Hofer Fernweh-Park Hofer Fernweh-Park

 

Berlin - Hof / Fernwehpark - Kapstadt

Ein Fahrradabenteurer on tour

Der Berliner Fahrradabenteurer FRANK LORENZ ist einer von den eher Ruhigen, die ohne viel Aufhebens ihr ganz persönliches Fernweh mit dem Bike ausleben. So findet man auf seiner Homepage auch keine Biografie um nachzulesen, wo er sich schon so überall auf der Welt herumgetrieben hat. Es ist nur zu erfahren, daß er in Südamerika mit dem Fahrrad unterwegs war und die legendäre PANAMERICANA befuhr.

Sein Tagebuch dazu ist köstlich. So ist da z.B. zu lesen:

PANAMERICANA von CAMANA nach LIMA KM 755 LA PLANCHATA - Dorf mit stinkender Fischfabrik ... oder vorher: KM 578 Tanaka - Dorf KM 567 Yauca - Dorf KM 557 Chavina - Dorf KM 531 Imbißbude KM 528 LOMAS - Dorf KM 520 Imbißbude KM 483 RESTAURANT "PARINA COCHAS" KM 464 mehrere Restaurants KM 457 mehrere Imbißbuden KM 450 mehrere Imbißbuden bis NASCA KM 444 NASCA KM 422 Aussichtshügel KM 420 Aussichtsturm KM 417 Imbißbude KM 402 Imbißbude KM 401 Llipata - Dorf KM 396 Palpa - Dorf KM 392 Rio Grande - Dorf KM 388 Imbißbuden KM 386 Restaurant "La Varianta" KM 384 Santa Cruz - Dorf KM 383 Imbißbude

Fernwehpark Initiator Klaus Beer traf Frank das erste Mal, als er für seinen Fahrradabenteurer-Kollegen TILMANN WALDTHALER ein "Weltumradlerfahrrad" für das geplante Fernweh-Museum zum Fernwehpark brachte. Man verstand sich sofort, klar doch, ist doch FERNWEH eine Weltsprache, die sofort verbindet. Der eine nutzt dazu das Auto, das Campmobil oder vielleicht nur Schusters Rappen. Der andere schwingt sich auf sein Fahrrad und fährt einfach hinein in die unendliche Freiheit... Wie Frank Lorenz eben. L

Nun ist FRANK LORENZ wieder unterwegs. Er hat, wie er erzählt, ein halbes Jahr "geschuftet", um das Geld für die Tour zusammenzubekommen. Jetzt will er hinauf zum Nordkap "...ich muß mich sputen, wegen des Winters", sagt er und dann weiter über Spanien nach Afrika bis hinunter nach Kapstadt / Südafrika.

Fernwehpark Intitiator Klaus Beer freut sich, denn Frank will, wie sein Abenteurer Kollege Waldthaler, während der Tour versuchen, Schilder zu ergattern und damit sein Bike-Abenteuer in Schildern zu dokumentieren.

Unser Bild zeigt Frank Lorenz mit Fernwehpark Intitiator Klaus Beer vor der exotischen Schilderkulisse des Fernwehparks vor dem 1. STAR-STERN im "Signs of Fame" von Pop Queen Sarah Connor.

Der Fernwehpark ist gespannt, was nun so alles so kommen wird. Sobald ein Schild eintrifft, präsentieren wir es natürlich hier in unserer Bildergeschichte. Wir wünschen Frank eine gute Fahrt, viele tolle Erlebnisse, gute Gesundheit und viel Erfolg und Spaß beim Schildersammeln.

Stopover in Hammerfest

Unterbrechung auf dem Weg nach Südafrika. Frank Lorenz hatte ja vor, zuerst zum Nordkap zu radeln und dann zurück straight nach Süden in die Sonne und Wüste, nach Südafrika. Hier sein aktueller Bericht, warum er erstmal in Hammerfest "überwintern" muß.

