Bürgerbegegnung aus vier europäischen Städten mit Kunstprojekt
Wichtige Gäste hatten sich für Juli 2009 in Hof angesagt. Keine politischen Honoratioren oder großen Künstler, keine Promis, Stars oder Sternchen, die wie sonst so oft den Hofer
Fernwehpark besuchen, sondern 30 Jugendliche aus Finnland, Frankreich und Tschechien.
Zusammen mit zehn Teilnehmern aus Hof und Plauen lernten sie zwei Wochen lang die Stadt, die Menschen und die Sehenswürdigkeiten der Region kennen. Das Ziel von Gastgeberin,
der Hofer Stadträtin Bettina Zschätsch: „Sie sollen Spaß in und an Hof haben, sollen hier Erfahrungen sammeln und Vorurteile abbauen - und, im besten Fall, mit Menschen aus
je drei anderen Nationen Freundschaften schließen.“
"Jugend baut Europa - innovativ und kreativ"
„Jugend baut Europa - innovativ und kreativ", so hieß das Projekt, das die Stadt Hof und dem Verein Integra – „Netzwerk für Integration“ auf die Beine gestellt haben. Die 41 Teilnehmer zwischen zwölf und
21 Jahren lebten gut zwei Wochen lang in der Hofer Jugendherberge; begleitet und betreut von Erziehern, von Mitarbeitern der Integra und von Studentinnen der Hofer Fachakademie
für Sozialpädagogik. Von der Herberge aus machten sich der fast 60-köpfige Tross dann auf zu den interessanten Zielen der Region.
Um diese internationale Jugendbegegnung zu finanzieren, haben Bettina Zschätzsch und ihre Helfer Fördermittel von europäischer, Bundes- und Länderebene abgegriffen und in den
Rotariern noch einen regionalen Sponsor gefunden.
So abgesichert, konnte ein umfangreiches Besichtigungsprogramm gestartet weden: Drachenbootfahren am Untreusee zum Beispiel, ein Besuch bei einer Firma für Licht- und
Glasarchitektur in Rehau und im Deutsch-Deutschen Museum in Mödlareuth, ein Ausflug in Hofs Partnerstadt Eger, eine Jugend-Disco und eine Europa-Rallye gehörten zum Programm -
ebenso wie gemeinsame Kunstprojekte, Kochen nach Ländern und das Vorstellen der jeweiligen Heimatstädte. Und: Ein Besuch des multikulturellen und völkerverbindenden Hofer
Fernwehparks natürlich.
Der Fernwehpark – Grundlage für ein besonderes Kunstprojekt
Hier wurden sie von Fernwehpark Initiator Klaus Beer herzlich empfangen, der ihnen in einer Führung einen ersten Eindruck über den Fernwehpark verschaffte und den Gästen die Globale Bedeutung des Friedensprojekts erläuterte.
Noch aber ahnten die Jugendlichen nicht, daß dieser Besuch eine ganz besondere Bedeutung haben sollte und die Grundlage für ein großes Kunsobjekt ist.
Im Bild Bettina Zschätsch, die, zusammen mit Rainer Krauss, Partnerstadtsreferent der Stadt Hof und Lothar Muzykant, Handlungsbevollmächtiger der Integra Hof, alle Fäden in der
Hand hielt und Motor der Begegnung ist.
"Die Jugend muß zusammenwachsen, offen sein und voneinander lernen", sagt Bettina Zschätzsch. „Die Jugendlichen kommen aus allen europäischen
Partnerstädten Hofs - und werden hier, schon rein räumlich, näher zusammenrücken. Sogar die Zimmerbelegung in der Herberge wird multinational sein",
betont Zschätzsch, und weiter: „Mit Bildungs-, Vergnügungs- und Vertrauensbildungs-Veranstaltungen sollen die Jugendlichen ein Gefühl für andere Länder bekommen.“
Und da sind sie im Fernwehpark genau richtig. Denn es gibt in ganz Deutschland, ja Europa wohl keinen Ort, wo die ganze Welt auf einen Punkt projeziert wird.
Beispiel vor Ort. Fernwehpark Initiator Klaus Beer weist dabei auf ein Schild im Hintergrund: „Jeoensuu 1743 km“. Besser kann praktischer Anschauungsunterricht nicht sein.
Denn mit Blick darauf, können sich die Kids aus Finnland schon wieder in Gedanken in ihr Heimatland „zurückbeamen“ und andere Menschen animieren, das „Land der Schären und tausend
Seen“ zu besuchen.
Fernwehpark Initiator Klaus Beer: „Die Grundidee des Fernwehparks ist ja, daß man mit Blick auf die Schilder aus der ganzen Welt optisch, gedanklich und emotional auf
Weltreise gehen kann, und das in wenigen Schritten. Denn man soll sich dabei bekannte Bilder, die man von Städten kennt, aus dem Gedächtnis abrufen und sozusagen im KOPFKINO
auf Weltreise gehen.
