Hofer Fernweh-Park Hofer Fernweh-Park

 

Holocaust: Schildergrüße zur Versöhnung

Noch heute plagen diese Menschen Ängste: Angstträume von den Schrecken des Holocaust, an die Verbrechen der Nazizeit. Man kann es kaum glauben. Überlebende der Konzentrationslager zucken heute noch zusammen, wenn sie deutsche Worte hören. Nach Deutschland zu fahren bedeutet auch nach 50 Jahren Konfrontation mit den Schrecken des Krieges: Gedankliche und emotionale Reaktionen, traumatische Erinnerungen an die Auswüchse des größten Kriegsverbrechers aller Zeiten.

die ganze Gruppe

Sie waren es, die im Warschauer Aufstand grundlos verhaftet wurden. Verschleppt in Konzentrationslager nach Ausschwitz, Flossenbürg, Große Rosen, Mauthausen, Ravensbruck oder Putullice, wo meist ganze Familien untergebracht wurden. Das Maximilian-Kolbe-Werk in Freiburg, ein Hilfswerk für ehemalige KZ-Häftlinge im Dienste der Versöhnung, hilft zu intregrieren.

das Schild näher

Günther Hübner vom Pfarrer-Hacker-Haus in Weißenstadt, wo die Gäste aus Polen während ihres Deutschlandbesuchs wohnen, hat ein vielfältiges Ausflugsprogramm zusammengestellt, um ihnen Deutschland von der menschlichsten Seite zu zeigen. 14-Heiligen, die Kronacher Landesgartenschau und der Hofer Fernweh-Park standen unter anderem auf dem Programm, die beste Möglichkeit, sich mit einem Versöhnungsgruß in Schilderform Deutschland anzunähern. Dazu hatte Gruppenleiter Henrik Wojlatewitz (3. v. rechts) gleich drei wunderschöne Schilder aus CHELMNO, TORUN und GRUDZIADZ mitgebracht.

die Gruppe mit Herrn Hübner

Günter Hübner (rechts) vom Pfarrer-Hacker-Haus und Frau Ursula Hasenmüller (im Hintergrund), ehrenamtliche Mitarbeiterin des Maximilian-Kolbe Werks, freuen sich mit den polnischen Gästen sehr über die Möglichkeit, hier am Hofer Fernweh-Park "Versöhnung" demonstrieren zu können. Hübner: "Ein KZ-Häftling, nach seinem ersten Besuch nach dem Grauen in Deutschland - jetzt bin ich ausgesöhnt, jetzt kann ich sterben..."
Während der Schilderübergabe an Fernweh-Park Initiator Klaus Beer kommen Jugendliche der Christian Wolfrum Schule hinzu. Sie laden die polnischen Gäste zu sich in die Aula ein, um mit ihnen zu reden, um von ihren Schreckenserlebnissen aus erster Hand zu erfahren, um mit ihnen zusammen zu sein. VERSÖHNUNG DURCH BEGEGNUNG.

Zeitzeugen begegnen so Schülerinnen und Schüler. Menschen, die unsäglich gelitten hatten und heute noch unter den Eindrücken leiden, geben ihre Erfahrungen an junge Menschen weiter. Federführend ist hier das Maximilian-Kolbe-Werk, das mit dieser Art von Zeitzeugenarbeit sehr gute Erfahrungen gemacht hat.

Seit 1978 werden Erholungs- und Begegnungsaufenthalte für KZ- und Holocaust-Überlebende in Deutschland organisiert. Über 8000 Einladungen sind seitdem erfolgt. 15.000 ehemalige KZ-Häftlinge warten noch. Etwa 400 Personen aus Polen und anderen Ländern Mittel- und Osteuropas nehmen jährlich an diesen von Ehrenamtlichen betreuten Aufenthalten teil.

Oft sind diese Besuche der erste Kontakt nach Kriegsende mit dem "Land der Täter". Die Wiederbegegnung mit Deutschen, der deutschen Sprache und oft auch mit den Stätten des Leidens, führt in vielen Fällen zu einer seelischen Befreiung. So führte Günter Hübner die polnischen Gäste auch zur KZ-Gedächtnisstätte Flossenbürg. Es soll nichts verdrängt, sondern aufgearbeitet werden.

Bestandteil fast aller Begegnungsaufenthalte sind Besuche in Gemeinden und Schulen, wo viele der ehemaligen Häftlinge über ihre leidvollen Erfahrungen in den Konzentrationslagern sprechen. Allein in Polen leben heute noch über 25.000 KZ-Überlebende. Im Alter leiden sie verstärkt unter haftbedingten Krankheiten und unter den traumatischen Erinnerungen, die an Itensität zunehmen. Das Maximilian-Kolbe-Werk steht den Betroffenen seit über 28 Jahren durch konkrete humanitäre Hilfe bei.

zurück