10.11. 2006:

Um 7.30 Uhr verließ ich das Haus meiner Gastgeberin der letzten Nacht, Anne, und kurz darauf Lakselv. Ich hatte gerade die Stadtgrenze passiert als ein heftiges Schneetreiben einsetzte. Böse Erinnerungen an den Wintereinbruch bei Oulu wurden in mir geweckt. Aber nach zwei Stunden hörte der Spuk auf und Schneepflüge befreiten die Straßen vom meisten Schnee. So wurde die Piste entlang des Porsangerfjordes wieder relativ gut befahrbar. Meine Spikereifen bohrten sich in die vereiste Strasse und ich kam gut voran. Zwischendurch schien sogar die Sonne so, daß es am Ende noch eine schöne Tagesfahrt zum Campingplatz am Olderfjord wurde. Nach den Nächten die ich um Minus 20 Grad im Zelt verbracht hatte stellte ich dort mein Zelt bei ,,sommerlichen,, 0 Grad Celsius auf. Das war auch die erste Fahrt, seit Tagen, während der mein Trinkwasser nicht zu Eis erstarrt war.

11.11. 2006:

Morgens machte ich noch ein paar Fotos am Olderfjord, dann radelte ich weiter Richtung Norden. Der nächste Fotostop war ernüchternd. Meine Digitalkamera funktionierte nicht mehr! ,,Lense Error,, stand auf dem Display als ich versuchte sie anzuschalten. So kurz vor dem Ziel ist eine nicht mehr zu gebrauchende Kamera natürlich sehr ärgerlich. Zum Glück hatte ich noch meine Spiegelreflexkamera dabei um ein paar schöne Fotos zu machen.

Der Tag begann mit sonnigem Wetter. Später, nach dem Passieren eines Straßentunnels, kam etwas Wind auf. Schnell entwickelte sich der Wind zu einem heftigen Sturm. Zum Glück hatte ich Rückenwind und kam dadurch noch schneller vorwärts. Der Fahrer eines Schneepfluges hielt mich unterwegs an und wollte mich bis zur nächsten Stadt, nach Honningsvag, mitnehmen. Ich lehnte dankend ab. Die restlichen Kilometer bis zum Nordkap wollte ich ohne Mitfahrgelegenheit sondern mit meinem Bike zurücklegen. So ließ ich mich erst einmal weiter vom Wind vorwärts treiben. In der nächsten Kurve hatte ich den Wind von der Seite und fast hätte er mich von der Straße geweht. Zu meinem Glück waren dort Leitplanken angebracht die ihn davon abhielten.

Um die nächsten 2 km zu bewältigen brauchte ich fast eine Stunde. Ich hatte nun Vorderwind! Schiebend versuchte ich den Sturm zu bezwingen der mir immer neue Böen aus Schnee und Eis entgegen trieb. Éndlich hatte ich das Ende des Kalfjordes erreicht und nach der nächsten Kurve wieder Rückenwind. Inzwischen war es 15 Uhr und schon dunkel. Bei diesen Witterungsbedingungen brauchte ich an Camping gar nicht zu denken. Wo sollte ich auch mein Zelt aufstellen? Links waren Felsen und rechts nichts als Meereswasser. Bäume und Sträucher standen schon seit langem nicht mehr am Wegesrand. So musste ich mich also bis Honningsvag durchschlagen. Der fast 7 km lange Nordkaptunnel war die nächste Herausforderung. Natürlich nicht die Abfahrt, die 212 Meter unter den Meeresspiegel führte, sondern die kilometerlange Steigung zum Ende des Tunnels. Am liebsten hätte ich mein Zelt in einer der zahlrichen Nothaltebuchten aufgeschlagen. Endlich hatte ich das Ende des Tunnels erreicht. Kurz darauf kam ich an der dortigen Mautstelle an. Kopfschüttelnd winkte man mich vorbei. Etliche windige Kilometer weiter durchquerte ich den 4400 Meter langen Honigsvagtunnel und war wenig später, nach 106 Tageskilometern, in Honnigsvag angekommen. In der billigsten Herberge die ich dort fand bekam ich eine Unterkunft aber preiswert war sie nicht. Preiswert ist in diesem Teil der Welt ein Fremdwort. Aber eine Möglichkeit mein Zelt aufzuschlagen gab es dort nicht.

