Tilmann Waldhalers Besuch 2009
Sonntag, 15. Februar 2009. Der Fernwehpark ist eingebettet in Schnee. Wie in Kanada, im Original Sign Post Forest in Watson Lake um diese Jahreszeit. Tilmann Waldhaler betritt flotten Schrittes den Fernwehpark. Unter der Daunenjacke, die an den Schultern endet, trägt er nur ein Hemd, dessen Ärmel hochgekrempelt sind. Und das bleibt die ganze Zeit so, auch während des Rundgangs durch den Park, denn Tilmann möchte sehen, wieviele neue Schilder seit seinem letzten Besuch im Fernwehpark vor gut zwei Jahren zwischenzeitlich dazugekommen sind.
Es ist kalt, sehr kalt. Neben dem wolkenverhangenen Himmel, aus dem immer mal ein paar Schneeflocken zur Erde schweben, weht dazu ein eisiger Wind. Ob es ihn nicht friere, fragt Klaus. "Nein, überhaupt nicht", entgegnet Tilmann, der Naturbursche. "Ich mag keine langen Ärmel".
Natürlich besucht Tilmann zuerst einmal seine "Schilderstraße Australia" mit den von ihm bestückten 4 Pfosten. Da sein damals auf die Schnelle gefertigtes Star-Schild kein Bildnis von ihm enthielt, und durch Wassereinschuß unansehnlich wurde, wurde es zwischenzeitlich ersetzt und ist nun der Blickfang in seiner "Schilderstraße" Das Foto hat Klaus Beer beim letzten Besuch vom Tilmann im Fernwehpark geschossen und in seinem neuen STAR-SCHILD gleich mit eingebracht. Der darauf zu sehende Ayers Rock hat Klaus damals auf seiner Australien Tour fotografiert. bleibt alles sozusagen "in der Familie" der Globetrotter.
Dieses Schild gab es beim letzten Besuch von Tilmann auch noch nicht. Das geistige Oberhaupt der Tibeter und Friedensnobelpreisträger, der DALAI LAMA, wurde erst 2008 im "Signs of Fame" verewigt.
Ein Schildergruß, der zu ihm passt. Wie oft war der berühmte Fahrradabenteurer mit seinem Bike wohl schon im Himalaya unterwegs?
Zwei, die sich prächtig verstehen. Der vom ständigen Fernweh geplagte Klaus Beer (links) und Tilman Waldthaler. Klaus: "Leider war ich noch nicht in Tibet, aber unsere LADAKH-Tour gehörte mit zu den tollsten Reisen, die wir je unternommen haben. Srinagar, der Dal-See, dann die Fahrt über den verschneiten Sojila-Pass mit seinen sechs Meter hohen Schneewänden bis zum Kloster Lamayuro, dann weiter bis Leh, einfach ein Traum, Fernweh pur."
Ein Gesicht, geprägt von unvergesslichen Reisen. Klaus Beer: "Tilmann, wenn ich nur Dein Gehirn anzapfen und mir all die Bilder runterladen könnte, die Du dort aus allen Teilen der Welt gespeichert hast..."
Im "BAZAR" von Klaus und Erika Beer
Nach dem Besuch im Fernwehpark haben Erika und Klaus Tilmann zu Kaffee und Kuchen in ihre Wohnung eingeladen, man kann auch sagen, in den "Bazar" der Beer's. Denn ihr Heim ist keine "normale" deutsche Wohnung, schon im Wohnzimmer bekommt man das Feeling des Fernwehs zu spüren.
Über die Decke spannen sich dicke Bambusrohre, und in den Schränken und Vitrinen sind unzählige Mitbringsel von über 30 Jahren Reisen untergebracht. Auch Erika (Bild) freut sich, sich mit Tilman ein paar Stunden über seine Touren und seine Wahlheimat Australien unterhalten zu können.
Dann führt Klaus Tilmann in die "Bazarstraße" und zeigt ihm dieses und jenes Mitbringsel aus fernen Ländern. Butterlampen aus Ladakh, Batiken aus Indien, typische Kopfbedeckungen aus Pakistan und Thailand, eine Opiumwaage aus dem Goldenen Dreieck... Natürlich ohne Inhalt. Klaus: "In einer sterilen deutschen Wohnung könnte ich nicht existieren. Ich muß mich mit der Exotik der von uns bereisten Länder umgeben." Erika ist da leider ganz anderer Meinung. Sie würde am liebsten alles, bis auf ein paar Kleinigkeiten, reduzieren und liegt da mit Tilmanns Gattin auf einer Ebene. Tilmann verrät: "Auch meine Frau sagt: Wenn Du all diese Staubfänger selber putzt, darfst Du gerne alles so einrichten wie Du willst..." Klaus: "Männer haben es halt schon immer schwer..."
