt, er in keine Denkschablonen passt, begreifen so manche Leute nicht, um was es da überhaupt geht. Keinesfalls nur um „buntes Blech auf Holz“, wie manche meinen, da sie sich nicht die Mühe machen, sich die Botschaft und Ideologie des Friedensprojekt zu informieren. Manche sprechen sogar von „Schrottplatz“ und „Umweltverschandelung“ und begreifen nicht, selbst im Rathaus, welchen Werbeeffekt der Fernweh-Park für die Stadt hat. Der Name HOF wird durch diese Touristenattraktion in alle Welt hinausgetragen, in positivster Weise, eine kostenlose PR, die kein Stadtmarketing je bezahlen könnte… Andere Städte würden sich die Finger nach dem Projekt abschlecken, wenn sie es in Ihrer Stadt hätten – doch Hof verspielte sein Alleinstellungsmerkmal. Darf bei allen tollen Events, wie auch diesem heute, nicht unter den Teppich gekehrt werden.“ 

Beer weiter: „Deshalb sind wir allen, die dem Projekt in Hof keine Empahtie entgegenbrachten und damit nichts anzufangen wussten, unendlich dankbar. Denn sonst hätten wir nach vielen Angeboten von anderen Städten, darunter Bad Steben und Berlin, die den Fernwehpark zu sich holen wollten die einmalige Chance in Oberkotzau nie ergriffen, wo wir jetzt, dank dem Weitblick der dortigen Bürgermeister und des Marktgemeinderats, glücklich beheimatet sind. “ 

Dann zeigt Donald, wer in ihm steckt. Gerhard Severin wird vom Fernsehteam des BR interviewt. Es gäbe noch soviel zu erzählen über die Leidenschaft des Sammelns von Micky Maus und Donald Duck Heften und bislang über 3000 Figuren, doch wie im Fernsehen immer, werden letztendlich nur wenige Bilder über den Äther gehen. Ein Grund, das Dr. Erika Fuchs Haus mit dem DONALD Museum in Schwarzenbach an der Saale zu besuchen, um die donaldischen Schätze live zu begutachten.

Donald im Reigen der kuriosen und lustigen Ortsnamen

Dann steht „Donald Duck“ vor dem Themenpark der kuriosen Ortsnamen, in dessen Sammlung sicher auch die Orte „Schnarchenreuth“ und „Oberkotzau“ und „Kleinschloppen“ passen. Gerhard Severin alias Donald Duck, freut sich, unter den lustigen Ortnamen auch ein kleines Schild mit dem Namen „Entenhausen“ zu finden.

Wie könnte es anders sein, natürlich prangt auch am Auto des leidenschaftlichen Sammlers ein entsprechender Aufkleber. Man sieht sofort, daß der Fahrer dieses Fahrzeugs dem Klub der M.i.l.l.i.a.r.d.ä.r.e. angehört. Die Aktion ist zu Ende. „Donald Duck“ hat sich in Gerhard Severin zurückverwandelt. Doch auch das Nummernschild ist nicht zufällig. Es beinhaltet die Anfangsbuchstaben von „Erika Fuchs“ und die „Postleitzahl“ von „Entenhausen. Und überhaupt. Die Schilderübergabe fand am 31.03. statt. Wenn das kein historisches Datum ist…

Alle „Donald-Schilder“ an einem Pfahl

Da man auch einen Fernweh-Pfahl erwerben, sprich für den Fernweh-Park spenden und diesen dann auch mit eigenen Schildergrüßen bestücken kann, hat Reinhard Gerstner diesen Pfahl gekauft, an dem ab sofort diese Plakette prangt.

Und so sieht der „Donald Duck“-Pfahl mit seinen Schildergrüßen aus, zu sehen in unserer Bilderstrecke.

Kleine Geschichte am Rande. Als Klaus Beer mit Fernwehpark Vereinsmitglied Werner Mocker am anderen Tag die neuen Schilder anbringt, kommt ein etwa fünfjähriger Knirps auf sie zu und fragt: „Ich möchte das Donald Duck Schild sehen. Wo ist es denn?“ Dies war bislang noch bei keinem Star-Schild der Fall. So ist Donald Duck eben der wahre „Superstar“. 

Fotos: Klaus Beer

Foto-Postproduktion: Klaus Beer

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