12.11.2006:

Noch 33 km bis zum Nordkap. Am Morgen erfuhr ich, dass die Straße dorthin, wegen dem noch immer heftigen Wind, geschlossen sei. Aber in Honningsvag wollte ich nicht bleiben. Es war Sonntag und die kleine Stadt lag wie ausgestorben da. So radelte ich zum 8 km entfernten Campingplatz am Skipsfjord um am nächsten Tag von dort aus das Nordkap zu erstürmen. Natürlich war der Campingplatz geschlossen und auch niemand anwesend der mir irgendwie helfen konnte. Der Wind pfiff über das weiträumige Gelände und um die Bungalows die dort standen. Einen windstillen Platz für das Zelt fand ich nicht. So versuchte ich, ohne Gewalteinwirkung, in eines der Häuser zu gelangen. Nach ein paar erfolglosen Versuchen fand ich tatsächlich eine unverschlossene Tür. So verbrachte ich eine endlos scheinende Nacht in einer Ferienwohnung am Skipsfjord.

13.11.2006

Tag X. Noch 25 km bis zum Nordkap. ,,Wie ist das Wetter?" Das war die erste Frage die ich mir nach dem piepen meiner Armbanduhr am Morgen stellte. Windstill und ein fast blauer Himmel-Super! Frühstück, Sachen zusammenpacken - Abfahrt. Die Straße führte erst einmal aufwärts. Das die letzten Kilometer zum Nordkap ein ,,bißchen" Auf und Ab führen würden hatte ich vorher von einem Autofahrer erfahren. Aus Autofahrersicht sieht eine Steigung ja auch immer ein ,,bißchen" locker aus, aber wenn man mit vollbepacktem Bike vor einer endlos scheinenden, 9 prozentigen, eisverkrusteten Steigung steht ist das alles nicht so locker. Also absteigen und schieben. Egal, der Weg ist das Ziel! Endlich hatte ich die Anhöhe erreicht. Nun ging es wieder ein paar Kilometer abwärts, aber so richtig freuen konnte ich mich nicht darüber. Das Nordkap liegt 307 Meter über dem Meeresspiegel und so wußte ich was mir bevorstehen würde...

Noch 13 km bis zum Nordkap. Neben einem geöffneten Schlagbaum stand ein Schild das darauf hinwies das die Strasse geschlossen sei. Lächelnd nahm ich es zur Kenntniss und radelte weiter. Auch ein geschlossener Schlagbaum hätte mich nicht davon abhalten können mein Ziel zu erreichen. Nach einem weiteren Auf und Ab, durch die schneebedeckten Berge, kam ein Gebäude mit einer weißen Kuppel obendrauf in Sichtweite. Das mußte das Besucherzentrum des Nordkaps sein! Der Anblick setzte noch einmal Kräfte frei. Ein plötzlich aufkommender Wind schob mich regelrecht die letzten Meter empor und an den geschlossenen Kassenhäuschen vorbei. Am Besucherzentrum hielt ich erst einmal an. Der Haupteingang war mit Brettern verbarrikatiert und Schneewehen türmten sich ringsum. Ein Kleinwagen, der mich kurz vorher überholt hatte, parkte davor. Niemand war zu sehen. Der Wind, gefühlte 15 Grad Minus, schleuderte mir dort oben immer neue Böen mit Schnee und Eistücken entgegen. Wo ist das Wahrzeichen des Nordkaps, die Weltkugel? Mit aller Kraft schob ich mein Bike hinter das Besucherzentrum. Zwei junge Frauen kamen mir, sich dem Wind entgegenstemmend, entgegen gelaufen. Sie wollten zwar gerade das Nordkap verlassen aber ich konnte sie überreden meinen Moment der Glückseeligkeit im Bild festzuhalten. Endlich, nach 4855 geradelten Kilometern am ,,Ende der Welt", am Nordkap angekommen. Jaaaa!!!

Lange konnte ich aber den Moment nicht auskosten. Trude und ihre Freundin drängten zum Aufbruch und wolten den ,,Crazy Biker" mit zurück nach Honningsvag nehmen. Als wir um die Ecke bogen stand ein geparkter Jeep an einem Nebeneingang des Besucherzentrums. ,,Ich bleibe noch und versuche mit dem Jeep mitzufahren" entschied ich spontan. Vor allem war es natürlich auch einfacher meine Sachen auf der Ladefläche des Jeeps zu verstauen als in ihrem Opel Corsa. Dankend verabschiedete ich mich von den beiden Norwegerinnen. Etwa 15 Minuten wartete ich in einer relativ windstillen Ecke auf den Besitzer des Jeeps. Auf meine Frage nach einer Mitfahrgelegenheit nach Honningsvag antwortete er: ,,Natürlich können wir dich mitnehmen aber wir haben hier noch zwei Stunden zu arbeiten. Komm erst mal rein". Im menschenleeren Restaurant des Besucherzentrums suchte ich mir einen Platz mit Blick auf das windumwehte Wahrzeichen des Nordkaps. Die Dämmerung setzte langsam ein und später,als es dunkel war, wurde die Weltkugel von Strahlern beleuchtet.

