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NIKOLAUSDORF - Wo der Weihnachtsmann wohnt

NIKOLAUSDORF ist einer von zwölf Bezirken von Garrel, einer Gemeinde im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen mit eigenem Weihnachtspostamt.

Weihnachtspostämter sind Einrichtungen, an die vor allem Kinder während der Adventszeit Briefe an den Nikolaus senden können, die normalerweise auch beantwortet werden. So entsteht bei den Kindern der Eindruck, sie könnten tatsächlich mit dem Weihnachtsmann oder dem Christkind, mythischen Symbolfiguren des weihnachtlichen Schenkens, kommunizieren.

Die meisten Briefe an das NIKOLAUSDORF stammen von Kindern und enthalten Wunschzettel mit der Bitte um bestimmte Spielzeuge oder Süßigkeiten. Manche Kinder schütten dem Weihnachtsmann in den oft liebevoll mit Zeichnungen illustrierten Briefen aber auch ihr Herz aus und äußern auch Wünsche nach Frieden, einer intakten Familie, guten Noten oder der Genesung eines erkrankten Angehörigen.

Weihnachtspostämter existieren in mehreren Staaten des deutschsprachigen, skandinavischen und angloamerikanischen Kulturraums und werden dort von unterschiedlichen Organisationen und Unternehmen unterhalten, zumeist von der jeweiligen Postorganisation. Im deutschsprachigen Raum wurden sie in den örtlichen Postfilialen von einigen kleineren Orten eingerichtet, deren Namen einen bestimmten sprachlichen Bezug zum Weihnachtsfest haben, z.B. NIKOLAUSDORF.

Wie NIKOLAUSDORF zu seinem Namen kam

Bevor man für die neue Siedlung einen Namen festgelegt hatte, wurde in den Akten die Bezeichnung "die Garreler Tertia" gebraucht und ebenfalls die "Getheilte Garreler Restmark westwärts Beverbruch" oder auch "das Beverbrucher Heidegebiet."

Als am 26. Januar 1900 der Heidebegang zu Ende war, saßen viele Teilnehmer noch bei Meyer - Beverbruch am Herdfeuer. Eine neue Kolonie mußte entstehen, das stand fest. Doch wie sollte das neue Dorf heißen? Nach einer Anekdote entstand der Name so:

Meyer: "Sie muß Bernhardsdorf (nach Pastor Kock) heißen".Kock: "Nein, Heinrichsdorf (nach Meyer) muß sie heißen." Düffenbur: "In Garrel heißen die Patrone Peter und Paul." N.: "Ein Petersdorf haben wir bereits." P.: "Dann lieber Nikolausdorf nach unserem Großherzog." Dabei ist es dann geblieben.

Der damalige Großherzog von Oldenburg war Nikolaus Friedrich Peter. Er starb noch in diesem selben Jahr. Nach ihm bestieg sein Sohn Friedrich August den Thron. Dessen ältester Sohn war Erbgroßherzog Nikolaus Friedrich Wihelm.

Am 18. Juli 1902 machte das Amt Cloppenburg dem oldenburgischen Staats ministerium folgenden Vorschlag: "Dass die Kolonie ihrer örtlichen Lage nach weder zur Bauerschaft Beverbruch noch zur Bauerschaft Garrel gerechnet werden kann, dürfte es jetzt an der Zeit sein, ihr einen Namen beizulegen. Die Kolonisten selbst und die Garreler Gemeindeeingesessenen nannten sie zur Erinnerung an die Geburt Sr. Königl. Hoheit des Erbgroßherzogs, die mit der Gründung der Kolonie zeitlich zusammenfällt, "Nikolausdorf".

Indessen hat sich Erbgroßherzog Nikolaus bei der Jubelfeier 1961 als Pate bekannt und in seiner humorvollen Art alle Nikolausdorfer als seine "Patenkinder" begrüßt.

In der Kabinettssitzung vom 05.08.1902 wurde vom Großherzog die neue Bezeichnung genehmigt. Die amtliche Bekanntmachung vom 20.08.1902 hatte den Wortlaut: "Der neuen Koloniein der Gemeine Garrel belegen westlich von Beverbruch und nördlich vom Garrel-Oldenburger Hauptwege. Mit Höchster Genehmigung ist der Name "NIKOLAUSDORF" beigelegt worden."

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