Tilmann begutachtet alles mit fachlichem Blick, kennt er doch all die von Klaus und Erika Beer bereisten Länder wie seine Westentasche. Dabei erzählt er, daß er im Mai 2010 nochmal etwas ganz Großes vor hat, sich sozusagen einen Lebenstraum erfüllen will. Er möchte mit dem Fahrrad... Aber das wird hier noch nicht verraten, das wird sicher demnächst auf der Homepage von Tilmann zu lesen sein.
Da er über diese Tour auch einen Film drehen will, braucht er in so manchem Land einen Kameramann. Deshalb fragt er Klaus, ob er nicht mitkommen will. Die Augen von Klaus beginnen sofort zu leuchten, sieht er sich doch schon in seinem Lieblingsland Indien (neben Amerika), in Tropenhitze hinter der Kamera. Klaus: "Der Blick durch den Sucher einer Filmkamera ist mein Leben. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als fremde Länder, Landschaften, Menschen mit ihren Sitten und Gebräuchen in Bilder zu komponieren. Denn eine Szene muß so fotografisch perfekt umgesetzt werden, daß einem dabei das Herz vor Freude hüpft. Nichts, auch nichts anderes als das, möchte ich sonst machen, ausser über die Erlebnisse auf den Reisen noch zu schreiben..."
In der "Bazar-Straße" ziert neben einem Bummerang und Grabehölzer dar Aborigines auch eine Landkarte aus den 20iger Jahren die Wand. Der Blick wandern vom Northern Terrotory nach Cairns, dort, wo Tilmann und seine Gattin Renate seit einigen Jahren zuhause sind. Tilmann ist übrigens schon seit 30 Jahren australischer Staatsbürger, obwohl er viele Jahre in Südtirol lebte. "Austalien war für mich immer so eine Art Basislager, von wo ich meine Fahrradreisen um die Welt gestartet habe", sagt er. Fernweh pur, aus jedem Wort, das aus Tilmann' s Mund kommt.
So haben sie wirklich ZWEI gefunden. Klaus Beer, der sein Leben lang in seinem Bankjob zwischen Zahlen und Formularen der unglücklichste Mensch auf der Welt war und Tilmann, der das schon immer ausgelebt hat, das Klaus nur im Urlaub praktizieren konnte, und das ihn im Beruf "überleben" ließ - nämlich die Schönheiten der Welt erleben, zumindest in den 4 freien Wochen im Jahr. So war die Vorfreude auf die nächste Reise über 40 Jahre lang sein Lebenserhaltungs-Elixier.
Da Klaus jetzt "in Freiheit" ist, könnte er sich durchaus vorstellen, zumindest auf einem Teil von Tilmann's Reise, zum Beispiel in Australien, als Kameramann mit dabei zu sein. Klaus Beer: "Da ich mich aber vom guten alten 16-mm Chemiefilm verabschiedet habe und nur noch digital drehen will, muß ich quasi von Null anfangen. Und überhaupt, ich habe im Moment noch nicht mal eine HDV-Kamera." Denn den nächsten Reisefilm, den Klaus Beer drehen will, soll natürlich gleich am besten in BluRay Qualität auf der Leinwand brillieren...
Tilmann Waldthaler kam von Erfurt und fährt nun weiter nach München. Viele Vorträge, Auftritte bei Messen und Treffen mit Sponsoren stehen auf dem Programm. Tilmann will bis September bleiben. Im Mai wird auch seine Frau von Australien mal rüberfliegen. Erika und Klaus: "Dann müßt ihr uns aber auf jedem Fall wieder besuchen, denn wir wollen Renate natürlich auch gerne persönlich kennenlernen."
Dann werden Bildbände ausgetauscht. Klaus Beer schenkt Tilmann seine letzten aktuellen Bücher "New York" und die Neuauflage des Erfolgs-Bildbandes "Route 66". Und dazu seine ersten beiden Bücher "Fernweh - mit der Kamera um die Welt", in denen Klaus Beer neben Film- und Fototipps von seinen Erlebnissen aus 16 exotischsten Ländern berichtet. Und Tilmann schenkt ihm sein "Lebenswerk". Einen Bildband, der über ihn mit dem Titel "SIEH DIESE ERDE LEUCHTEN" - "30 Jahre mit dem Fahrrad um die Welt" aufgelegt wurde. Ein wunderbares Buch, ein toller Bildband mit auch viel persönlichen Fotos von Tilmann, der darin als kleiner Pimpf bis hin zu einem gestandenen Mannsbild mit wallendem Haar und langem Bart abgebildet ist.
Erika und Klaus wünschen Tilmann weiterhin alles Gute und freuen sich schon sehr auf seinen nächsten Besuch in Hof, dann aber auch mit Gattin, die vielleicht ein neues Schild aus down under für seine "Schilderstraße Australia" mit im Gepäck hat...