Genau diese Stimmung habe ich in diesem Augenblick gebraucht um meine Bikereise noch einmal an mir vorüber ziehen zu lassen. Der Aufbruch in Deutschland und die folgende Süd- Nord Durchquerung zum Kap Arkona. Die Fahrt entlang der Ostseeküste, durch die Masuren und entlang der Via Baltica nach Tallinn. Die endlos scheinende Eismeerstraße in Finnland, die Rentiere in Lappland und die norwegischen Fjorde. Meine Herbstreise zum Nordkap aus der auf einmal eine Winterreise wurde. Begegnungen mit Menschen und Erlebnisse mit und in der Natur. Alles war nun Geschichte. Meine Geschichte!!! Wehmut und Freude auf kommende Erlebnisse kam in mir auf. Ein herrliches Gefühl!

Aber ohne mein Equipment, das mich nicht im Stich gelassen hat, wäre diese Reise sicherlich nur halb so schön geworden!

Nach der Reise ist vor der Reise. Das Westkap Europas, das Cabo da Roca in Portugal ist nun mein nächstes Fernziel! Ich werde aber nicht sofort weiter radeln sondern meine Reise unterbrechen. Vor allem die letzten Wochen haben mir gezeigt das eine Winterbikereise eine große Herausforderung ist. Ich habe sie angenommen als mich der kalte Wintereinbruch überraschte und bin bis zum Nordkap geradelt. Aber eine Winterbikereise durch Europa macht für mich wenig Sinn. Gegen 13 Uhr setzt nun schon die Dämmerung ein und in 14 Tagen wird die Sonne hier nicht mehr zu sehen sein. Dazu Kälte und Schnee.

Zurück nach Deutschland will ich aber auch nicht sondern ich will einen norwegischen Winter erleben und überleben. Vor allem will ich die Zeit nutzen um meine bisherige Tour aufzuarbeiten und zu arbeiten um meine Reisekasse aufzubessern.

,,Versuch doch mal dein Glück in Hammerfest", riet mir vor ein paar Tagen ein Norweger auf meine Frage nach einer Arbeitsmöglichkeit. Also fuhr ich einen Tag nach meiner Nordkaperstürmung mit einer Fähre durch die norwegische Fjordlandschaft, von Honningsvag nach Hammerfest. Zwei Stunden nach der Ankunft hatte ich eine vorläufige Unterkunft und einen Job in Aussicht! Ich war halt zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und traf dort den richtigen Mann der mir weiterhalf. Die Kreuzwege des Lebens...

Nun sitze ich also in der 10000 Einwohner zählenden Stadt Hammerfest-fest.

Wie es mit meinem Asyl in Norwegen weitergeht wird auf meiner Homepage zu lesen sein.

Winterliche Grüße FRANK

Auf Schilderjagd für den Fernwehpark

Die Reise von FRANK LORENZ ist ein Abenteuer, im wahrsten Sinne des Wortes. Allein der Start der Tour verlief anders als geplant. Nun aber ist es Juli 2007 und es gibt Neuigkeiten.

FRANK hat sich zum Ziel gesetzt, seine Reise – wohin sie ihn auch führen wird – in „Schildern“ zu dokumentieren. Der Fernwehpark stellt ihm dazu eine Pfostenreihe zur Verfügung, die mit seinen Schildergrüßen von möglichst vielen „exotischen“ Ortsschildern bestückt, für immer an sein Fahrradabenteuer erinnern soll.

Tipps aus der Praxis für die „Schilder“-Praxis

Doch nicht nur die Reise ist ein Abenteuer, sondern auch das Schildersammeln selbst.

