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Lederhose - kann ein Ortsname schöner klingen?


    Was bisher stand in keinem Lexikon
    birgt Thüringen im Schoße:
    Das ist die Eisenbahnstation
    mit dem Namen Lederhose.

    Bedarf es weiterer Signatur?
    Viele Ort, kleine, große,
    gibt's auf der Welt, doch einmal nur
    die Sommerfrische Lederhose.

Die Sammlung der außergewöhnlichen deutschen Ortsnamen wurde um ein ganz besonders schickes Exemplar erweitert: LEDERHOSE, in Thüringen, wie es obiges Gedicht beschreibt.

Kaum eingetroffen, stürzte sich schon ein Fernsehteam darauf und filmte das Schild in allen Perspektiven, baut doch der bekannte RTL Wettermann Torsten Sleegers seine Wettervorhersagen gerne in besondere Geschichten. Und da kam ihm LEDERHOSE natürlich gerade recht.

Doch wie kam der kleine Ort in Thüringen zu seinem Namen? Urkundlich wird das Dorf Lederhose erstmals in einer lateinischen Urkunde am 18. Oktober 1287 erwähnt. Sie erhält eine Verleihung von Zinsen aus dem Dorfe Lederhosen durch Voigt Heinrich den Älteren an den St. Katharinen-Altar der Peterskirche in Weida.

Auf einer alten Karte um 1190 n. Chr. wird Lederhose als Lidoraz, oder Ledoraz, auch Ludoraz oder Ledeoratz bezeichnet. Man nimmt an, dass der Name von einem Personennamen, von einem sorbischen Fürsten stammt.

Oberhalb des Bahnhofs gab es in dem Ort eine Schnellgerichtsbarkeitsstätte, welche von einer höherstehenden Person namens Ledoraz beherrscht wurde, der unter freiem Himmel Urteile sprechen konnte. Als Symbol oder Wappen trug das Gericht der Schnelligkeit halber einen dreibeinigen Hasen.

Aus dem sorbischen Namen Ledoraz entstand durch den Volksmund der Jahrhunderte wahrscheinlich "Lede oder Leder" und aus dem dreibeinigen Hasen, gesprochen im ostthüringischem Dialekt, wurde der Name "Hose". So steht mit Sicherheit fest, daß sich der Name LEDERHOSE aus diesen beiden Namen entwickelte.

Heute leben in dem Dorf Lederhose 205 Einwohner, es besitzt eine Kirche, eine Schule und ein Standesamt.

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