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Hof24 - das Remake!

Am Freitag, den 14. September 2007 werden zwei Hofer unterwegs sein, um mit der Fotolinse 24 Stunden lang ihre Heimatstadt zu durchstreifen – und mit der Kamera vor nichts Halt zu machen. Dabei gibt es nur ein Tabu: Postkartenbilder.

Rückblick

Am 16. September 1997 machten sich ebenfalls zwei Hofer auf, ihre Stadt im Film zu dokumentieren. Von 00.00 bis 24. Uhr. Aus Blickwinkeln, die kaum einer kennt, die nicht alltäglich sind. Bewaffnet mit Kameras und Stift. Damit fingen Sie Bilder und Geschichten ein. Zu Zeiten, die Alltag genannt werden. Für die damligen "Hof-Reporter", Frankenpost Fotograf Hannes Bessermann und Filmemacher Klaus Beer, mit ihren Assistenten von der schreibenden Zunft, Peter Rosien und Manfred Köhler, gab es so etwas an diesem Tag nicht. Kein geregelter Tagesablauf. Sondern nur ein stetes Gegenwärtigsein. Für den Foto-Marathon „24 Stunden im Leben von Hof” waren sie ausgestiegen aus dem eigenen Alltag, um diesen widerum von anderen Menschen in verschiedenen Perspektiven und Situationen einzufangen. In Bildern, die das Leben, die 24 Stunden eines Tages schreiben: Freude und Leid, pulsierendes Treiben und Einsamkeit, gefunden an der Hauptstraße, in der Fußgängerzone, aber auch und vor allem, in Hinterhöfen und Gassen, die abseits der Schokoladenseiten einer Stadt liegen. Denn eines wollte man damals nicht. Hof in Postkartenklischees zeigen. Die Aktion stieß 1997 auf großes Interesse, seitens der Hofer Bevölkerung, aber auch von den Medien. Denn so etwas gab es vorher noch nicht.

10 Jahre später

10 Jahr später gibt es ein Remake. Die Idee dazu schlummerte schon lange bei Klaus Beer, wurde aber aus Zeitgründen immer wieder verschoben. Anstoß des Wiederauflebens der Geschichte machte Matthias Meringer, der im Internet die Seite "HOFtour" betreibt und sich für alles interessiert, was mit der Saalestadt zusammenhängt. So stieß er eher zufällig auf diese Geschichte vor zehn Jahren. Er setzte sich sofort mit Klaus Beer in Verbindung und so war man sich in kurzer Zeit einig, diese Geschichte nocheinmal anzugehen. Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein. Genau 10 Jahre danach. Nur zwei Tage vorher. Denn der 16. ist ein Sonntag. „Da wir aber Leben und Getriebe brauchen, haben wir für unsere Fotodokumentation den Freitag gewählt“, sagt Klaus Beer.

Diesmal jedoch sollte ein anderes Handwerkszeug zum Einsatz kommen. Digitale Kameras. Wurden früher die Zelluloidfilme bis aus über 3600 ASA gepuscht, um Stimmungen zu erhalten, so wird dies heute digital vorgegeben. Einziger Unterschied: Diesmal wird ein Blitzlicht dabeisein dürfen, da 1600 ASA nicht ausreichen, um in finsterster Nacht zu fotografieren. Dieses soll aber nur im absolutem Notfall eingesetzt werden. Schwarzweißfotografie und Stimmung sollen nach wie vor die Grundlage der 24 Stunden Hof-Reportage sein.

T-Shirt „Hof24“ soll Tor und Tür öffnen

Klaus Beer: „Diesmal passen wir auch zu Kiefer Sutherlands Echtzeit Action Kracher „24“. Doch entgegen Hollywood setzen wir nicht auf Action, sondern suchen bewusst das stille, echte, ursprüngliche Hof. Natürlich werden wir auch vor spektakulären Szenen nicht Halt machen, sollten wir zufällig darauf stoßen.“ Zufall wird also in erster Linie der Partner der zwei Hof24-Reporter sein, die mit einem T-Shirt mit dieser Aufschrift zu erkennen sind. Beer: „Wir hoffen, dass überall, wo wir auftauchen, uns Tür und Tor geöffnet wird. Das war auch im letzten Jahr so. So stieg uns z.B. früh um Drei in einer Bäckerei der warme Duft von frisch gebackenen Brötchen in die Nase, danach der Gestank versengter Borsten und wir mussten mit dem Anblick ausgebluteter Leiber fertig werden. Wir waren in einer Schlachterei unterwegs, wateten dort regelrecht durch Blut. Dann Uringeruch bei Pennern an einem Supermarkt. Wir fuhren mit einer Polizeistreife durch das nächtliche Hof, hielten die bedrückende Atmosphäre einer Beerdigung mit der Kamera fest, warteten im Krankenhaus auf den ersten Schrei eines Neugeborenen, waren in einem Piercingstudio, wo ein Mädel bereitwillig ihr Intimpiercing präsentierte. Wir freuten uns mit den Kindern über ihre Zuckertüten, dokumentierten den Ringtausch bei einer Hochzeit im Rathaus, waren in der Kaserne und machten auch im Rotlichtbezirk nicht Halt.

