Hofer Fernweh-Park Hofer Fernweh-Park

 

Daran erkenn ich meine Pappenheimer...

"Ich kenn doch meine Pappenheimer" - wer hat nicht schon diese Redewendung gebraucht, wenn er zum Ausdruck bringen wollte, dass er das nicht ganz korrekte Verhalten seines Gegenübers samt dessen Absichten durchschaut hat.

Und wenn die Pappenheimer von ihrer malerischen Stadt an der Altmühl, zwischen Weißenburg und Ingolstadt und zwischen Treuchtlingen und Eichstätt gelegen, hinaus in die Welt ziehn, amüsieren sie sich immer wieder über das Verhalten ihres Gegenübers, wenn sie sagen, dass sie ein "Pappenheimer" sind. Meist sind Schmunzeln, Staunen oder Sprüche aller Art an der Tagesordnung.

Die Ursache für derartige Gesprächssituationen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit beim Dichterfürsten Friedrich Schiller zu suchen, der als "gelernter Historiker" seine Kenntnisse auf diesem Gebiet als Stoff für die meisten seiner Damen nutzte. In diesem Punkt ergeht es den Pappenheimern ähnlich wie den Schweizern mit "ihrem" Wilhelm Tell.

So war es einfach ein Muß, das Ortsschild von "Pappenheim" im Themenpark der aussergewöhnlichen deutschen Ortsnamen zu präsentieren.
Stefan Eberle von der Stadtverwaltung erkannte sofort den hohen Werbeeffekt für seine Stadt und brachte zu seinem jüngsten Besuch in Hof ein funkelnagelneues Ortsschild mit.

Ein kurzer Blick auf die der Redewendung wohl zu Grunde liegende Textpassage in "Wallensteins Tod" gibt über den Namen der Stadt, der als "geflügeltes Wort" fast überall bekannt ist, im folgenden Aufschluss:

DRITTER AUFZUG

FÜNFZEHNTER AUFTRITT

Regieanweisung: Zehn Kürassiere, von einem Gefreiten geführt, marschieren auf und stellen sich ... in einem Glied vor den Herzog (gemeint ist Wallenstein; Schauplatz Eger; Wallenstein wird verdächtigt, mit dem Anführer der Gegner, König Gustav Adolf, heimlich Verbindungen aufgenommen zu haben).

GEFREITER: ...

Wir aber glauben's nicht, daß du ein Feind
und Landesverräter bist, wir halten's bloß
für Lug und Trug und spanische Erfindung.

Treuherzig.

Du selber sollst uns sagen, was du vorhast,
denn du bist immer wahr mit uns gewesen,
das höchste Zutraun haben wir zu dir,
kein fremder Mund soll zwischen uns sich schieben,
den guten Feldherrn und die guten Truppen.

WALLENSTEIN

Daran erkenn' ich meine Pappenheimer...

Auf den ersten Blick fällt auf, dass Redewendung und Textzitat nicht übereinstimmen, ja dass sie geradezu Gegensätzliches aussagen. Während die Redewendung mit leicht negativem Ausklang doch eher auf die Schlitzohrigkeit eines gewieften Zeitgenossen anspielt, sind Schillers Pappenheimer mit durchaus lobenswerten Eigenschaften ausgestattet: Zuverlässigkeit, Treue, Geradlinigkeit.

Was spricht dagegen, Schillers Urteil auch heute noch gelten zu lassen?
So sehen sich die Pappenheimer eher positiv. Sie können's untermauern. Mit keinem anderen als dem großen Dichters, der die Zuverlässigkeit der Pappenheimer lobte. Zumindest legte er seinem Wallenstein den bekannten Ausspruch in den Mund und würdigte damit Feldmarschall Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim. Und noch heute ist der Stammsitz der Pappenheimer, der ehemaligen Reichserbmarschälle des Heiligen Römischen Reiches das weithin sichtbare und unverwechselbare Wahrzeichen der Stadt.

Schon die alten Rittersleut wußten: In Pappenheim läßt es sich gut leben und genießen. Wie heißt es deshalb im Farbprospekt des 4.500 Einwohner zählenden Luftkurorts und ehemaligen Residenzstadt?
Vom Bergfried der eindrucksvollen historischen Anlage blicken Sie über die Natur und die Stadt wie ein Vogel. Aus der Ferne erscheint die ruhig dahinfließende Altmühl, wandert näher und windet sich in einer Schleife um die idyllische Altstadt: um die Stadtmauer, um die Bürgerhäuser und die Kirchen und Schlösser - eingerahmt von Talhängen mit verwunschenem Mischwald.

Blick auf Pappenheim.

zurück