Klaus Beer, der in den USA und Neuseeland neben seinen Dreharbeiten selbst auf „Schildersuche“ ging, kann Franks Schilderjagd-Bericht nur zustimmen: Alles was mit zusätzlicher ARBEIT zu tun hat, stößt bei Behörden und im Rathaus meistens auf Ablehnung. Erst wenn man den RICHTIGEN Ansprechpartner gefunden hat, der den großen PR-Effekt erkannt hat, sich mit dem NAMEN der STADT in Germany den Besuchern aus aller Welt, Medien und darin involvierten Stars zu präsentieren (Hinweis auf Homepage und Vorlage des Fernwehpark Prospekts), funktioniert es.

Grundlage des Erfolgs ist also immer Der oder die RICHTIGE ANSPRECHPARTNER/in in der RICHTIGEN ABTEILUNG. Dies ist dann wie ein Sechser im „Schilder-Lotto“. Und: man darf sich nicht darauf verlassen, dass ein Versprechen eingehalten wird.

Die Aussage, Schilder nach Deutschland zu senden, ist meist schon so schnell wieder vergessen, wie man die Tür der Amtsstube hinter sich geschlossen hat.

Also: nicht locker lassen, keinen Versprechungen trauen und nicht eher weichen, bis man definitiv ein Schild vor Ort selbst in Händen hält.

Da diese jedoch nicht in den City-Halls einfach so herumstehen, gelten folgende Tipps:

0 sich die Adresse für den „Bauhof“ (dort lagern meist ausrangierte Schilder) geben lassen.

0 oder am besten die Anschrift der Schilderproduktionsfirma erfragen, die Orts- u. Straßenschilder für die gesamte Region herstellt (denn von irgendeiner Stelle muß der Ort die Ausschilderungen ja bekommen) - und mit der GENEHMIGUNG vom RATHAUS, dort Schilder mitnehmen zu dürfen, hinfahren. Sinnvoll ist ein direkter Anfruf aus der City-Hall mit Ankündigung des Besuchs dort.

Eine Bereicherung der Reise

Der Fernwehpark dankt Frank Lorenz an dieser Stelle schon mal herzlich für seinen Einsatz vor Ort. Es wird sicher nicht einfach sein. Doch: Eines ist für Frank jetzt schon gewiss. Die Jagd nach Schildern während der Tour ist spannend und oft eine echte Bereicherung der Reise. Das konnten bisher alle Touristen, die auf Schildersuche irgendwo in der Welt unterwegs waren, zu 100% bestätigen. Man erhält Kontakte, die einem sonst verschlossen blieben, eine ganz besondere Aufmerksamkeit durch die Medien vor Ort und einen Einblick hinter die Kulissen eines Landes, den man sonst nie erfahren würde. Fazit: Nicht nur der Fernwehpark profitiert davon, sondern auch der Reisende selbst.

Lesen Sie hier die ersten Erfahrungen von FRANK LORENZ zum Erhalt der Ortsschilder. Frank wird laufend darüber berichten, so dass sie neben seinen Reiseabenteuern (s. Homepage von Frank Lorenz) auch an seinen „Schilderabenteuern“ teilnehmen können.

Juli 2007: Frank Lorenz schreibt:

"Endlich wieder unterwegs" atmete ich erleichtert auf als ich am 1.9.2006 von der Eurobike in Friedrichshafen zu einer weiteren Bikereise, meiner KAPTOUR, startete.

Auf den Besuch im Hofer Fernwehpark freute ich mich besonders. Von der Existenz des Parkes erfuhr ich erstmalig im September 2004. Damals bat mich mein radelnder Kollege Tilmann Waldthaler ein paar Ausstellungsstücke für das im Aufbau befindliche Fernwehpark- Museum abzugeben. Da ich mit einem Auto zur damaligen Eurobike angereist war stellte es sich für mich nicht als Problem dar auf der Rückreise nach Berlin einen Zwischenstop in Hof einzulegen. So lernte ich also Klaus Beer und sein "Baby" , den Fernwehpark, kennen.

Die Idee hat mich als Fernweh-Süchtigen sofort begeistert und für mich stand fest, meine nächste Bikereise von dort aus zu starten, oder zumindest auf ein kurzes "Hallo " vorbeizuschauen.