Zum Beispiel, wenn man San Francisco liest, sich die Golden Gate Bridge vorstellen oder bei Sydney die berühmte Opera oder stellvertretend für das Land down under, den Ayers
Rock, den Uluru, den heiligen Berg der Abrorigines...
Und noch viel mehr: „Die Jugendlichen aus Finnland, Frankreich und Tschechien sollen in diesem Fall den Deutschen – und allen Menschen auf der Welt – in Frieden und
Freundschaft begegnen. Denn unter den „Schildern aus aller Welt“ sollen „Menschen aller Welt“ ein Zeichen für den Frieden in der Welt setzen, egal welcher Hautfarbe,
Religion oder politischen Weltanschauung.
Das Kunstprojekt
GERT H. E. BEYER ist Ex-Professor CH, Dr. phil. Kunsterzieher, Maler und Schriftsteller und hat zusammen mit Lothar Muzykant ein ganz besonderes Kunstprojekt auf die Beine gestellt, dessen Ergebnis für immer an den Besuch der Jugendlichen in Hof erinnern wird.
Bei einem Kunstwerkshop stimmte der Kunstprofessor ersteinmal meditativ auf das zu gestaltende Projekt ein. Da innere Ruhe und Ausgeglichenheit die kreativen Kräfte fördert, gehören Atem und Armbewegungen dazu, offen für das nun kommende zu werden.
Jeder der Teilnehmer hat ein weißes Blatt bekommen und einen Pack bunter Filzstifte. Dann geht es recht simpel los. Mit Hilfe eines Bierfilz wird ein Kreis gezogen und dann das Blatt an die Nebenfrau oder Nebenmann weitergegeben.
In weiterführender Arbeit wird dann ein weiterer Kreis auf dem Blatt hinterlassen, neben dem ersten Kreis – oder überlappend, je nachdem, was den „Künstlern“ gerade in den Sinn
kommt.
Das Blatt wird 8 mal weitergereicht und verbleibt dann bei der nächsten Person, die nun die Aufgabe erhält, das Werk zu vollenden.
Kosmisches Mandala
Professor Beyers Arbeit basiert dabei auf der Grundlage eines kosmischen Mandala. „Ein Kreis ist das Symbol für die Sonne und die Erde und das Universum. Er ist ein Symbol für Heiligkeit und Vollkommenheit und Friede. Er ist auch ein Symbol für die Ewigkeit von spiritueller Wahrheit, Liebe und Leben... das, was ohne Anfang und Ende ist“. (Hit. nach: Neale Donald WALSCH, Gespräche mit Gott, Band 3, S. 303)
Professor Beyer demonstriert dabei an einem Beispiel, wie das Endergebnis einmal aussehen könnte.
Die Kids haben natürlich sofort begriffen, wie es weitergeht. Die sich überlappenden Teile der Kreise sollen je nach Kreativität mit Mustern gefüllt werden.
Dem Einfallsreichtum steht nun nichts mehr im Weg. Die Gäste aus Finnland, Frankreich und Tschechien lassen ihren Gedanken und Einfallsreichtum freien Lauf.
Bereits nach kurzer Zeit entstehen auf den Blättern ganz individuelle Kunstobjekte, die die Gedanken und die Kreativität, ja sogar Persönlichkeit des jeweiligen Künstlers, wiederspiegeln.
Das Ergebnis
In einem Vorgespräch mit Klaus Beer, Prof. Gert Beyer und Lothar Muzykant wurde entschieden, daß das ansprechendste Bild ausgewählt und zusammen mit einem „HOF-Gruß“, auf dem die verschiedenen Gast-Nationen eingebracht werden, ein eignenes GRUSS-SCHILD“ für den Fernwehpark ergeben soll. Dieses wird dann im Hofer Fernwehpark angebracht und für immer an diese ganz besondere internationale Jugendbegegnung erinnern.
Dieses HOF-LOGO mit den Unterschriften der Jugendlichen soll bei dem Schildergruß für den Ort der Begegnung stehen.
Durch eine fachkundige Jury wurde dann entschieden, welches Bild in die Endauswahl kam. Das war sehr schwer, denn alle Bilder waren auf ihre unterschiedliche Art wunderbar gestaltet. Letztendlich einigte man sich aber auf drei Bilder.
Als Klaus Beer die Ergebnisse sah machte er den Vorschlag, nicht nur wie geplant ein Bild, sondern alle drei ausgewählten Werke zu verwenden und zusammen mit dem HOF-Gruss zu einem einheitlichen Grußschild zu gestalten.
Finnland, Frankreich, Tschechien: Der 2. Besuch
Zwei Tage vor der Rückreise besuchten die Jugendlichen aus Finnland, Frankreich und Tschechien dann nocheinmal den Hofer Fernwehpark, den sie jetzt mit ganz anderen Augen sahen, wahrnahmen und nocheinmal neu für sich entdeckten. Denn jetzt wußten Sie, was neben dem allgemeinen touristischen Besuchsprogramm vor zehn Tagen der Hauptgrund des ersten „Schilder-Begegnung“ war.