Wir hatten zwar einige Anlaufpunkte im Hinterkopf, die wir aufsuchen wollten, wussten aber im Grunde nicht, was uns erwartet, was passiert. Wir ließen uns meist treiben, durch die Straßen von Hof. Wenn wir mal zwei Stunden nichts Bemerkenswertes vor die Linse bekamen war das auch OK, auch das ist ein Mosaikstein im Abrinnen der Zeit eines Tages. Bereits nach den ersten drei Stationen konnten wir das unendlich verzweigten Nebeneinander, diese Gleichzeitigkeit von Handlungen und Vorfällen erkennen, die selbst in einer kleinen Stadt wie Hof kaum zu überblicken sind. Wie vor zehn Jahren werden wir wieder getrennt unterwegs sein, sagt Klaus Beer. „Keiner weiß, wo sich der andere gerade befindet und was er dokumentiert. Und wir verfassen die dazugehörigen kleinen Geschichten diesmal selbst, da jeder von uns auch leidenschaftlich gerne schreibt. Vielleicht tritft man sich unterwegs mal, aber das wäre dann purer Zufall. Nur um 24.00 Uhr werden wir wieder da einlaufen, von wo wir ausgeschwärmt sind, unter Uhr der Firma Hohenberger in der Hofer Altstadt. In welcher Verfassung wir dann wieder sein werden, wird sich zeigen...“

Wir werden fix und fertig sein

Da bleibt die Frage, wie die Drei vor zehn Jahren die Anstrengung der Nonstop Fototour verkraftet haben. Beer: „Durch meine Filmarbeit in Wüste und Dschungel mit schwerem Equipment bei oft extremer Hitze und Luftfeuchtigkeit bin ich zwar einiges gewöhnt, aber trotzdem waren wir alle ziemlich fertig. Denn 24 Stunden ununterbrochen auf den Beinen zu sein und immer kreativ auf alles zu reagieren, hat geschlaucht. Zudem haben wir uns selbst einen enormen Erfolgsdruck auferlegt. Wir wollten etwas Brauchbares anliefern, da man das einfach von uns erwartete. Passierte mal nichts, waren unsere Nerven trotzdem zum Zerreissen gespannt. Das aber durfte keinesfalls sein, denn gerade im entspannten Aufnehmen der Situationen entsteht das richtige Empfinden und Einfühlungsvermögen und das damit kreative Umsetzen in Bilder. Um 22.00 Uhr hatten wir dann unseren absoluten Tiefpunkt, da ging nicht mehr viel - und jetzt sind wir zehn Jahre älter…“

Und vielleicht gibt es wieder eine Fotoausstellung der aussagekräftigsten Bilder des 24 Stunden HOF-Fotomarathons. Sollte sich ein Verlag finden, könnten wir uns vorstellen, darüber auch einen Bildband zu machen… Und HIER:

Fotoausstellung "24 Stunden Hof"
vom 28. November bis 28. Dezember 2007 im Bürgerzentrum Hof

Auf Grund des großen Interesses an der Fotoausstellung "24Stunden Hof" werden die Bilder vom 29. November bis 28. Dezember 07 im Bürgerzentrum Hof zu sehen sein.

Am Eröffnungstag werden die Fotoautoren Klaus Beer und Matthias. M. Meringer um 14.00 Uhr vor Ort Hintergrunderlebnisse des 24 Stunden Fotomarathons an die Besucher weitergeben und gerne Fragen zu den Aufnahmen beantworten.

Hier einige Bildeindrücke der Fotoausstellung:

Bild_1

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BILDIMPRESSIONEN der Vernissage "24 Stunden Hof"

Absoluter STAR des Abends aber war der "kleine Jan", der mit großen Augen das erste Mal die Bilder seiner Geburt betrachtete.

Eines Tages wird ihm klar werden, daß es wohl selten Babys gibt, die von der ersten Minute, in der sie das Licht der Welt erblicken, so im "Rampenlicht" stehen. Vielleicht wird Jan einmal der nächste "Brad Pitt" - Kameras ist er ja jetzt schon gewohnt. Ein STERN auf dem "Signs of Fame" des Hofer Fernwehparks ist ihm dann auf jeden Fall schon sicher... :-)

Die offizielle HOMEPAGE „Hof24“
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