Zwei Jahre später war es endlich soweit. Ich war wieder unterwegs und der Fernwehpark war diesmal eines meiner Etappenziele. Nach einer kurzen telefonischen Verabredung traf ich Klaus am Nachmittag des 6.9. am Park. Wie jedes Baby war auch der Park in den letzten zwei Jahren ein Stück größer geworden. Während wir durch den Park spazierten fragte mich Klaus ob ich denn nicht Lust hätte, auf meiner Tour als Schilderjäger für den Fernwehpark unterwegs zu sein. Spontan sagte ich zu und nach einem kurzem Gespräch hatte ich meine Ausbildung als Schilderjäger bestanden.

"Halte besonders nach bunten Ortsschildern Ausschau", gab mir Klaus als letzte Bitte mit auf den Weg. Besonders von "bunten", ausländischen Schildern lebt ja der Fernwehpark.

Natürlich ist es aus Zeitgründen, während einer langen Reise, nicht möglich in jedem Ort anzuhalten und im jeweiligen Rathaus bzw. Touri-Info auf die Existenz des Fernwehparkes aufmerksam zu machen. Sonst wäre ich wahrscheinlich immer noch Richtung Nordkap unterwegs.

Immer wenn es irgendwie zeitlich paßte suchte ich also in den folgenden Wochen und Monaten Rathäuser oder Touristinformationen auf, um ein Ortsschild für den Fernwehpark zu ergattern. Jedesmal waren die freundlichen Mitarbeiter von der Idee begeistert und versprachen sich darum zu kümmern. Es entwickelten sich immer lustige Gespräche, denn Reisende die am liebsten gleich das Ortsschild abschrauben wollen hat man eher selten zu Gast. Ortsschilder abzuschrauben und Richtung Hof zu senden wäre zwar der einfachere Weg, aber entspräche natürlich nicht dem Sinn des Fernwehparkes. Davon mußte ich auch manchmal Mitarbeiter in verschiedenen Touri-Info´s überzeugen die mir den Tip gaben: "Abschrauben-Abschicken"...

In Kaunas hatte ich den Eindruck, dass ich zur falschen Zeit am falschen Ort war. Es war ein Sonntagnachmittag. Die Mitarbeiterin der Touri-Info störte ich gerade beim Lackieren ihrer Fingernägel. Das ließ sie mich durch einen vorwurfsvollen Blick und wortkarge Antworten spüren. Als ich dann versuchte, ihr die Idee des Fernwehparkes näherzubringen, guckte sie mich aus großen Augen an und meinte: "Da müßte ich mich mit der Kulturabteilung im Rathaus in Verbindung setzen" ( Es wäre also mit Arbeit verbunden...) Ich versuchte ihr noch das Versprechen abzuringen dies am Montag zu tun, da ich da schon wieder unterwegs sein würde, und verabschiedete mich.

In Tallin war es ähnlich. Die Mitarbeiterinnen in der Touri-Info waren zwar sehr freundlich aber auch zu beschäftigt um im Rathaus anzurufen. Man habe keinen Kontakt zum Rathaus, mußte ich verwundert zur Kenntnis nehmen. Nach einigem Hin und Her bekam ich dann aber doch noch Namen und Telefonnummer eines Mitarbeiters der Kulturabteilung und einen Stadtplan mit eingezeichneten Weg zum Rathaus in die Hand gedrückt... Der Mitarbeiter war natürlich nicht da. Nach 30 Minuten kam eine andere Mitarbeiterin die sich genauso für die Idee begeisterte wie die vielen anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vielen Rathäusern und Touri-Infos die ich zuvor aufgesucht hatte (Außer Kaunas).

In Finnland lief es auch so. Viel Begeisterung und viele Versprechen ein Ortsschild in den Fernwehpark zu senden.

Nachdem ich das Nordkap erreicht hatte und in Hammerfest angekommen war, fragte ich bei Klaus nach wie viele Schilder denn inzwischen in Hof angekommen seien. Enttäuscht erfuhr ich, daß KEINE der von mir aufgesuchten Städte ein Schild abgeschickt hatte...

Da ich nun vorhatte, in Hammerfest zu überwintern hoffte ich hier endlich Erfolg zu haben.