Die KÜNSTLER und IHRE WERKE: Mit Freude präsentierten die Jugendlichen das fertige Werk und zeigten dabei mit Stolz auf Ihren ganz persönlichen, prämierten Entwurf, der es letztendlich auf das Grußschild geschafft hat.
Unser Bild zeigt von rechts Lothar Muzykant, Professor Gert Beyer und Klaus Beer.
Und so sieht das Ergebnis aus. Mit diesem Schildergruß haben sich die Jugendlichen der internationalen Bürgerbegegnung im Rahmen des Besuchsprogramms „Jugend baut Europa – innovativ und kreativ“, im Hofer Fernwehpark verewigt.
Begeistert entdeckten die Kids nun nocheinmal neu das völkerverbindende Hofer Friedensprojekt, in dem sie ab sofort mit einem eigenen Schild im Rampenlicht von Besuchern aus aller Welt, Stars im „Signs of Fame“ und Medienvertreter stehen.
Als Klaus Beer dieses Mädchen aus Finnland unter den Jugendlichen entdeckte, machte es bei ihm im Hinterkopf sofort „klick“. Klaus war begeistert: „Dieses Mädchen hat eine
unwahrscheinliche Ähnlichkeit mit Agnetha von ABBA“, sagt der Fernwehpark Initiator, und fotografierte die junge Dame schon mal entsprechend vor den Schildern aus aller Welt.
„Ob wir ihr Bild in dieser Geschichte veröffentlichen dürfen?“, fragt er. "Ja, man darf“. Wäre ja auch zu schade, diese Bilder von „Agnetha“ im Fernwehpark Archiv verschwinden
zu lassen...
Ob allerdings das blonde Mädchen das „Girl with the golden hair...“, wie es in einem der Abba-Songs heißt, kennt, ist zu bezweifeln, denn auf die Ansprache zu dem Vergleich mit
dem Popstar entstand nicht der Eindruck. Kein Wunder, denn diese Band war lange, lange vor ihrer Zeit – ist aber bis heute unvergessen und - Kult.
Klaus Beer: „Schade, daß es damals den Fernwehpark noch nicht gab, sonst wäre ABBA ein Muß für die Signs of Fame“ gewesen.“
Europaabgeordnete Monika Hohlmeier als Schirmherrin
Als Schirmherrin der Jugendbegegnung aus vier verschiedenen Ländern Europas konnte die Europaabgeordnete MONIKA HOHLMEIER gewonnen werden, die die Jugendherberge, in der die ausländischen Gäste für 14 Tage ihr „Lager“ aufschlugen, besuchte, über die euroopäische Gemeinschaft referierte und den Kids Rede und Antwort stand.
Grundaussage der Homepage der Europaabgeordneten: EUROPA - am Anfang stand die Sehnsucht nach Frieden, Sicherheit und Zusammenarbeit, heute gewinnen wir mit Europa die Zukunft. Mit über 500 Millionen Bürgerinnen und Bürgern bildet die Europäische Union ein wettbewerbsfähiges Gegengewicht zu den Vereinigten Staaten von Amerika (305 Mio.), China (1,3 Mrd.), Indien (1,1 Mrd.) und anderen einflussreichen Ländern. Nur gemeinsam können die Europäer in einer globalisierten Welt bestehen und ihre Unabhängigkeit bewahren.
Aufmerksam lauschten die Jugendlichen, im Bild wieder unser Mädchen aus Finnland, der Rede von Monika Hohlmeier.
Ein Friedensschild für den Fernwehpark
Natürlich informierte auch Fernwehpark Inititiator Klaus Beer die Europaabgeordnete anhand des Fernwehpark Prospekts über das multikulturelle und völkerverbindende Hofer Projekt „Fernwehpark Signs of Fame“ und bat sie, sich an der Friedensaktion des Fernwehparks zu beteiligen.
Hier im Bild mit Lother Muzykant (Mitte) von der Integra, die eng mit dem Fernwehpark zusammenarbeitet.
Nachdem Klaus Beer die Grundidee des Fernwehparks und dessen Globale Bedeutung in kurzen Worten vorgestellt hat, setzte Monika Hohlmeier gerne ihre Unterschrift auf ihr Grußschild. Sehen Sie hier die ausführliche BILDERSTORY.
Last not least stellten sich alle an der Jugendbegegnung Beteiligten im Garten der Jugendherberge noch mit dem „Werk“ der Jugendlichen für ein Erinnerungsfoto der Kamera.
Von links, Stadträtin Dr. Gisela Strunz, Integra Handlungsbevollmächtigter Lothar Muzykant, Stadträtin und Organisatorin des Jugendaustauschs Bettina Zschätsch, Europaabgeordnete
Monika Hohlmeier und Fernwehpark Initiator Klaus Beer.
Fotos Jugendbegnung Klaus Beer
Fotos: Schildsignierung Hohlmeier: Hartmut Böhringer
Fotos: Hohlmeier Person: Klaus Beer
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