Erster Versuch-Kurz vor Weihnachten. Niemand im Rathaus fühlte sich so richtig zuständig, die meisten Leute waren schon im Urlaub. Man versprach aber mich zurückzurufen.

Zweiter Versuch-Ende Februar. Diesmal wollte ich die Macht der Medien nutzen und besuchte die Lokalredaktion des Finnmark Dagblad. Nach ein paar Telefonaten einer Redakteurin fühlte sich jemand im Rathaus zuständig für mein Anliegen und versprach mich zurückzurufen.

Dritter Versuch-Wochen später. Nochmaliger Besuch in der Zeitungsredaktion. Ein paar Telefonate später versprach jemand mich zurückzurufen.

Vierter Versuch-Wochen später. Nochmaliger Besuch in der Zeitungsredaktion. Ein paar Telefonate später versprach jemand mich zurückzurufen... Es reichte. Ich wollte den Namen des geheimnisvollen Unbekannten und war kurze Zeit später bei der Leiterin der Kulturabteilung. Den Weg hätte ich schon eher gehen sollen. Sie entschuldigte sich mehrmals, dass sie sich noch nicht gemeldet hatte aber einige Mitarbeiter waren wohl krank oder im Urlaub und so hatte sie viele andere Sachen zu erledigen. Sie versprach aber sich sofort darum zu kümmern und versprach mich zurückzurufen.

Zwei Tage später erhielt ich einen Anruf von ihr. "Gute Nachrichten. Das Geld für ein neues Schild wurde bewilligt. Jetzt muß nur noch ein Designer einen Entwurf machen und dann ist es Ende Mai/Anfang Juni fertig. Ich melde mich" , versprach sie mir. Gespannt darauf wie das Schild denn aussehen würde, erwartete ich ihren Anruf. Ende Mai rief sie mich an und schlug den 5.6. 10.00 Uhr als Termin für die Schilderübergabe vor. Im Büro des Bürgermeisters. Mir war es recht, endlich hatte ich ein Schild für den Fernwehpark!

So bekam ich zum verabredeten Termin ein schickes neues Schild von Hammerfest aus den Händen der Bürgermeisterin von Hammerfest, Kristine Jørstad Bock überreicht. Inzwischen ist es auf dem Weg nach Hof und wird dort sicherlich einen schönen Platz bekommen.

Ohne die Hilfe der Leiterin der Kulturabteilung, Gerd Hagen, und die Lokalredaktion des Finnmark Dagblad hätte die Geschichte wahrscheinlich noch kein Ende gefunden. Also danke für die Hilfe! Wie man an diesem Beispiel sehen kann ist es gar nicht so einfach zu einem Schild zu kommen. Aber Beharrlichkeit zahlt sich am Ende aus!

HAMMERFEST im Fernwehpark

Frank Lorenz

Wie man sieht, ist der schöne Schildergruß zwischenzeitlich wohlbehalten angekommen und wird von Fernwehpark Initiator Klaus Beer vor der exotischen Schilderkulisse präsentiert. Im Bild zu sehen: Die ersten STAR-STERNE im "Signs of Fame", die ähnlich des "Walk of Fame" in HOLLYWOOD auf dem Gehweg eingelassen sind.

Lassen wir uns nun überraschen, aus welchen Ortschaften und Städten weitere Schilder für Frank Lorenz "Reisestatonen in Schildern" im Fernwehpark eintreffen...

Wir wünschen Frank eine tolle Reise, Gesundheit, gutes Ankommen am jeweiligen Tagesziel und immer "Gut Luft auf den Reifen". Das Wichtigste: Frank ist so gut durchtrainiert, daß er auf Doping jeglicher Art, wie sonst im Radsport leider an der Tagesordnung ist, verzichten kann. Er benutzt nur eine Droge, die auch Klaus Beer die steilsten Strecken, vollbehangen mit Kameras, mit Leichtigkeit erklimmen läßt: FERNWEH !!!

Frank Lorenz

01. August 2007: Das letzte Bild aus Hammerfest und zugleich STARTBILD für Frank Lorenz neue Tour. Frank schreibt: Meine Zeit in Hammerfest ist beendet, morgen werde ich zum Zweiten Teil meiner KAPTOUR, zum Cabo Da Rocca bei Lissabon aufbrechen.

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